Der Mondtag und die Gezeitenformen
1Die Lektion in einfachen Worten
Der Mond steht alle 24 Stunden 50 Minuten wieder über demselben Ort. Hochwasser tritt daher täglich etwa 50 Minuten später ein. Gezeiten können halbtägig, eintägig oder gemischt sein.
Der Mondtag
Während sich die Erde einmal dreht, wandert der Mond auf seiner Bahn in derselben Richtung weiter. Die Erde braucht etwa 50 weitere Minuten, um ihn einzuholen. Der Mond steht deshalb alle 24 Stunden 50 Minuten wieder über demselben Ort: Das ist der Mondtag. Bei zwei Flutbergen tritt Hochwasser im Mittel alle 12 Stunden 25 Minuten ein und jeden Tag etwa 50 Minuten später.
Halbtägige Gezeiten
Bei halbtägigen Gezeiten gibt es täglich zwei Hochwasser und zwei Niedrigwasser von nahezu gleicher Höhe. Diese Form findest du an Europas Atlantikküsten, von Portugal und Galicien bis zum Ärmelkanal und zur Nordsee.
Die Deklination des Mondes
Der Mond bleibt nicht über dem Äquator. Seine Deklination, der Winkel nördlich oder südlich des Äquators, schwankt innerhalb etwa eines Monats bis zu rund 28°. Die Flutberge neigen sich mit ihm. Ein Ort kann dadurch einen hohen Bereich des einen und einen niedrigen Bereich des anderen Flutbergs durchlaufen. Die beiden Hochwasser eines Tages sind dann verschieden hoch. Das heißt tägliche Ungleichheit.
Eintägige und gemischte Gezeiten
Ist die Ungleichheit stark, entstehen gemischte Gezeiten mit zwei deutlich verschieden hohen Hochwassern pro Tag, etwa an der Pazifikküste der USA. An wenigen Orten, etwa in Teilen des Golfs von Mexiko, verschwindet eine Tide fast ganz. Dann gibt es täglich nur ein Hochwasser und ein Niedrigwasser: eintägige Gezeiten.
Theorie und Tabellen
Die Astronomie erklärt das Muster. Die Zeiten jedes Hafens hängen jedoch von Meeresbecken und Küstenform ab. Ein Mond direkt über dir zeigt die Hochwasserzeit nicht zuverlässig an. Entnimm Zeiten und Höhen immer den amtlichen Gezeitentafeln für den jeweiligen Hafen.
2Wichtige Daten
- Mondtag
- Etwa 24 h 50 min
- Halbtägige Gezeitenperiode
- Etwa 12 h 25 min zwischen zwei Hochwassern
- Tägliche Verspätung
- Hochwasser im Mittel jeden Tag etwa 50 min später
- Gezeitenformen
- Halbtägig, gemischt, eintägig
3Kernpunkte
- 1
Der Mondtag dauert etwa 24 h 50 min.
- 2
Hochwasser tritt im Mittel jeden Tag etwa 50 Minuten später ein.
- 3
Halbtägig: zwei nahezu gleiche Tiden pro Tag, etwa an Europas Atlantikküsten.
- 4
Die Deklination des Mondes macht die beiden Tiden eines Tages ungleich.
- 5
Entnimm die Zeiten den Gezeitentafeln, statt sie aus der Mondstellung abzuleiten.
4Häufige Fehler
Falsch: Hochwasser ist immer dann, wenn der Mond direkt über dir steht.
Richtig: Die örtliche Verzögerung hängt vom Meeresbecken und der Küste ab. Nutze die Gezeitentafeln des Hafens.
Falsch: Jede Küste hat zwei Hochwasser am Tag.
Richtig: Gemischte Gezeiten haben ungleiche Hochwasser. Bei eintägigen Gezeiten gibt es täglich nur ein Hochwasser.
5Praxisfall & Prüfungstipps
In der Bretagne ist heute um 09:40 Uhr Hochwasser. Morgen und übermorgen möchtest du jeweils zum morgendlichen Hochwasser auslaufen. Du hast aber keine Gezeitentafel an Bord.
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Mit der mittleren Verspätung von 50 Minuten ergibt sich für morgen etwa 10:30 Uhr und für übermorgen 11:20 Uhr. Das sind grobe Schätzungen. Die örtliche Verspätung hängt vom Hafen und Datum ab. Besorge dir die amtlichen Zeiten beim Hafenbüro oder aus einer Gezeitentafel, bevor du das Auslaufen planst.
Prüfungstipps
- Mondtag ≈ 24 h 50 min; halbtägige Hochwasser ≈ 12 h 25 min auseinander; jeden Tag etwa 50 min später.
- Halbtägig (Europas Atlantikküsten), gemischt (US-Pazifikküste), eintägig (Teile des Golfs von Mexiko).
- Die Deklination des Mondes verursacht die tägliche Ungleichheit.
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