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Lokale Winde: Seebrise, Fallwinde, Böen und Winde mit Eigennamen

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Seewind und Landwind

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

An sonnigen Tagen erwärmt sich das Land schneller als das Meer und zieht einen Seewind an. Nachts kühlt das Land ab und ein schwächerer Landwind weht hinaus.

So entsteht Seewind

Die Sonne erwärmt das Land viel schneller als das Meer. Über Land wird die Luft warm und steigt auf. Kühlere Meeresluft strömt nach. In der Höhe führt eine schwächere Strömung Luft zurück aufs Meer. Dieser auflandige Wind weht vom Meer zum Land. Er heißt Seewind, auf Spanisch virazón.

Sein Tagesverlauf

Er setzt meist am späten Vormittag nahe der Küste ein und breitet sich seewärts und landeinwärts aus. Am mittleren Nachmittag ist er am stärksten, gegen Sonnenuntergang schläft er ein. Typisch sind 10–15 Knoten, an heißen Küsten auch über 20 Knoten. Auf der Nordhalbkugel dreht er meist rechts, also im Uhrzeigersinn, während des Nachmittags.

Wann er ausbleibt oder zunimmt

Starke Erwärmung am Tag und ein schwacher Gradientwind, der großräumige Wind der Wetterlage, begünstigen einen ausgeprägten Seewind. Starker ablandiger Wind, vom Land zum Meer, kann ihn vor der Küste halten. Etwa 15 Knoten sind nur ein grober Richtwert. Bei schwachem ablandigem Wind kann zwischen den gegenläufigen Winden eine Flautenzone entstehen. Ein schwacher auflandiger Grundwind kann den Seewind verstärken. Prüfe, ob die Küstenvorhersage das bereits berücksichtigt.

Der Landwind

In klaren Nächten kühlt das Land schneller ab als das Meer. Luft strömt vom Land hinaus: der Landwind, auf Spanisch terral. Er ist meist schwächer, oft unter 10 Knoten, und um die Morgendämmerung am stärksten. Vor Gebirgstälern verbindet er sich mit kalter, hangabwärts gleitender Luft und kann viel stärker sein.

So nutzt du sie

Starte früh an einem ruhigen Morgen, bevor der Seewind einsetzt. Oder nutze ihn nachmittags für den Rückweg unter Segeln. Rechne nachmittags vor einem sonnigen Strand mit kabbeligem Wasser und stärkerem Wind. Prüfe beim Ankern, ob die Bucht sowohl vor dem nachmittäglichen Seewind als auch vor dem nächtlichen Landwind schützt.

2Wichtige Daten

Seewind (virazón)
Tagsüber auflandig; Beginn am späten Vormittag, Maximum am mittleren Nachmittag
Typischer Seewind
10–15 Knoten; an heißen Küsten über 20 Knoten
Ablandiger Grundwind
Starke Strömung kann verhindern, dass der Seewind die Küste erreicht
Landwind (terral)
Nachts ablandig; meist unter 10 Knoten, am stärksten in der Morgendämmerung
Nordhalbkugel
Seewind dreht im Laufe des Nachmittags meist rechts

3Kernpunkte

  1. 1

    Seewind: tagsüber vom Meer, am stärksten am mittleren Nachmittag.

  2. 2

    Landwind: nachts vom Land, meist schwächer.

  3. 3

    Starke Erwärmung am Tag und schwacher Grundwind begünstigen einen ausgeprägten Seewind.

  4. 4

    Auflandiger Grundwind kann den Seewind verstärken.

  5. 5

    Prüfe Ankerplätze auf Schutz vor dem Nachmittagswind und dem Nachtwind.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Eine Vorhersage mit Windstärke 2 bedeutet einen ruhigen Nachmittag an einer sonnigen Küste.

    Richtig: Eine großräumige Vorhersage für die offene See kann den örtlichen Seewind übersehen. Prüfe die Küstenvorhersage auf eine Zunahme am Nachmittag, statt einen festen Wert hinzuzurechnen.

  • Falsch: Landwind weht nachts vom Meer.

    Richtig: Landwind weht vom Land zum Meer. Seewind weht tagsüber vom Meer.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Ein sonniger Sommertag an der Costa Brava. Vorhergesagt ist schwacher, ablandiger Westwind mit Stärke 2. Du willst um 11:00 Uhr auslaufen und um 17:00 Uhr in den Hafen zurückkehren. Welchen Wind erwartest du? Wie könnte er deine Rückkehr beeinflussen?

Antwort zeigen

Rechne zunächst mit schwachem ablandigem Wind. Danach kann sich im Laufe des Nachmittags auflandiger Seewind aufbauen. Prüfe die Küstenvorhersage und ob deine Hafeneinfahrt diesem Wind ausgesetzt ist. Würde die erwartete kurze Welle das Einlaufen erschweren, kehre früher zurück oder wähle eine geschützte Alternative.

Prüfungstipps

  • Seewind (virazón): tagsüber vom Meer zum Land, weil sich das Land schneller erwärmt als das Meer.
  • Landwind (terral): nachts vom Land zum Meer, meist schwächer.
  • Starker ablandiger Wind kann den Seewind von der Küste fernhalten; auflandiger Wind kann ihn verstärken.

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