IALACOLREG
14

Modul 14 — Integrierte Abschlussübungen

Dieses Modul führt keine neuen Inhalte ein. Es verlangt, alles bisher Gelernte in vollständigen Szenarien anzuwenden: Der Teilnehmer betrachtet keine isolierten Geräte mehr, sondern handelt als Funker. Die Übungen bilden reale Situationen nach, in denen das richtige Funkmittel gewählt, das Verfahren eingehalten, in Maritime English kommuniziert und der Fall mit einem Logeintrag abgeschlossen werden muss.

Typische Übungen

a
Feuer in Seegebiet A1 — VHF-DSC-Seenotalarm, Mayday per Sprache auf Kanal 16, Koordination mit Küstenfunkstelle, Log.
b
Wassereinbruch in A2 — MF-DSC-Alarm auf 2187.5 kHz, Mayday per Sprache auf 2182 kHz, HF-Rückfall, falls MF-Ausbreitung ausfällt.
c
Fahrzeug in A3 mit VHF/MF außer Betrieb — Seenotalarm über Inmarsat C mit Priorität distress, HF-DSC-Rückfall, EGC für MSI-Empfang.
d
Kritische NAVTEX-Warnung — Empfang einer Wetter- oder SAR-Warnung, betriebliche Entscheidung (Brücke informieren, Route ändern, mitwirken), Log.
e
Schiff verlassen — Aktivierung von EPIRB und SART / AIS-SART, tragbares VHF in der Rettungsinsel, Kommunikation vor Ort mit SAR-Fahrzeug oder Hubschrauber.
f
Fehlalarm — sofortige Aufhebung per DSC und Sprache auf dem richtigen Mittel, Schiffsidentifikation, UTC-Zeit des ursprünglichen Alarms, Meldung an das RCC, Log.
g
RCC-Kommunikation auf Englisch — Koordination von Hilfe, Bestätigung der Position, Personen an Bord, Art der Seenot und benötigte Hilfe, alles in SMCP.

Bewertung

In jeder Übung bewertet der Prüfer:

a
Gerätebedienung — richtige Auswahl, tatsächliche Nutzung von Tasten und Menüs, keine Improvisation.
b
Verfahren — DSC → Sprache → Hören → Bestätigung → Verkehr → Abschluss.
c
Wahl des Funkmittels — stimmig mit Seegebiet und Dringlichkeit.
d
Maritime English — Buchstabieralphabet, Zahlen Ziffer für Ziffer, SMCP-Formulierungen.
e
MSI und Dokumentation — NAVTEX / Inmarsat gelesen und bearbeitet.
f
Log — vollständiger Eintrag beim Fallabschluss.

Endgewichtung

BereichGewicht
Gerätebedienung30%
Seenot-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverfahren25%
Wahl des geeigneten Funkmittels15%
Maritime English10%
NAVTEX / Inmarsat / MSI10%
Log, Dokumentation und Wartung10%

Bestehenskriterium

Der Teilnehmer muss zeigen, dass er in einem realen Szenario ohne externe Hilfe in angemessener Zeit und mit dem richtigen Gerät alarmieren, kommunizieren und loggen kann. Eine Übung mit perfektem Verfahren, aber falschem Funkmittel gilt als nicht bestanden.

STCW-Blick der Brückenwache

Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.

Baue das Verkehrsbild mit Auge, Ohr, Radar/ARPA und Kartenkontext auf.

Lass AIS oder eine einzelne Peilung niemals die systematische Beobachtung ersetzen.

Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.

Prüfungsfokus

Bestimme zuerst die Fahrzeugarten, dann die Seitenpeilung und dann, ob ein Fahrzeug überholt.

Die falsche Einordnung der Begegnung ist der typische Prüfungsfehler.

Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.

Wichtige Erkenntnisse

1

Übungen spiegeln die Realität: Ausrüstung + Verfahren + Sprache + Log.

2

Die Wahl des falschen Funkmittels macht den Alarm ungültig, auch wenn das Verfahren perfekt ist.

3

Jede Übung endet mit einem Logeintrag — wie im echten Betrieb.

4

Maritime English wird in jeder Übung bewertet, nicht nur in Modul 12.

Häufige Fehler

Die Übung wie eine Theorieprüfung statt wie echten Betrieb zu behandeln.

Den Fall nicht mit einem Logeintrag abzuschließen.

Die DSC/Sprache-Reihenfolge zu improvisieren, statt dem Verfahren zu folgen.

Mit dem RCC Spanisch statt SMCP zu verwenden.

Teste dein Wissen

Teste dein Wissen und beweise dein Können.

Zuletzt geprüft: