Die EPIRB (Emergency Position-Indicating Radio Beacon) ist die Funklebensleine des Fahrzeugs.
Funktionsweise
Sie sendet auf 406.025 MHz an Cospas-Sarsat-Satelliten mit einem codierten Signal, das die Bakenkennung enthält. Zusätzlich sendet sie einen 121.5 MHz-Träger für das Endanpeilen durch SAR-Luftfahrzeuge.
Aktivierung
Vorgeschriebene Wartung
Batterie, hydrostatische Auslösung, Antenne und Befestigung müssen anhand der Ablaufdaten geprüft werden. Die Bakenkennung muss bei der nationalen Behörde registriert sein.
Prüfung
Nur vom Hersteller zugelassene Tests (self-test) — ohne Übertragung an den echten Satelliten. Das Aktivieren der Bake außerhalb einer echten Notlage ist verboten.
Fehlalarme
Bei versehentlicher Aktivierung: sofort ausschalten und das lokale RCC / MRCC über den schnellsten Weg kontaktieren (VHF-DSC, Inmarsat C, Telefon), mit Angabe der Bakenkennung und des Grundes. Ereignis ins Log eintragen.
STCW-Blick der Brückenwache
Kläre vor dem Manövrieren die Anwendbarkeit: Die Regeln 4-10 der KVR gelten bei jeder Sicht, die Regeln 11-18 nur für Fahrzeuge in Sicht voneinander, und Regel 19 regelt reine Radarkontakte bei verminderter Sicht.
Baue das Verkehrsbild mit Auge, Ohr, Radar/ARPA und Kartenkontext auf.
Lass AIS oder eine einzelne Peilung niemals die systematische Beobachtung ersetzen.
Überwache nach dem Manöver weiter Peilung, Abstand, CPA/TCPA und Passierabstand, bis das andere Fahrzeug endgültig klar vorbei ist.
Prüfungsfokus
Beginne jedes Szenario mit der Einordnung der Begegnung: Überholen, entgegengesetzte Kurse, kreuzende Kurse, enges Fahrwasser, Verkehrstrennungsgebiet oder verminderte Sicht.
Scheinen zwei Regeln zu kollidieren, prüfe die Rangfolge genau: Die Pflichten des überholenden Fahrzeugs bleiben bestehen, und Regel 2 verlangt weiterhin gute Seemannschaft.
Eine stehende oder nahezu stehende Peilung ist das klassische Warnsignal, doch bei geringem Abstand, einem großen Fahrzeug oder einem Schleppverband kann auch bei merklicher Peilungsänderung die Gefahr eines Zusammenstoßes bestehen.
Wichtige Erkenntnisse
406 MHz überträgt Daten zum Satelliten; 121.5 MHz ist der lokale SAR-Homing-Träger.
Die hydrostatische Auslösung gibt die Bake zwischen 1.5 und 4 m Tiefe frei.
Jeder Fehlalarm muss dem RCC sofort gemeldet werden.
Die Kennung muss registriert und aktuell gehalten werden.
Häufige Fehler
Die Bake durch tatsächliches Aktivieren zu testen (niemals!).
Ablaufdaten von Batterie und hydrostatischer Auslösung zu übersehen.
Einen Fehlalarm nicht aufzuheben, weil man denkt, "das klärt sich schon".
Teste dein Wissen
Teste dein Wissen und beweise dein Können.
Weitere Regeln in diesem Teil
- Modul 4 — MF/HF-Sprechfunk und DSCMF- gegenüber HF-Ausbreitung, Band- und Frequenzwahl, DSC- und Sprachbetrieb, Seenotalarmierung in den Seegebieten A2, A3 und A4.
- Modul 5 — NBDP / RadiotelexSchriftliche MF/HF-Kommunikation: ARQ- gegenüber FEC-Betriebsarten, heutige Einordnung von NBDP im GMDSS und seine Grenzen.
- Modul 6 — Inmarsat C und EGCInmarsat-C-Satellitenterminal: Login, Positionsaktualisierung, Nachrichtenprioritäten, Seenotalarme und MSI-Empfang über EGC / SafetyNET.
- Modul 10 — GPS, Antennen, Batterien und NotstromversorgungDie Unterstützungsebene, die jede GMDSS-Funkstelle betriebsbereit hält: aktuelle Positionszufuhr, bandbezogene Antennen, Haupt- und Reserveversorgung.
Zuletzt geprüft: