Seenotsignale und Seenotfackeln
Rote Leuchtsignale, orangefarbener Rauch und die übrigen Signale aus KVR-Anlage IV bedeuten Seenot und Hilfsbedarf.
Geprüft von Ramon Curto, Nautiklehrer am IECNPC · Zuletzt geprüft:
Welches Signal wann?
DSC + MAYDAY
Falls vorhanden, sende den DSC-Seenotalarm und danach MAYDAY auf UKW-Kanal 16 mit Position und Notlage.
EPIRB / PLB
Aktiviere bei ernster und unmittelbarer Gefahr die geeignete registrierte Funkbake; der Satellitenalarm ergänzt den Funkruf.
Orangefarbener Rauch
Tagsüber bei nahen Helfern zeigt er Position und aus der Luft die Windrichtung; niemals auf Luftfahrzeuge zielen.
Lernhilfe: keine garantierte Sichtweite. Alarmiere früh die Rettung; beachte Geräteanleitungen und örtliche Vorschriften.
Rechen- und Anwendungsbeispiel
Tag · Nah / in Sicht · Ernste und unmittelbare Gefahr
- DSC + MAYDAY: Falls vorhanden, sende den DSC-Seenotalarm und danach MAYDAY auf UKW-Kanal 16 mit Position und Notlage.
- EPIRB / PLB: Aktiviere bei ernster und unmittelbarer Gefahr die geeignete registrierte Funkbake; der Satellitenalarm ergänzt den Funkruf.
- Orangefarbener Rauch: Tagsüber bei nahen Helfern zeigt er Position und aus der Luft die Windrichtung; niemals auf Luftfahrzeuge zielen.
- Rote Fallschirm-Leuchtrakete
- ≥ 300 m · ≥ 40 s
- Rote Handfackel
- ≥ 60 s
- Orangefarbener Rauch
- ≥ 180 s
Lernhilfe: keine garantierte Sichtweite. Alarmiere früh die Rettung; beachte Geräteanleitungen und örtliche Vorschriften.
KVR-Anlage IV: alle 15 Signale
Regel 37(a) Schuss oder anderes Knallsignal in Abständen von ungefähr einer Minute.
(b) Dauerton eines beliebigen Nebelsignalgeräts.
(c) Raketen oder Leuchtkugeln mit roten Sternen, einzeln in kurzen Abständen.
(d) SOS im Morsecode mit beliebigem Signalmittel: ··· −−− ···.
(e) Das über Sprechfunk gesendete Wort MAYDAY.
(f) Signalflaggen N über C des Internationalen Signalbuchs.
(g) Eine quadratische Flagge mit einem Ball oder ähnlichen Gegenstand darüber oder darunter.
(h) Flammen auf dem Fahrzeug, etwa aus einem brennenden Fass; erkennen, keinen Brand legen.
(i) Rote Fallschirm-Leuchtrakete oder rote Handfackel.
(j) Rauchsignal mit orangefarbenem Rauch.
(k) Langsames, wiederholtes Heben und Senken der seitlich ausgestreckten Arme.
(l) DSC-Seenotalarm auf UKW-Kanal 70 oder den vorgesehenen MF/HF-Seenotfrequenzen.
(m) Seenotalarm Schiff–Land über Inmarsat oder eine andere mobile Satelliten-Schiffserdfunkstelle.
(n) Signale einer Seenotfunkbake (EPIRB).
(o) Zugelassene Funk-Seenotsignale, einschließlich Radartranspondern für Überlebensfahrzeuge.
So funktioniert es
Regel 37 verweist auf Anlage IV, wenn ein Fahrzeug in Seenot ist und Hilfe benötigt. Die Signale dürfen gemeinsam oder einzeln gezeigt werden. Ihre Verwendung zu anderen Zwecken und Signale, die damit verwechselt werden können, sind verboten. Lerne die gesamte Liste: Schall, Flaggen, Armbewegungen und Funk gehören ebenso dazu wie Pyrotechnik. Der Eintrag über Flammen dient dem Erkennen eines Signals und empfiehlt keinesfalls, an Bord einen gefährlichen Brand zu erzeugen.
