Regel 2 stellt klar, dass die Einhaltung der KVR ein Fahrzeug nicht von seiner Verantwortung entbindet. Die gute Seemannschaft und die besonderen Umstände des jeweiligen Falls sind immer zu berücksichtigen.
STCW-Blick der Brückenwache
Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.
Baue das Verkehrsbild mit Auge, Ohr, Radar/ARPA und Kartenkontext auf.
Lass AIS oder eine einzelne Peilung niemals die systematische Beobachtung ersetzen.
Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.
Prüfungsfokus
Beginne jedes Szenario mit der Einordnung der Begegnung: Überholen, entgegengesetzte Kurse, kreuzende Kurse, enges Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiet oder verminderte Sicht.
Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.
Wichtige Erkenntnisse
Die Einhaltung der KVR allein befreit nicht von Verantwortung
Gute Seemannschaft kann Maßnahmen über den Wortlaut der Regeln hinaus verlangen
Ein Abweichen von den Regeln ist zulässig, um unmittelbare Gefahr abzuwenden
Besondere Umstände müssen immer berücksichtigt werden
Häufige Fehler
Regeln blind zu befolgen, ohne die konkrete Lage zu berücksichtigen
Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu unterlassen, die gute Seemannschaft verlangt
Teste dein Wissen
Teste dein Wissen und beweise dein Können.
Zuletzt geprüft: