NBDP (Narrow Band Direct Printing) ist das maritime Radiotelex-System über MF/HF. Der operative Einsatz ist durch Inmarsat und andere Satellitendienste zurückgegangen, gehört aber weiterhin zum offiziellen GOC-Lehrplan.
Was es ist und wie es funktioniert
NBDP überträgt Zeichen im ITA-2-Code mit 100 Baud und FSK-Modulation auf den zugewiesenen Telexfrequenzen in MF und HF. Anders als Sprache liefert es einen gedruckten oder auf dem Bildschirm sichtbaren Nachweis der Meldung, beseitigt Mehrdeutigkeiten und hinterlässt eine schriftliche Kopie der Kommunikation.
Betriebsarten
Verwendung im GMDSS
NBDP ist als Ergänzung zu DSC und Sprache Teil der Seenotkette:
NBDP-Seenotfrequenzen
Reservierte Seenotfrequenzen: 2174.5 kHz (MF), 4177.5, 6268, 8376.5, 12520 und 16695 kHz (HF).
Grenzen und heutiger Kontext
NBDP hängt streng von der HF-Ausbreitung ab, erfordert genaue Abstimmung und kommt mit QRM schlecht zurecht. Immer weniger Küstenfunkstellen halten den Dienst rund um die Uhr offen; in Gebieten mit guter Satellitenabdeckung ist der Verkehr zu Inmarsat C gewandert.
Häufige Fehler
ARQ zu wählen, obwohl eine Aussendung erforderlich war; in FEC eine Meldung an eine einzelne Funkstelle zu senden; die Position vor einer Seenotmeldung nicht zu aktualisieren; und den lokalen Ausdruck der ausgehenden Meldung mit einer Empfangsbestätigung der Gegenstelle zu verwechseln.
STCW-Blick der Brückenwache
Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.
Gehöriger Ausguck bedeutet eine Person, die sich der Aufgabe voll widmen kann, und ein Brückenteam, das alle geeigneten Mittel nutzt, ohne sich auf einen einzigen Sensor zu verlassen.
Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.
Prüfungsfokus
Beginne jedes Szenario mit der Einordnung der Begegnung: Überholen, entgegengesetzte Kurse, kreuzende Kurse, enges Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiet oder verminderte Sicht.
Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.
Achte auf Fangantworten, die den Ausguck durch AIS, UKW oder einen kurzen Radarblick ersetzen.
Die Regel verlangt eine vollständige Beurteilung der Lage.
Wichtige Erkenntnisse
ARQ = Punkt-zu-Punkt mit automatischer Bestätigung in 3-Zeichen-Blöcken.
FEC = Aussendung ohne Rückkanal; der Empfänger korrigiert durch Vergleich der Doppelübertragung.
Weiterhin offizielles GMDSS-Mittel für schriftliche Seenotmeldungen auf MF/HF.
Lokaler Ausdruck bedeutet NICHT erfolgreichen Empfang am anderen Ende.
Häufige Fehler
ARQ für Aussendung an alle Funkstellen zu verwenden (FEC ist richtig).
Zu vergessen, dass HF-Ausbreitung den Aufbau einer ARQ-Verbindung verhindern kann.
Lokalen Ausdruck mit entfernter Bestätigung zu verwechseln.
Eine per NBDP gesendete Meldung nicht ins Funklog einzutragen.
Teste dein Wissen
Teste dein Wissen und beweise dein Können.
Weitere Regeln in diesem Teil
- Modul 3 — VHF-Sprechfunk und DSCVollständige Bedienung von VHF-DSC: Kanäle 16 und 70, Einzel- und All-Ships-Rufe, Seenotalarmverfahren und Aufhebung von Fehlalarmen.
- Modul 7 — NAVTEX und Maritime Safety InformationNAVTEX-Empfänger auf 518 / 490 kHz, Stationskennung, Filterung abweisbarer Meldungen und operative Auswertung von Navigations- und Wetterwarnungen.
- Modul 8 — EPIRB / 406-MHz-Bake406-MHz-Cospas-Sarsat-Bake: manuelle und automatische Aktivierung, hydrostatische Auslösung, zugelassene Selbsttests und Behandlung von Fehlalarmen.
- Modul 9 — SART, AIS-SART und Überlebens-VHFOrtung und Kommunikation nach dem Verlassen des Schiffes: 9-GHz-Radar-SART, AIS-SART und tragbares GMDSS-VHF.
Zuletzt geprüft: