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Brandbekämpfung: Feuerlöscher, Schläuche, Atemschutzgeräte und Feuerlöschtrupp

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Notfälle≈ 4 Min. Lesezeit

Tragbare und fahrbare Feuerlöscher an Bord

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Tragbare Feuerlöscher sind für Entstehungsbrände gedacht. Wähle das passende Löschmittel, prüfe den Löscher und halte deinen Rückweg frei. Erkenne, wann du dich zurückziehen musst.

Erste Brandbekämpfung

Ein tragbarer Feuerlöscher dient zur Bekämpfung kleiner, früh erkannter Brände. Der Internationale Code für Brandsicherheitssysteme (FSS-Code) legt in Kapitel 4 Mindestfüllmengen fest: Wasser und Schaum mindestens 9 L, Pulver und CO₂ mindestens 5 kg. Gefüllt darf kein tragbarer Löscher mehr als 23 kg wiegen. Pulverlöscher mit 6 kg sind üblich. SOLAS, das Internationale Übereinkommen von 1974 zum Schutz des menschlichen Lebens auf See, regelt die Anzahl je Raum und verlangt Ersatzfüllungen. In deinem zugelassenen Lehrgang löschst du echte Brände mit echten Feuerlöschern.

Welches Löschmittel wofür?

Wasser kühlt feste Stoffe wie Bettzeug. Verwende es nie bei brennendem Öl oder unter Spannung stehenden Elektroanlagen. Schaum deckt feste Stoffe und brennbare Flüssigkeiten ab. Löschpulver eignet sich für die angegebenen Brandklassen: ABC umfasst feste Stoffe, BC nicht. Sperre bei brennendem Gas die Zufuhr ab, sofern das sicher möglich ist. Sonst ziehst du dich zurück, statt die Gasflamme bei weiterhin austretendem Gas zu löschen. Pulver kühlt kaum: Achte auf Rückzündung. CO₂ eignet sich für Elektrogeräte und kleine Ölbrände und hinterlässt keine Rückstände. In kleinen, schlecht belüfteten Räumen kann es dich ersticken.

Farben und Beschriftung

Nach EN 3-7, der Feuerlöschernorm, ist der Behälter rot. Farbflächen für das Löschmittel richten sich nach dem jeweiligen nationalen Kennzeichnungssystem. Lies immer die Beschriftung. Sie nennt Löschmittel, Brandklassen und Löschvermögen (etwa 13A oder 55B), elektrische Einsatzgrenzen und Bedienhinweise. Prüfe die Hinweise in der Arbeitssprache des Schiffes und auf Englisch.

So setzt du ihn ein

Löse Alarm aus. Lies Reichweite und elektrische Einsatzgrenzen ab. Prüfe Sicherungsstift, Plombe und gegebenenfalls Manometer; teste nach Anleitung. Nähere dich in niedriger Haltung innerhalb der Herstellerreichweite. Halte den Rückweg hinter dir frei. Ziele auf den Brandherd und schwenke den Strahl. Lass Schaum sanft über eine Fläche auflaufen, nie direkt in brennenden Brennstoff. Gehe rückwärts zurück und behalte den Brand im Blick. Typische Sprühdauer: Pulver/CO₂ 10–20 s, Wasser/Schaum etwa eine Minute. Halte CO₂-Löscher nur am Griff oder vorgesehenen isolierten Handgriff: Das Schneerohr, der trichterförmige CO₂-Auslass, vereist. Zieh dich zurück, wenn Hitze oder Rauch deinen Rückweg bedrohen.

Größere Geräte

Wo SOLAS II-2/10.5 es verlangt, stehen in Maschinenräumen mit Verbrennungsmotoren 45-L-Schaumlöscher oder zugelassene gleichwertige Geräte. Ölbeheizte Kesselräume benötigen normalerweise einen 135-L-Schaumlöscher oder gleichwertige Geräte. Die Schläuche müssen die Brandgefahrenstellen erreichen. Eine tragbare Schaumlöscheinheit besteht aus einem Schaumstrahlrohr, das über einen Schlauch an die Feuerlöschleitung angeschlossen wird, einem tragbaren Behälter mit mindestens 20 L Schaummittel und einem Ersatzbehälter. Für fahrbare Löscher und Schaumlöscheinheiten brauchst du zwei Personen.

2Wichtige Daten

Mindestfüllmengen (FSS Kap. 4)
Wasser und Schaum 9 L; Pulver und CO₂ 5 kg (Pulver meist 6 kg)
Höchstmasse
23 kg für einen tragbaren Feuerlöscher
Beschriftung (EN 3-7)
Roter Behälter; Löschmittel, Löschvermögen und elektrische Grenzen ablesen
Typische Sprühdauer
Pulver und CO₂ etwa 10–20 s; Wasser und Schaum etwa 1 min
Schaum, wo vorgeschrieben; gleichwertiger Ersatz zulässig
45 L bei Verbrennungsmotoren; 135 L in ölbeheizten Kesselräumen
Schaumlöscheinheit
Strahlrohr an Feuerlöschleitung; 20 L Schaummittel plus Ersatzbehälter

3Kernpunkte

  1. 1

    Tragbare Löscher sind für kleine Entstehungsbrände: zuerst Alarm auslösen.

  2. 2

    Wähle Wasser, Schaum, Pulver oder CO₂ nach Beschriftung; prüfe elektrische Grenzen.

  3. 3

    Lies die Beschriftung, nicht nur den Farbstreifen.

  4. 4

    Teste nach Anleitung; beachte die Herstellerreichweite, halte den Rückweg frei, ziele tief und schwenke.

  5. 5

    Pulver und CO₂ reichen nur Sekunden: Halte einen zweiten Löscher bereit.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die Farbe sagt dir alles über einen Feuerlöscher.

    Richtig: Die Behälter sind heute meist rot. Lies Löschmittel, Brandklassen und elektrische Grenzen auf der Beschriftung ab.

  • Falsch: Richte Schaum direkt in eine brennende Öllache.

    Richtig: Ein Strahl in den Brennstoff verspritzt ihn. Lass Schaum sanft über ein Schott (eine Schiffswand) oder eine Fläche auf die Lache laufen.

  • Falsch: Das Pulver hat gelöscht, damit ist alles erledigt.

    Richtig: Pulver kühlt kaum. Achte auf Rückzündung und kühle heißes Material, sofern das sicher möglich ist.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Ölige Lappen brennen neben einem unter Spannung stehenden Schleifbock, den du nicht sicher freischalten kannst. An deinem freien Ausgang stehen ein 9-L-Wasserlöscher und ein 6-kg-ABC-Pulverlöscher, dessen Beschriftung den Einsatz an unter Spannung stehenden Elektrogeräten erlaubt.

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Löse Alarm aus und melde den Brand dem Maschinenkontrollraum. Ist ein sicherer Löschversuch möglich, nutze den entsprechend beschrifteten ABC-Pulverlöscher innerhalb seiner Reichweite. Halte deinen Rückweg hinter dir frei. ABC eignet sich für die brennenden Lappen; solange der Schleifbock unter Spannung steht, zählt auch die elektrische Eignung. Verwende kein Wasser, das spannungsführende Geräte erreichen könnte. Bedrohen Hitze oder Rauch deinen Rückweg, zieh dich zurück und schließe die Tür. Melde das Ergebnis und achte aus sicherer Entfernung auf Rückzündung.

Prüfungstipps

  • FSS Kap. 4: Wasser und Schaum mindestens 9 L; Pulver und CO₂ mindestens 5 kg; tragbare Löscher höchstens 23 kg.
  • Wasser für feste Stoffe; Schaum für feste Stoffe/Flüssigkeiten; Pulver nach Beschriftung (ABC umfasst feste Stoffe). Brennende Gaszufuhr vor dem Löschen absperren. CO₂ für Elektrik/kleine Ölbrände.
  • EN 3-7: roter Behälter; Löschmittelfarben nach nationaler Kennzeichnung. Löschmittel, Löschvermögen, Reichweite und elektrische Grenzen ablesen.
  • Wo vorgeschrieben: 45 L Schaum bei Verbrennungsmotoren, 135 L in ölbeheizten Kesselräumen; zugelassene gleichwertige Geräte erlaubt. Schaumlöscheinheit: 20 L Schaummittel plus Ersatz.

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