Teile eines Segelboots
Ein Segelboot hat Rumpf, Steueranlage, Rigg und Segel; nach vorn gesehen liegt Backbord links und Steuerbord rechts.
Geprüft von Ramon Curto, Nautiklehrer am IECNPC · Zuletzt geprüft:
1 · Bug
Das vordere Ende des Boots.
Rechenbeispiel
Deckhöhe: 1,8 m · Wasserlinienhöhe: 1,2 m
Freibord: 1,8 m − 1,2 m = 0,6 m
Hier der senkrechte Abstand zwischen Wasserlinie und Deckskante.
So funktioniert es
Orientiere dich mit Blick zum Bug. Backbord und Steuerbord sind feste Seiten des Boots. Wenn du nach achtern schaust, liegt Backbord rechts von dir, bleibt aber Backbord. Das Heck bezeichnet den hinteren Bereich; der Heckspiegel ist nur dessen querstehende Abschlussfläche bei dieser Yacht. Nicht jedes Boot besitzt dieselbe Heckform. Mit eindeutigen Begriffen versteht die Crew deine Anweisung unabhängig von ihrer Blickrichtung.
In der Seitenansicht erkennst du Rigg und Unterwasserteile. Die Deckansicht zeigt Bootsseiten, Breite und Arbeitsbereiche. Die nummerierten Markierungen gehören zu den Begriffen darunter. Wähle einen Begriff, um seine Aufgabe zu lesen, oder nutze Lernkarten und überlege vor dem Aufdecken selbst. Die Zeichnung ist schematisch und stellt keinen Bauplan einer bestimmten Yacht dar.
Ein Fall heißt ein Segel, eine Schot stellt dessen Winkel ein. Stagen und Wanten stützen den Mast. Eine Winsch erleichtert das Holen einer belasteten Leine; auf einer Klampe belegst du sie. Verknüpfe den Namen immer mit der Funktion. Der Baum kann bei einer Halse quer über das Cockpit schwenken. Seine Lage zu kennen ist deshalb auch für die Sicherheit wichtig. Relingsdrähte ersetzen weder vorsichtige Bewegungen noch eine geeignete Sicherung.
Im Beispiel liegt die Deckskante 1,8 m und die Wasserlinie 1,2 m über demselben Bezug. Der senkrechte Unterschied beträgt 0,6 m und ist hier das lokale Freibord. Der Tiefgang reicht dagegen zur tiefsten eingetauchten Stelle, während die Breite quer zum Rumpf gemessen wird. Beladung verändert Wasserlinie und Freibord. Die Zahlen dienen dem Lernen und sind weder Daten einer echten Yacht noch eine amtliche Vermessung.
Bootskunde gehört zur praktischen RYA-Segelausbildung und zur Vorbereitung auf nautische Prüfungen wie PER und SBF See. Der französische permis côtier behandelt grundlegende Boots- und Steuerbegriffe, ist aber kein Segelnachweis. Lerne die dreißig Begriffe und suche die Teile anschließend mit einer Lehrperson am echten Boot. Eine Jolle mit Schwert besitzt nicht unbedingt den hier gezeigten festen Ballastkiel.
- 1 · Bug
- Das vordere Ende des Boots.
- 2 · Heck
- Das hintere Ende des Boots.
- 3 · Backbord
- Die linke Bootsseite, wenn du nach vorn schaust.
- 4 · Steuerbord
- Die rechte Bootsseite, wenn du nach vorn schaust.
- 5 · Rumpf
- Der schwimmende Hauptkörper des Boots.
- 6 · Kiel
- Unterwasserflosse gegen Abdrift; ein Ballastkiel erhöht auch die Stabilität.
- 7 · Ruder
- Bewegliche Unterwasserfläche zum Steuern.
- 8 · Pinne / Steuerrad
- Bedienelement des Ruders; die Pinne bewegt sich entgegen der Drehrichtung.
- 9 · Mast
- Senkrechte Spiere, die Segel und Rigg trägt.
