NAVTEX ist ein automatischer Empfänger für MSI auf 518 kHz (internationales Englisch) und 490 kHz (Landessprache).
Meldungsformat
Kopfzeile `ZCZC B1 B2 B3 B4`:
Abweisbare und nicht abweisbare Meldungen
Typen A, B, D und L sind nicht abweisbar: Der Empfänger erlaubt nicht, sie herauszufiltern. Die übrigen Typen können in der Konfiguration deaktiviert werden.
Betrieb
Der Funker wählt die zur Position passenden Stationen und die erforderlichen Meldungstypen. Neue Meldungen werden automatisch gedruckt oder angezeigt.
Auswertung
Eine echte NAVTEX-Warnung muss in eine Entscheidung übersetzt werden: Betrifft sie mein Gebiet? Ändert sie meine Route? Muss ich die Brücke informieren? Ist sie ins Log einzutragen?
STCW-Blick der Brückenwache
Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.
Baue das Verkehrsbild mit Auge, Ohr, Radar/ARPA und Kartenkontext auf.
Lass AIS oder eine einzelne Peilung niemals die systematische Beobachtung ersetzen.
Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.
Prüfungsfokus
Beginne jedes Szenario mit der Einordnung der Begegnung: Überholen, entgegengesetzte Kurse, kreuzende Kurse, enges Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiet oder verminderte Sicht.
Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.
Eine stehende oder nahezu stehende Peilung ist das klassische Warnsignal, doch bei geringem Abstand, einem großen Fahrzeug oder einem Schleppverband kann auch bei merklicher Peilungsänderung die Gefahr eines Zusammenstoßes bestehen.
Wichtige Erkenntnisse
518 kHz = internationales Englisch; 490 kHz = Landessprache.
Typen A, B, D, L können nicht per Konfiguration herausgefiltert werden.
Eine ungelesene NAVTEX-Warnung ist so gefährlich wie eine nie empfangene Meldung.
Häufige Fehler
Alle Typen wegen Papierstreifen-Lärm zu deaktivieren.
Eine Station zu wählen, die das Fahrtgebiet nicht abdeckt.
Warnungen, die die geplante Route betreffen, nicht ins Log einzutragen.
Teste dein Wissen
Teste dein Wissen und beweise dein Können.
Weitere Regeln in diesem Teil
- Modul 4 — MF/HF-Sprechfunk und DSCMF- gegenüber HF-Ausbreitung, Band- und Frequenzwahl, DSC- und Sprachbetrieb, Seenotalarmierung in den Seegebieten A2, A3 und A4.
- Modul 5 — NBDP / RadiotelexSchriftliche MF/HF-Kommunikation: ARQ- gegenüber FEC-Betriebsarten, heutige Einordnung von NBDP im GMDSS und seine Grenzen.
- Modul 9 — SART, AIS-SART und Überlebens-VHFOrtung und Kommunikation nach dem Verlassen des Schiffes: 9-GHz-Radar-SART, AIS-SART und tragbares GMDSS-VHF.
- Modul 10 — GPS, Antennen, Batterien und NotstromversorgungDie Unterstützungsebene, die jede GMDSS-Funkstelle betriebsbereit hält: aktuelle Positionszufuhr, bandbezogene Antennen, Haupt- und Reserveversorgung.
Zuletzt geprüft: