Sektorenfeuer: Die Farbe hängt von der Richtung ab
1Die Lektion in einfachen Worten
Ein Sektorenfeuer zeigt je nach deiner Peilung zum Feuer eine andere Farbe oder einen anderen Rhythmus. Seine Grenzen sind rechtweisende Peilungen von See aus, im Uhrzeigersinn angegeben.
Was ein Sektor ist
Ein Sektorenfeuer zeigt über festgelegte Winkelbereiche des Horizonts verschiedene Farben oder Rhythmen. Die sichtbare Farbe sagt dir, in welchem Bereich du bist. Sektorenfeuer kennzeichnen sichere Ansteuerungen, Kursänderungspunkte, Fahrwasserabzweigungen und Gefahren. Ein Bereich, in dem du das Feuer nicht sehen kannst, ist abgedeckt; der gesamte sichtbare Winkelbereich heißt Sichtbarkeitssektor.
So werden Peilungen angegeben
Sektorengrenzen im Leuchtfeuerverzeichnis und in der Seekarte sind rechtweisende Peilungen, also auf geografisch Nord bezogen, von 000° bis 359°. Sie werden im Uhrzeigersinn und von See aus angegeben: Du peilst das Feuer so, wie du es vom Boot aus siehst. Ein weißer Sektor 358°–002° bedeutet also: Du siehst weiß, wenn du das Feuer zwischen 358° und 002° peilst.
Welche Farbe liegt wo?
Kennzeichnet ein Sektorenfeuer die Fahrwasserränder, folgen seine Farben laut IALA der lateralen Regel der Region. In Region A siehst du dann gewöhnlich Rot an der Backbordseite und Grün an der Steuerbordseite, mit Weiß dazwischen. Das gilt nicht für jedes Feuer, und viele Sektoren kennzeichnen Gefahren. Prüfe deshalb jedes Feuer in Seekarte und Verzeichnis.
Beispiel
Ein Feuer zeigt Grün 352°–358°, Weiß 358°–002° und Rot 002°–008°. Die Seekarte weist Weiß als deinen Ansteuerungssektor aus. Du fährst etwa nach Norden darauf zu und siehst Grün. Mit dem Handpeilkompass peilst du das Feuer rechtweisend auf 355°. Das liegt unter der weißen Grenze von 358°: Du bist also östlich des weißen Sektors, auf seiner Steuerbordseite. Ändere den Kurs nach Backbord, bis das Feuer wieder weiß zeigt.
Grenzen sind nicht scharf
An jeder Farbgrenze liegt ein schmaler Unsicherheitsbereich. Dort kann das Feuer weiß, gemischtfarbig oder dunkel wirken. Frost und Feuchtigkeit an der Laterne verbreitern ihn bei kaltem oder nassem Wetter. Farbige Sektoren können dann weiß erscheinen. Steuere nie entlang einer Sektorengrenze und prüfe deine Position durch eine Kompasspeilung des Feuers.
2Schritt für Schritt
Mit einem Sektorenfeuer einlaufen
- 1
Suche das Feuer in Seekarte und Leuchtfeuerverzeichnis. Notiere Farbe und Grenzen jedes Sektors.
Du musst wissen, welche Farbe auf welcher Seite liegt, bevor du sie siehst.
- 2
Bestimme das Feuer anhand seiner vollständigen Kennung, bevor du seine Farbe nutzt.
Ein anderes Feuer in der Nähe kann ähnliche Farben zeigen.
- 3
Folge dem Sektor für deine geplante sichere Ansteuerung innerhalb seiner Kartengrenzen.
Weiß allein garantiert kein sicheres Wasser für dein Boot.
- 4
Wechselt die Farbe unerwartet, prüfe Peilung und Seekarte, bevor du entlang der sicheren Route korrigierst.
Ein Farbwechsel kann eine geplante Kursänderung oder Gefahr anzeigen. Bestätige deinen Sektor, bevor du den Kurs änderst.
- 5
Kontrolliere mit Handpeilkompass und Echolot.
Sektorengrenzen sind unscharf, und ein Feuer kann falsch eingestellt sein.
3Wichtige Daten
- Sektorengrenzen
- Rechtweisende Peilungen, im Uhrzeigersinn, von See aus gesehen
- Weiß 358°–002°
- Du siehst Weiß, wenn du das Feuer zwischen 358° und 002° peilst
- Unsicherheitsbereich
- Schmale Zone an jeder Grenze; bei Frost oder Regen breiter
- Abgedeckter Sektor
- Winkelbereich, in dem du das Feuer nicht sehen kannst
4Kernpunkte
- 1
Sektorengrenzen sind rechtweisende Peilungen von See aus, im Uhrzeigersinn angegeben.
- 2
Die sichtbare Farbe sagt dir, in welchem Sektor du bist.
- 3
Grenzen sind unscharf: Prüfe mit einer Kompasspeilung und steuere nie auf der Grenze.
- 4
Welche Farbe wo liegt, hängt vom Feuer ab: Lies die Seekarte.
5Häufige Fehler
Falsch: Sektorenpeilungen werden vom Feuer aus seewärts angegeben.
Richtig: Es sind Peilungen zum Feuer von See aus, so wie du sie vom Boot aus nehmen würdest.
Falsch: Grün bedeutet bei einem Sektorenfeuer immer sicheres Wasser.
Richtig: Prüfe in der Seekarte, ob und welcher Sektor deine Ansteuerung kennzeichnet.
Falsch: Die Farbe wechselt genau bei der eingetragenen Peilung.
Richtig: An jeder Grenze liegt ein Unsicherheitsbereich, der bei schlechtem Wetter breiter wird.
6Praxisfall & Prüfungstipps
Ein Feuer zeigt von See aus Grün 090°–095°, Weiß 095°–099° und Rot 099°–104°. Die Seekarte weist Weiß als Ansteuerungssektor aus. Du fährst nach Osten darauf zu, siehst Grün und peilst das Feuer mit dem Handpeilkompass rechtweisend auf 093°. Wo bist du, und was tust du?
Antwort zeigen
Die Peilung 093° liegt unter der weißen Grenze von 095°. Du bist südlich des weißen Sektors, bei Fahrt nach Osten auf seiner Steuerbordseite. Ändere den Kurs nach Backbord, also nordwärts, bis das Feuer weiß zeigt und zwischen 095° und 099° peilt. Steuere dann so, dass es weiß bleibt. Bestätige deine Position mit Wassertiefe und weiteren Peilungen.
Prüfungstipps
- Sektorengrenzen: rechtweisend, im Uhrzeigersinn, von See aus.
- Die Farbe zeigt deinen Sektor; die Seekarte zeigt, ob er zu deiner Ansteuerung passt.
- Unsicherheitsbereich an jeder Grenze; mit Kompasspeilung kontrollieren.
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