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Modul 5 — NBDP / Radiotelex

NBDP (Narrow Band Direct Printing) ist das maritime Radiotelex-System über MF/HF. Der operative Einsatz ist durch Inmarsat und andere Satellitendienste zurückgegangen, gehört aber weiterhin zum offiziellen GOC-Lehrplan.

Was es ist und wie es funktioniert

NBDP überträgt Zeichen im ITA-2-Code mit 100 Baud und FSK-Modulation auf den zugewiesenen Telexfrequenzen in MF und HF. Anders als Sprache liefert es einen gedruckten oder auf dem Bildschirm sichtbaren Nachweis der Meldung, beseitigt Mehrdeutigkeiten und hinterlässt eine schriftliche Kopie der Kommunikation.

Betriebsarten

a
ARQ (Automatic Repeat reQuest) — Punkt-zu-Punkt mit Bestätigung jedes 3-Zeichen-Blocks. Die beiden Funkstellen identifizieren sich über Selcall (4 Ziffern) und handeln die Verbindung aus. Kommt ein Block beschädigt an, wird automatisch Wiederholung angefordert. Dies ist die Betriebsart für Schiff-Küste-Korrespondenz.
b
FEC (Forward Error Correction) — Aussendung ohne Rückkanal. Der Sender überträgt jedes Zeichen zweimal mit Zeitversatz; der Empfänger vergleicht und korrigiert. Verwendet für Aussendungen an alle hörenden Schiffe (collective FEC) oder an eine ausgewählte Gruppe (selective FEC).

Verwendung im GMDSS

NBDP ist als Ergänzung zu DSC und Sprache Teil der Seenotkette:

a
Empfang von MSI (Wetterbulletins, Navigationswarnungen), wenn keine NAVTEX-Abdeckung besteht.
b
Senden schriftlicher Seenot-, Dringlichkeits- oder Sicherheitsmeldungen auf MF/HF nach dem DSC-Alarm.
c
Öffentliche und kommerzielle Korrespondenz mit zugelassenen Küstenfunkstellen.

NBDP-Seenotfrequenzen

Reservierte Seenotfrequenzen: 2174.5 kHz (MF), 4177.5, 6268, 8376.5, 12520 und 16695 kHz (HF).

Grenzen und heutiger Kontext

NBDP hängt streng von der HF-Ausbreitung ab, erfordert genaue Abstimmung und kommt mit QRM schlecht zurecht. Immer weniger Küstenfunkstellen halten den Dienst rund um die Uhr offen; in Gebieten mit guter Satellitenabdeckung ist der Verkehr zu Inmarsat C gewandert.

Häufige Fehler

ARQ zu wählen, obwohl eine Aussendung erforderlich war; in FEC eine Meldung an eine einzelne Funkstelle zu senden; die Position vor einer Seenotmeldung nicht zu aktualisieren; und den lokalen Ausdruck der ausgehenden Meldung mit einer Empfangsbestätigung der Gegenstelle zu verwechseln.

STCW-Blick der Brückenwache

Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.

Gehöriger Ausguck bedeutet eine Person, die sich der Aufgabe voll widmen kann, und ein Brückenteam, das alle geeigneten Mittel nutzt, ohne sich auf einen einzigen Sensor zu verlassen.

Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.

Prüfungsfokus

Beginne jedes Szenario mit der Einordnung der Begegnung: Überholen, entgegengesetzte Kurse, kreuzende Kurse, enges Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiet oder verminderte Sicht.

Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.

Achte auf Fangantworten, die den Ausguck durch AIS, UKW oder einen kurzen Radarblick ersetzen.

Die Regel verlangt eine vollständige Beurteilung der Lage.

Wichtige Erkenntnisse

1

ARQ = Punkt-zu-Punkt mit automatischer Bestätigung in 3-Zeichen-Blöcken.

2

FEC = Aussendung ohne Rückkanal; der Empfänger korrigiert durch Vergleich der Doppelübertragung.

3

Weiterhin offizielles GMDSS-Mittel für schriftliche Seenotmeldungen auf MF/HF.

4

Lokaler Ausdruck bedeutet NICHT erfolgreichen Empfang am anderen Ende.

Häufige Fehler

ARQ für Aussendung an alle Funkstellen zu verwenden (FEC ist richtig).

Zu vergessen, dass HF-Ausbreitung den Aufbau einer ARQ-Verbindung verhindern kann.

Lokalen Ausdruck mit entfernter Bestätigung zu verwechseln.

Eine per NBDP gesendete Meldung nicht ins Funklog einzutragen.

Teste dein Wissen

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