Die Beaufort-Windskala verstehen
Was misst die Beaufort-Skala?
Die Beaufort-Skala beschreibt die Windstärke in Kategorien von 0, Windstille, bis 12, Orkan. Jede Stufe steht für einen Geschwindigkeitsbereich und erkennbare Auswirkungen. Sie schafft eine gemeinsame Sprache für Seewetterberichte und Beobachtungen: Windstärke 5 sagt mehr aus als die Aussage, es sei windig.
Die Beaufort-Zahl beschreibt Wind, keine gemessene Wellenhöhe. Unterscheide die angegebene Windgeschwindigkeit von Böen, also kurzen Verstärkungen. Prüfe Mittelungszeit, Gebiet und Gültigkeit der Vorhersage. Eine einzelne Böe ersetzt den mittleren oder anhaltenden Wind bei der Beschreibung der vorherrschenden Windstärke nicht.
Beaufort in Knoten, km/h, mph und m/s ablesen
Wähle eine Stärke und wechsle die Einheit, um dieselbe Kategorie in Knoten, Kilometern pro Stunde, Meilen pro Stunde oder Metern pro Sekunde zu lesen. Für Stärke 5 gelten die veröffentlichten Bereiche 17–21 Knoten und 29–38 km/h. Die Grenzen dieser gerundeten Tabellenbereiche entsprechen nicht immer einer exakten Umrechnung.
Ein Knoten entspricht genau 1,852 km/h, ungefähr 1,151 mph oder 0,5144 m/s. Runde einen Messwert erst am Ende der Rechnung. Die Beaufort-Tabelle fasst Geschwindigkeiten zu Kategorien zusammen; durch den Wechsel der Anzeigeeinheit wird der Wind weder stärker noch schwächer.
Beaufort und Douglas: Windstärke und Seegang
Die Douglas-Skala beschreibt den Seegang anhand von Wellenhöhenklassen; Beaufort beschreibt den Wind. Ihre Zahlen sind nicht austauschbar. Beaufort 5 und Douglas 5 bedeuten etwas anderes. Nenne deshalb immer die jeweilige Skala und lies Wind- und Welleninformationen im Seewetterbericht getrennt.
Die Wellenhöhen auf dieser Seite gelten für vollständig entwickelten Windseegang auf offener See. Wellen benötigen Zeit und eine freie Wasserstrecke, über die der Wind weht, den Fetch. Dünung, Gegenströmung und flaches Wasser verändern den Seegang. Eine geschützte Bucht kann beim gleichen Wind anders aussehen als eine offene Passage. Ob eine Welle über das Deck kommt, hängt auch von Freibord, Kurs und Schiffsbewegung ab; die Bewegung des Tankers ist hier ein anschauliches Beispiel.
Wind mit mehreren Anzeichen einschätzen
Unterscheide zunächst kleine Kräuselwellen von brechenden Kämmen. Beobachte dann die Häufigkeit von Schaumkronen und mögliche Schaumstreifen in Windrichtung. Vergleiche an Land Fahnen, Blätter und Äste über längere Zeit in einem freien Bereich. Ein geschützter Baum oder eine einzelne brechende Welle zeigt nur einen Ausschnitt.
Nutze diese Hinweise als Schätzung und vergleiche sie mit einer repräsentativen Windmessung. Gebäude, Landspitzen und Gelände beeinflussen die örtliche Strömung. Der Simulator verstärkt manche Bewegungen zum Lernen; er berechnet keine lokale Turbulenz, Sturmflut oder Gebäudeschäden. Auch Wolkentypen ergeben sich nicht aus der Beaufort-Stärke.
Warum Beaufort in der Seefahrt weiter genutzt wird
Das Archiv des Met Office dokumentiert, dass Francis Beaufort 1806 als Kommandant der HMS Woolwich eine Windskala aufzeichnete. Er wollte einheitlichere Logbucheinträge. Spätere Fassungen bezogen sich auf die Wirkung des Windes auf Segelschiffe und erleichterten Besatzungen den Austausch über die Bedingungen auf See.
Heutige Windmesser liefern Zahlenwerte, doch die Skala bleibt beim Lesen und Weitergeben von Wetterinformationen hilfreich. Lerne die Veränderungen der sichtbaren Auswirkungen zusammen mit den Zahlen. Der Übergang von einzelnen Schaumkronen zu anhaltenden Schaumstreifen vermittelt mehr als ein eindrucksvolles Bild ohne Zusammenhang.
Mit dem 3D-Beaufort-Simulator üben
Beginne bei Windstille und erhöhe die Stärke schrittweise. Halte bei 3, 5 und 7 an, um brechende Kämme und Schaum zu vergleichen. Wechsle bei gleicher Stärke zwischen dem Blick von außerhalb des Schiffs und der Deckansicht. Wähle anschließend einen Geschwindigkeitsbereich in der Tabelle und überlege vor dem Weiterlesen, welche Beschreibung dazu passt.
Beziehe bei der tatsächlichen Törnplanung amtliche Seewettervorhersagen und Warnungen, Gezeiten, Strömungen, die Exposition der Route sowie die Fähigkeiten von Boot und Besatzung ein. Dieser Simulator schult Begriffe und Beobachtung; er entscheidet nicht über eine sichere Fahrt und bildet kein konkretes örtliches Wetter nach.
Fragen zur Beaufort-Skala
Wie stark ist Windstärke 5 Beaufort?
Stärke 5 ist eine frische Brise: 17–21 Knoten, in der üblichen Tabelle 29–38 km/h. Häufige Schaumkronen und schwankende kleine Bäume sind typische Hinweise. Rund 2 Meter Wellenhöhe dienen als Orientierung auf offener See, nicht als örtliche Vorhersage.
Ab welcher Beaufort-Stärke beginnt stürmischer Wind?
Stärke 8 heißt stürmischer Wind und umfasst 34–40 Knoten oder 62–74 km/h. Stärke 7 ist steifer Wind. Warnkriterien und Begriffe unterscheiden sich je nach Wetterdienst; lies die konkrete Seewetterwarnung.
Bedeutet Stärke 12 einen tropischen Hurrikan?
Nein. Orkan bezeichnet hier Wind ab 64 Knoten. Daraus folgt weder die Einordnung als tropischer Wirbelsturm noch eine Saffir-Simpson-Kategorie. Auch andere Sturmsysteme können Orkanwinde erzeugen.
Lässt sich Beaufort direkt in Wellenhöhe umrechnen?
Eine exakte Umrechnung gibt es nicht. Die Tabelle nennt Orientierungswerte für entwickelten Windseegang auf offener See. Dauer, Fetch, Dünung, Strömung und Tiefe bestimmen die tatsächlichen Wellen; beachte auch Seegangsvorhersagen und Beobachtungen.

