Fahrtgebiete und vorgeschriebene Ausrüstung
1Die Lektion in einfachen Worten
Dein TIE nennt das Fahrtgebiet des Bootes: Binnen-, Küsten- oder Hochseefahrt. Diese Einstufung bestimmt die vorgeschriebene Ausrüstung, mit den genannten Ausnahmen.
Gebiete und Größen
Deine NPCP bestimmen binnen Gebiet 1 (geschützt) und Gebiet 2 (zeitweise stärkerem Wind und Seegang ausgesetzt). Küstenfahrt bleibt in Landsicht und innerhalb von 20 NM. Hochseefahrt überschreitet mindestens eine dieser Grenzen. Größenklassen: miúda (sehr klein) ≤6 m; pequeno porte (klein) >6 und <12 m; médio porte (mittelgroß) >12 und <24 m; grande porte (groß) ≥24 m. Ausrüstungstabellen behalten ältere Überschriften. Beachte ihre ausdrücklichen Längengrenzen, auch bei genau 12 m.
Einstufung und Signalmittel
Führe die Ausrüstung für das Gebiet auf deinem TIE (Eintragungsnachweis) mit, unter Beachtung der genannten Ausnahmen. Dein Führerschein muss dein tatsächliches Fahrtgebiet abdecken. Küstenboote über 6 m und unter 24 m führen 2 rote Fallschirmraketen, 2 rote Handfackeln und 2 orangefarbene Rauchsignale mit. Hochseeboote dieser Länge brauchen jeweils 4. Für Hochsee eingestufte Boote brauchen während einer Regatta in den Binnengebieten 1 oder 2 keine Rettungsinseln.
Rettungswesten und -ringe
Führe für alle eine passende Rettungsweste mit, auch Kindergrößen. Binnenboote unter 24 m: Klasse III oder V; große Binnenboote: III; Küste: II; Hochsee: I nach SOLAS, dem Internationalen Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See. Boote über 6 m und unter 12 m brauchen einen Rettungsring, ab 12 m zwei, auch große Yachten. Miúda-Boote brauchen keinen. Mindestens ein Ring braucht eine schwimmfähige Leine: 20 m oder die doppelte Stauhöhe über Wasser, je nachdem, was länger ist. Bei Küsten-/Hochseeeinstufung braucht jeder Ring ein selbsttätiges Licht, auch bei Binnenfahrten.
Elektronik und Rettungsinseln
Küstenboote über 6 m brauchen fest eingebauten VHF-Funk (UKW, kurze Reichweite) mit DSC (digitaler Selektivruf), einen GNSS-Satellitennavigationsempfänger und einen Radarreflektor. Hochseeboote brauchen zusätzlich einen zweiten GNSS-Empfänger, eine 406-MHz-EPIRB (Seenotfunkbake), zugelassene Rettungsinselplätze für alle und HF-Funk (Kurzwelle, große Reichweite) mit DSC oder eine anerkannte satellitengestützte Alternative für Seenotrufe. Große Küstenboote brauchen ebenfalls EPIRB und diese Fernverbindung. Große Küsten-/Hochseeboote brauchen einen 9-GHz-Radartransponder für Suche und Rettung (SART). Binnen ist UKW auf großen Booten Pflicht, sonst empfohlen.
Brandschutz unter 12 m
B-1 bezeichnet eine Löschleistungsklasse. Motorboote unter 6 m brauchen keinen Feuerlöscher. Ab 6 m bis unter 12 m brauchst du drei B-1-Geräte. Empfohlene Plätze: zwei beim Motor, einer am Steuerstand. Bei einem tragbaren Kraftstofftank bis 27 Liter genügen zwei Geräte. Empfohlen sind dann einer beim Motor und einer am Steuerstand.
Brandschutz ab 12 m bis unter 24 m
Führe vier B-1-Geräte mit. Empfohlen sind zwei bei den Maschinen, einer am Steuerstand und einer in der Pantry (Bordküche). Dazu kommt ein B-1 oder C-1 je Hauptgang auf jedem Wohndeck. Bei der empfohlenen Platzierung ist jeder Raum höchstens 20 m von einem Feuerlöscher entfernt. Boote mit Segeln als Hauptantrieb dürfen zwei B-1 durch einen B-2 ersetzen und die Löscher im Wohnbereich weglassen. Die Anzahl ist Pflicht, die Platzierung empfohlen.
