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Modul 1 — Grundlagen des GMDSS

Bevor du ein Gerät bedienst, brauchst du eine gedankliche Karte: was GMDSS ist, wozu jede Verkehrsart dient und wer Vorrang hat, wenn zwei Meldungen gleichzeitig auf Sendung gehen. Dieses Modul legt diese Grundlage.

Was ist GMDSS?

Das Global Maritime Distress and Safety System ist ein integriertes System aus Ausrüstung + Verfahren + Diensten mit dem Zweck:

  1. 1Dass jedes Fahrzeug in Seenot die SAR-Behörde schnell alarmieren kann.
  2. 2Dass Fahrzeuge in der Nähe bei der Rettung mitwirken können.
  3. 3Dass Maritime Safety Information (MSI) alle in Fahrt befindlichen Fahrzeuge erreicht.

Die vier Zwecke des Seefunks

KategorieSchlüsselwortVerwendungPriorität
SeenotMaydaySchwere und unmittelbare Gefahr für Fahrzeug oder Personen1 (höchste)
DringlichkeitPan-PanSicherheit beeinträchtigt, aber keine unmittelbare Gefahr2
SicherheitSécuritéNautische oder meteorologische Warnungen3
Allgemein(keines)Betrieblicher, kommerzieller, privater Verkehr4

Alle drei werden zu Beginn der Meldung dreimal hintereinander gesprochen. Das ist kein Stilmittel: Genau das nimmt der Empfänger zuerst im Rauschen wahr.

Funkstellen, die du im Funkverkehr hörst

  • Schiffsfunkstellen — deine eigene und die nahe gelegener Fahrzeuge.
  • Küstenfunkstellen — betrieben durch die Seeschifffahrtsverwaltung (in Spanien: Salvamento Marítimo).
  • RCC / MRCC — Maritime Rescue Coordination Centres. Spanien hat ein nationales MRCC in Madrid plus 20 lokale Zentren.
  • Hafenfunkstellen — Hafenaufsicht, Lotsen, VTS.
  • Aeronautische SAR-Funkstellen — Hubschrauber und Luftfahrzeuge, die an der Rettung teilnehmen.

Rangfolge — die goldene Regel

Die Reihenfolge ist unverletzlich und durch die ITU Radio Regulations festgelegt:

Pyramide der Funkprioritäten: Seenot · Dringlichkeit · Sicherheit · Allgemein
Pyramide der Funkprioritäten: Seenot · Dringlichkeit · Sicherheit · Allgemein

Funkwache

Der Funker hält eine ständige Hörwache auf den Frequenzen, die nach ITU Radio Regulations und SOLAS für das Seegebiet vorgeschrieben sind:

FrequenzBetriebsartPflicht in
156.800 MHz (VHF Kanal 16)SpracheA1 (und sonst, wann immer möglich)
156.525 MHz (VHF Kanal 70)DSCA1, A2, A3, A4
2187.5 kHzMF-DSCA2, A3, A4
8414.5 kHz + ein weiteres HF-BandHF-DSCA3, A4

STCW-Blick der Brückenwache

Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.

Baue das Verkehrsbild mit Auge, Ohr, Radar/ARPA und Kartenkontext auf.

Lass AIS oder eine einzelne Peilung niemals die systematische Beobachtung ersetzen.

Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.

Prüfungsfokus

Beginne jedes Szenario mit der Einordnung der Begegnung: Überholen, entgegengesetzte Kurse, kreuzende Kurse, enges Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiet oder verminderte Sicht.

Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.

Wichtige Erkenntnisse

1

GMDSS ist kein einzelnes Gerät: Es ist ein System aus Ausrüstung + Verfahren + Diensten.

2

Mayday, Pan-Pan und Sécurité entsprechen Seenot, Dringlichkeit und Sicherheit.

3

Die Prioritätsreihenfolge ist unverletzlich und entscheidet, wer die Frequenz freigibt.

4

Funkwache ist während der Fahrt des Fahrzeugs vorgeschrieben.

Häufige Fehler

Dringlichkeit (Pan-Pan) mit Seenot (Mayday) zu verwechseln.

Eine Seenotfrequenz für Routineverkehr zu verwenden.

Anzunehmen, das System funktioniere nur über Satellit oder nur über VHF.

Teste dein Wissen

Teste dein Wissen und beweise dein Können.

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