- 10 · Großbaum
- Spiere am Unterliek des Großsegels; halte dich aus ihrem Schwenkbereich.
- 11 · Vorstag
- Abspannung des Masts zum Bug.
- 12 · Achterstag
- Abspannung des Masts nach achtern.
- 13 · Wanten
- Seitliche Abspannungen des Masts.
- 14 · Großsegel
- Hauptsegel hinter dem Mast über dem Baum.
- 15 · Fock / Genua
- Vorsegel; eine Genua überlappt den Mast.
- 16 · Fall
- Leine zum Heißen eines Segels.
- 17 · Schot
- Leine zum Einstellen des Segelwinkels.
- 18 · Winsch
- Drehbare Trommel, die das Holen belasteter Leinen erleichtert.
- 19 · Klampe
- Beschlag zum Belegen einer Leine.
- 20 · Leitöse
- Beschlag zum Führen einer Leine und Verringern von Scheuerstellen.
- 21 · Relingsstütze
- Senkrechter Pfosten, der die Relingsdrähte trägt.
- 22 · Relingsdraht
- Schützender Draht oder Leine entlang der Deckskante.
- 23 · Bugkorb
- Schutzgeländer am Bug.
- 24 · Heckkorb
- Schutzgeländer am Heck.
- 25 · Cockpit
- Vertiefter Arbeitsbereich zum Steuern und Bedienen der Segel.
- 26 · Niedergang
- Eingang und Treppe vom Deck in die Kajüte.
- 27 · Heckspiegel
- Querfläche, die das Heck dieser Yacht abschließt.
- 28 · Wasserlinie
- Schnittlinie von Rumpf und Wasser bei einer bestimmten Beladung.
- 29 · Freibord
- Hier der senkrechte Abstand zwischen Wasserlinie und Deckskante.
- 30 · Breite
- Breite des Boots quer zum Rumpf.
Fragen
Welche Seite ist Backbord?
Die linke Bootsseite, wenn du nach vorn schaust.
Was unterscheidet Fall und Schot?
Leine zum Heißen eines Segels. Leine zum Einstellen des Segelwinkels.
Wozu dient der Kiel?
Unterwasserflosse gegen Abdrift; ein Ballastkiel erhöht auch die Stabilität.
Ist die Pinne das Ruder?
Bedienelement des Ruders; die Pinne bewegt sich entgegen der Drehrichtung. Bewegliche Unterwasserfläche zum Steuern.
Wie misst du Freibord?
Im Beispiel liegt die Deckskante 1,8 m und die Wasserlinie 1,2 m über demselben Bezug. Der senkrechte Unterschied beträgt 0,6 m und ist hier das lokale Freibord. Der Tiefgang reicht dagegen zur tiefsten eingetauchten Stelle, während die Breite quer zum Rumpf gemessen wird. Beladung verändert Wasserlinie und Freibord. Die Zahlen dienen dem Lernen und sind weder Daten einer echten Yacht noch eine amtliche Vermessung.
Sind alle Yachten so aufgebaut?
In der Seitenansicht erkennst du Rigg und Unterwasserteile. Die Deckansicht zeigt Bootsseiten, Breite und Arbeitsbereiche. Die nummerierten Markierungen gehören zu den Begriffen darunter. Wähle einen Begriff, um seine Aufgabe zu lesen, oder nutze Lernkarten und überlege vor dem Aufdecken selbst. Die Zeichnung ist schematisch und stellt keinen Bauplan einer bestimmten Yacht dar. Bootskunde gehört zur praktischen RYA-Segelausbildung und zur Vorbereitung auf nautische Prüfungen wie PER und SBF See. Der französische permis côtier behandelt grundlegende Boots- und Steuerbegriffe, ist aber kein Segelnachweis. Lerne die dreißig Begriffe und suche die Teile anschließend mit einer Lehrperson am echten Boot. Eine Jolle mit Schwert besitzt nicht unbedingt den hier gezeigten festen Ballastkiel.