Alarmiere zuerst die Rettungsstelle. Hat dein UKW-Gerät DSC, sende den Seenotalarm auf Kanal 70 und anschließend einen gesprochenen MAYDAY-Ruf auf Kanal 16. Nenne Position, Art der Notlage und benötigte Hilfe. Eine registrierte EPIRB oder geeignete persönliche PLB kann bei ernster und unmittelbarer Gefahr das satellitengestützte Rettungssystem alarmieren. Eine PLB ersetzt eine vorgeschriebene EPIRB nicht automatisch. Funk und Funkbaken lösen den Alarm aus; optische Signale helfen den Rettungskräften, dich vor Ort zu finden.
Wähle das Signal nach den Bedingungen. Orangefarbener Rauch ist ein Tagsignal; eine rote Handfackel markiert deinen Standort aus der Nähe, besonders nachts. Eine rote Fallschirm-Leuchtrakete zieht in größerer Höhe Aufmerksamkeit auf sich. Der IMO-LSA-Code fordert für seinen Raketenstandard mindestens 300 Meter Höhe bei senkrechtem Abschuss und mindestens 40 Sekunden rote Brenndauer. Für Handfackeln sind mindestens eine Minute und für schwimmfähige Rauchsignale mindestens drei Minuten vorgesehen. Das sind Mindestwerte dieses Standards, keine Zusage für jedes Freizeitprodukt oder eine feste Sichtweite bei jedem Wetter.
Ein Beispiel: Tagsüber mit Rettungskräften in Sicht alarmierst du per Funk und markierst die Position mit orangefarbenem Rauch; nachts wählst du in derselben Lage eine rote Handfackel. Lies die Anleitungen vor dem Ablegen, lagere Pyrotechnik trocken und erreichbar und halte Handfackeln auf der Leeseite, weg von Personen und Boot. Ziele niemals auf Luftfahrzeuge. Weiße Kollisionswarnraketen sind keine Seenotsignale. Prüfe das aufgedruckte Ablaufdatum: Bei US-zugelassenen Produkten sind höchstens 42 Monate ab Herstellung üblich; abgelaufene Signale erfüllen die Ausrüstungspflicht nicht. Die US-Vorgaben stehen in 33 CFR 175 Subpart C. Entsorgung und Mitführpflicht unterscheiden sich je nach Land: Im Vereinigten Königreich brauchst du einen spezialisierten Dienstleister, statt die Annahme durch die Küstenwache vorauszusetzen. Das Erkennen der Anlage IV gehört zur Vorbereitung auf RYA, PER und SBF See. Unterscheide Farben und Kollisionswarnungen sicher und lerne keine vermeintlich garantierten Reichweiten.
Häufige Fragen
Ist orangefarbener Rauch nachts geeignet?
Nein. Er ist ein optisches Tagsignal und bei Dunkelheit schwer erkennbar.
Ist eine weiße Rakete ein Seenotsignal?
Nein. Sie ist nicht das rote Seenotsignal der Anlage IV.
Wie hoch steigt die rote Fallschirmrakete?
Der LSA-Standard verlangt mindestens 300 Meter bei senkrechtem Abschuss und 40 Sekunden rote Brenndauer. Prüfe Zulassung und Anleitung.
Wann nutze ich eine Handfackel?
Wenn nahe Rettungskräfte deine Position erkennen sollen, besonders nachts; alarmiere auch die Rettungsstelle.
Ersetzt eine PLB jede vorgeschriebene EPIRB?
Nein. Die vorgeschriebene Ausrüstung hängt vom Fahrzeug und der Rechtsordnung ab.
Was bedeutet das US-Ablaufdatum?
Die aufgedruckte Lebensdauer beträgt üblicherweise höchstens 42 Monate ab Herstellung. Führe gültige zugelassene Signale nach 33 CFR 175 Subpart C mit.
Wohin mit abgelaufenen Signalen?
Zu einem örtlich zugelassenen Entsorgungsdienst. Nicht zur Entsorgung abschießen, in den Hausmüll geben oder über Bord werfen. Die britische Küstenwache nimmt private Altbestände nicht mehr an.