2Wichtige Daten
- Küstengrenze
- In Sichtweite der Küste, bis 20 NM
- Rettungswestenklasse
- Binnen <24 m III/V, groß III; Küste II; Hochsee SOLAS I
- Pyrotechnik Küste, >6 m bis <24 m
- 2 Fallschirmraketen, 2 Handfackeln, 2 Rauchsignale
- Pyrotechnik Hochsee, >6 m bis <24 m
- 4 Fallschirmraketen, 4 Handfackeln, 4 Rauchsignale
- Elektronik Küste, >6 m
- Festes UKW mit DSC, 1 GNSS-Empfänger, Radarreflektor
- Löscher 6–unter 12 m, fester Tank
- 3 × B-1; empfohlen: 2 beim Motor, 1 am Steuerstand
3Kernpunkte
- 1
Gebiete: binnen 1 und 2 (NPCP); Küste in Sichtweite und bis 20 NM; Hochsee jenseits einer dieser Grenzen.
- 2
Ausrüstung nach TIE-Gebiet, mit den genannten Ausnahmen; Führerschein nach tatsächlichem Fahrtgebiet.
- 3
Westen: binnen <24 m III/V, groß III; Küste II; Hochsee SOLAS I. Bei Küsten-/Hochseeeinstufung brauchen Rettungsringe Lichter.
- 4
Küstenboote >6 m und <24 m: festes UKW mit DSC, GNSS, Radarreflektor; 2 Raketen, 2 Handfackeln, 2 Rauchsignale.
4Häufige Fehler
Falsch: Ein für Küstenfahrt eingestuftes Boot darf bei ruhiger Binnenfahrt die Seenotsignalmittel an Land lassen.
Richtig: Auch bei ruhiger Binnenfahrt müssen Küstenboote ihre vorgeschriebenen Seenotsignalmittel mitführen. Die Rettungsinsel-Ausnahme für Binnenregatten befreit nicht von Signalmitteln.
Falsch: Jede Rettungsweste ist überall geeignet.
Richtig: Binnenboote unter 24 m brauchen Klasse III oder V, große Binnenboote III. Küstenboote brauchen II, Hochseeboote SOLAS I.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Dein 10-m-Motorboot hat einen festen Kraftstofftank und einen Küsten-TIE. Du bleibst in Binnengewässern laut NPCP. An Bord sind Westen der Klasse V, ein Rettungsring, Hand-UKW, kein GNSS-Empfänger, zwei Handfackeln und zwei B-1-Löscher. Reicht das?
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Nein. Der Küsten-TIE bestimmt die Ausrüstung. Du brauchst Westen der Klasse II und ein Rettungsringlicht. Der Ring braucht eine schwimmfähige Leine: 20 m oder die doppelte Stauhöhe über Wasser, je nachdem, was länger ist. Ergänze 2 Fallschirmraketen, 2 Rauchsignale, festes UKW mit DSC, GNSS-Empfänger und Radarreflektor. Mit festem Tank braucht das Boot 3 B-1-Löscher; empfohlen sind 2 beim Motor und 1 am Steuerstand. Mit ARA darfst du es in diesen Binnengewässern führen.
Prüfungstipps
- Küste: in Sichtweite der Küste und ≤ 20 NM; Hochsee: jenseits der Sicht- oder Entfernungsgrenze.
- Miúda ≤6 m; pequeno porte >6 und <12 m; médio porte >12 und <24 m; grande porte ≥24 m. Ausdrückliche Tabellengrenzen beachten, auch bei genau 12 m.
- Pflichtausrüstung nach TIE-Einstufung, unter Beachtung der genannten Ausnahmen.
- Boote >6 m und <24 m: Küstensignale 2/2/2; Hochsee 4/4/4. Hochsee: zugelassene Rettungsinselplätze für alle, EPIRB, HF mit DSC oder anerkannte Satellitenalternative für Seenotrufe; Rettungsinsel-Ausnahme für Regatten beachten.
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