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KVR-Regeln — Internationale Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See

Vollständige regelweise Referenz der KVR (COLREG 1972) in der jeweils gültigen Fassung, gegliedert nach Teilen A–F. Klare Erklärungen, häufige Fehler, Prüfungsfallen und FAQ für jede Regel.

Was sind die KVR?

Die KVR - formal das Übereinkommen über die Internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See, 1972 - sind das weltweite Regelwerk, das jedes Fahrzeug auf Seegebieten mit Verbindung zur Hohen See einhalten muss. Sie wurden von der International Maritime Organization (IMO) erarbeitet, ersetzten die älteren Regeln von 1960 und wurden mehrfach geändert, zuletzt durch die IMO-Resolutionen A.910(22) und A.1085(28).

Es gibt 41 nummerierte Regeln in sechs Teilen. Teil A legt Anwendungsbereich und zentrale Begriffe fest. Teil B ist der Kern der Kollisionsverhütung: wer ausweicht, wann und wie, bei klarer Sicht und bei verminderter Sicht. Teil C regelt Lichter und Signalkörper, damit andere Fahrzeuge ein Fahrzeug nachts oder tagsüber erkennen können. Teil D behandelt Schall- und Lichtsignale zur Verständigung über Absichten. Teil E enthält Ausnahmen für alte Fahrzeuge. Teil F, 2016 ergänzt, behandelt die Überprüfung der Einhaltung - das IMO-Auditsystem; er wird selten geprüft, vervollständigt aber das Übereinkommen.

Ob PER, RYA Day Skipper, USCG OUPV oder STCW II/1: Die KVR sind das größte Einzelthema im Lehrplan - und der Bereich, in dem die meisten Kandidaten Punkte verlieren. Die folgenden Seiten erklären jede Regel in klarer Sprache, mit den typischen Prüferfallen und den 3D-Lichterdiagrammen, die der Gesetzestext nicht zeigt.

KVR-Struktur auf einen Blick

TeilRegelnInhalt
A - Allgemeines1-3Anwendung, Verantwortlichkeit, Begriffsbestimmungen
B - Ausweich- und Fahrregeln4-19Verhalten bei jeder Sicht, in Sicht voneinander und bei verminderter Sicht
C - Lichter und Signalkörper20-31Navigationslichter und Tagessignale nach Fahrzeugart
D - Schall- und Lichtsignale32-37Pfeife, Glocke, Gong und Notsignale
E - Ausnahmen38Übergangsausnahmen für vor 1977 in Dienst gestellte Fahrzeuge

Häufig gestellte Fragen

Wofür steht COLREG?
COLREG ist die Kurzform für Convention on the International Regulations for Preventing Collisions at Sea, 1972. Auch COLREGS (die Regeln selbst), IRPCS (britische Abkürzung), RIPA (Spanien), RIPAM (Frankreich) und KVR (Deutschland) bezeichnen denselben IMO-Text.
Sind die KVR in jedem Land gleich?
Die internationalen Regeln sind weltweit identisch; Küstenstaaten dürfen für Binnen- oder Hafengewässer LOKALE Regeln ergänzen (US Inland Rules, britische Hafenordnungen, Spaniens RGAGNB für Binnengewässer). Wenn Binnen- und internationale Regeln voneinander abweichen, gilt innerhalb der Abgrenzungslinie die Binnenregel.
Welche KVR-Regel verursacht die meisten Prüfungsfehler?
Regel 19 (Verhalten bei verminderter Sicht). Kandidaten verwechseln sie regelmäßig mit den Regeln 11-18 (in Sicht voneinander). Im Nebel sieht man das andere Fahrzeug nicht, daher gilt das Ausweich-/Kurshalte-Schema nicht - beide Fahrzeuge müssen nach Regel 19 handeln.
Gelten die KVR auch für kleine Boote und Jetskis?
Ja. Regel 1 sagt, dass sie für alle Fahrzeuge auf Hoher See und auf allen mit der Hohen See verbundenen Gewässern gelten. Ein Jetski ist ein Maschinenfahrzeug und muss Seitenlichter, Schallsignale und Fahrregeln genauso beachten wie ein Tanker.
Wann wurden die KVR zuletzt aktualisiert?
Die jüngsten IMO-Änderungen traten 2016 in Kraft (Resolution A.1085(28)). Sie präzisierten Formulierungen zu Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen, teilweise getauchten Schleppvorgängen und Luftkissenfahrzeugen. Die Grundlagen - Ausweichen, Kurshalten, Lichter - sind seit 1977 stabil.