Wenden: mit dem Bug durch den Wind
1Die Lektion in einfachen Worten
Bei einer Wende geht der Bug durch den Wind. Bereite das Manöver vor, gib die Kommandos und drehe gleichmäßig mit genug Fahrt.
Was eine Wende ist
Bei einer Wende drehst du den Bug, das vordere Ende des Bootes, durch den Wind. Bei Wind von Steuerbord kommt der Wind über die rechte Bootsseite; du segelst auf Backbordbug. Bei Wind von Backbord kommt er über die linke; du segelst auf Steuerbordbug. Der Baum, der das Großsegel seitlich ausspannt, legt nur einen kurzen Weg zurück. Du durchquerst den Bereich direkt gegen den Wind, in dem die Segel keinen Vortrieb liefern. Nimm genug Fahrt mit, um hindurchzugleiten.
Vorbereitung
Nimm hoch am Wind Fahrt auf: so nah am Wind, wie du bei noch ziehenden Segeln segeln kannst. Halte Rundumblick, auch hinter dem Vorsegel, dem Segel vor dem Mast. Prüfe, ob dein neuer Kurs frei ist. Seine Schoten sind Leinen zum Einstellen des Segels: Mit der arbeitenden Schot trimmst du es gerade; die lose Schot liegt auf der anderen Seite. Prüfe, ob die arbeitende Schot frei läuft. Lege die lose Schot auf ihre Winsch, die Seilwinde. Lege vor dem Dichtholen unter Last genügend Törns (Windungen) auf, entsprechend der Last und den Herstellerangaben.
Kommandos
Du rufst „Ready about“ (Klar zur Wende). Die Crew bereitet sich vor und antwortet „Ready“ (Ist klar). Dann rufst du „Lee-oh“ (Ree), in Nordamerika auch „Helm's a-lee“, und beginnst die Wende. Die Kommandos kündigen an, dass der Baum schwenkt. Nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) muss ein Segelfahrzeug mit Wind von Backbord normalerweise einem mit Wind von Steuerbord ausweichen. Prüfe deshalb vor einer Wende nahe anderen Booten, wer ausweichen muss.
Die Drehung
Steuere gleichmäßig zum Wind hin: luve an. Gib nicht ruckartig vollen Ruderausschlag, das bremst. Sobald das Vorsegel back steht, also von der falschen Seite angeströmt wird, löst die Crew die alte Schot und holt die neue zügig dicht. Drehe weiter, bis die Segel auf der neuen Seite wieder ziehen. Gehe dann auf einen Amwindkurs. Nimm Fahrt auf, bevor du wieder höher am Wind segelst.
Wenn die Wende misslingt
Bleibst du ohne Segelvortrieb mit dem Bug im Wind stehen, liegst du im Wind fest. Zu wenig Fahrt oder eine abrupte Drehung können das verursachen. Soll der Bug nach Steuerbord drehen, halte das Vorsegel nach Backbord back. Sobald du Fahrt achteraus aufnimmst, also rückwärtsfährst, drehe das Steuerrad nach Backbord oder lege die Pinne, den Steuerhebel, nach Steuerbord. Stelle das Ruder mittschiffs, sobald du wieder vorausfährst, und trimme die Segel. Halte in Wellen die Fahrt und wähle einen Bereich mit flacheren Wellen.
2Schritt für Schritt
Eine Slup wenden, Schritt für Schritt
- 1
Segle hoch am Wind mit voller Fahrt und halte Rundumblick, auch hinter dem Vorsegel.
Die Fahrt trägt dich durch den Bereich ohne Segelvortrieb. Der neue Kurs muss frei sein.
- 2
Rufe „Ready about“. Die Crew macht die arbeitende Schot klar und legt die lose Schot auf ihre Winsch.
Alle wissen, dass der Baum schwenkt. Die Schoten können frei laufen.
- 3
Die Crew antwortet „Ready“. Rufe am Ruder „Lee-oh“ und luve gleichmäßig an.
Eine gleichmäßige Drehung erhält die Fahrt. Ruckartiger voller Ruderausschlag bremst.
- 4
Löse die alte Schot, sobald das Vorsegel back steht, und hole die neue zügig dicht.
Rasches Lösen lässt das Vorsegel übergehen und wieder Vortrieb liefern.
- 5
Stabilisiere den neuen Amwindkurs, trimme beide Segel und nimm wieder Fahrt auf.
Der Kiel braucht vorbeiströmendes Wasser, bevor du wieder höher am Wind segeln kannst.
3Wichtige Daten
- Kommandos (UK/RYA)
- „Ready about“ – „Ready“ – „Lee-oh“ (Klar zur Wende – Ist klar – Ree)
- Kommandos (USA)
- „Ready about“ – „Ready“ – „Helm's a-lee“ (Klar zur Wende – Ist klar – Ree)
- Drehung (Fahrtenyacht)
- Etwa 90° Kursänderung, von Amwindkurs zu Amwindkurs
- Im Wind festliegen
- Bug im Wind, keine Fahrt; zum Freikommen das Vorsegel back halten
4Kernpunkte
- 1
Bei der Wende geht der Bug durch den Wind. Der Wind kommt danach von der anderen Seite.
- 2
Halte Rundumblick, rufe „Ready about“, warte auf „Ready“, dann „Lee-oh“.
- 3
Drehe gleichmäßig mit voller Fahrt. Gib nicht ruckartig vollen Ruderausschlag.
- 4
Löse die alte Vorsegelschot, sobald das Segel back steht. Hole die neue zügig dicht.
- 5
Im Wind festliegend: Halte das Vorsegel back, um den Bug vom Wind wegzudrücken.
5Häufige Fehler
Falsch: Wende sofort, wenn du „Ready about“ rufst.
Richtig: Warte auf „Ready“. Mit einer klemmenden Schot oder einer Hand in der Winsch ist ein Crewmitglied noch nicht bereit.
Falsch: Halte die alte Schot nach jeder Wende weiter fest.
Richtig: Kurzes Backhalten kann die Drehung unterstützen. Löse bei einer normalen Wende zügig, sobald das Segel back steht, damit es übergeht und wieder zieht.
6Praxisfall & Prüfungstipps
Hoch am Wind bei 2 Knoten in kurzer, steiler Welle wendest du mit schnellem, vollem Ruderausschlag. Das Boot bleibt mit dem Bug im Wind stehen. Die Segel schlagen, und es beginnt rückwärtszutreiben.
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Du liegst im Wind fest: Zu wenig Fahrt und die abrupte Drehung haben das Boot gestoppt. Soll der Bug nach Steuerbord, halte das Vorsegel nach Backbord back. Bei Fahrt achteraus (rückwärts) drehe das Steuerrad nach Backbord oder lege die Pinne nach Steuerbord. Stelle das Ruder bei erneuter Vorausfahrt mittschiffs und trimme die Segel. Nimm nächstes Mal erst Fahrt auf und drehe dann gleichmäßig.
Prüfungstipps
- Wende: Bug durch den Wind. Wind über Steuerbord bedeutet Backbordbug.
- Kommandos: „Ready about“ – „Ready“ – „Lee-oh“ („Helm's a-lee“).
- Mit Fahrt beginnen, gleichmäßig drehen, alte Schot lösen, sobald das Vorsegel back steht.
- Im Wind festliegend: Vorsegel back halten. Bei Fahrt achteraus wirkt das Ruder umgekehrt.
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