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Luftdruck, Luftmassen, Tiefdruckgebiete und Fronten

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Tiefdruckgebiete: Entstehung, Entwicklung und Zugbahn

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein Tiefdruckgebiet entsteht als Welle mit Warm- und Kaltfront an der Polarfront. Es vertieft sich, bildet eine Okklusion und füllt sich dann langsam auf.

Was ein Tief ist

Ein Tiefdruckgebiet, kurz Tief, ist ein Gebiet tiefen Luftdrucks mit geschlossenen Isobaren. Auf der Nordhalbkugel umströmt es der Wind gegen den Uhrzeigersinn. Tiefs der mittleren Breiten bringen den größten Teil von Wind und Regen nach Nordwesteuropa.

Entstehung an der Polarfront

Meist beginnt es als Welle an der Polarfront. Warme Luft drängt polwärts, kalte Luft äquatorwärts. An der Wellenspitze fällt der Druck. Vor der Warmluft entsteht eine Warmfront, dahinter eine Kaltfront. Dazwischen liegt der Warmsektor.

Vertiefung und Okklusion

Ein Tief vertieft sich, wenn sein Kerndruck sinkt. Wird der Druckgradient stärker, nimmt der Wind oft zu. Die Kaltfront zieht schneller als die Warmfront und holt sie ein. Die Warmluft wird vom Boden abgehoben und eine Okklusionsfront entsteht. In dieser Phase ist das Tief meist am tiefsten. Später füllt es sich auf: Der Kerndruck steigt. Oft zieht es langsamer und der Wind lässt nach. Prüfe aber den örtlichen Gradienten und die Vorhersage.

Zugbahn

Ein junges Tief zieht meist in Richtung der Isobaren in seinem Warmsektor, im Nordatlantik oft mit 20–30 Knoten nach Osten oder Nordosten. Alte, okkludierte Tiefs werden langsamer und können ortsfest bleiben. An einer nachhängenden Kaltfront können neue Randtiefs entstehen und sich rasch entwickeln.

Wo der Wind am stärksten ist

Der Wind ist dort am stärksten, wo die Isobaren am dichtesten liegen. Explosive Vertiefung bedeutet einen Kerndruckfall von mindestens etwa 24 hPa in 24 Stunden auf 60° Breite; weiter südlich liegt der Schwellenwert niedriger. Diese rasche Entwicklung kann aus einer mäßigen Vorhersage eine Sturmlage machen. Prüfe immer die neuesten Warnungen.

2Wichtige Daten

Vertiefung / Auffüllung
Kerndruck fällt / steigt
Übliche Zugrichtung
Entlang der Warmsektor-Isobaren; oft O oder NO mit 20–30 kn
Okklusion
Kaltfront holt Warmfront ein; Warmluft wird angehoben
Explosive Vertiefung
Mindestens etwa 24 hPa in 24 Stunden auf 60°; weiter südlich weniger
Stärkster Wind
Dort, wo die Isobaren am dichtesten liegen

3Kernpunkte

  1. 1

    Ein Tief beginnt meist als Welle an der Polarfront.

  2. 2

    Es hat eine Warmfront, einen Warmsektor und eine Kaltfront.

  3. 3

    Vertiefung: Kerndruck fällt; Auffüllung: Er steigt. Der Wind nimmt dabei oft zu beziehungsweise ab.

  4. 4

    Die Kaltfront holt die Warmfront ein; eine Okklusion entsteht.

  5. 5

    Ein junges Tief zieht entlang seiner Warmsektor-Isobaren.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Wenn sich ein Tief vertieft, steigt der Luftdruck.

    Richtig: Bei Vertiefung fällt der Kerndruck, bei Auffüllung steigt er. Der Wind nimmt dabei oft zu beziehungsweise ab. Örtlich hängt er aber vom Druckgradienten ab.

  • Falsch: Der stärkste Wind weht immer im Zentrum eines Tiefs.

    Richtig: Nahe dem Zentrum kann der Wind schwach sein. Am stärksten ist er dort, wo die Isobaren am dichtesten liegen.

  • Falsch: Sobald ein Tief okkludiert, ist die Gefahr vorbei.

    Richtig: Um die Okklusion herum ist ein Tief oft am tiefsten, und Randtiefs können entstehen. Prüfe weiterhin die Warnungen.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Heute um 12:00 lautet die Wetterlage: „Tief 1002, 300 Seemeilen westlich Irland, rasch vertiefend, morgen um 12:00 mit 975 über der Irischen See erwartet.“ Was sagt dir das über den nächsten Tag?

Antwort zeigen

Das Tief soll sich in 24 Stunden um 27 hPa vertiefen. Das erfüllt auf dieser Breite die Kriterien einer explosiven Vertiefung. Es zieht ostwärts zur Irischen See. Schwere Stürme sind möglich; wo sie auftreten, hängt vom Druckgradienten ab. Prüfe Windvorhersage und Warnungen und suche Schutz, bevor sich die Bedingungen verschlechtern.

Prüfungstipps

  • Tiefs entstehen als Wellen an der Polarfront mit Warmfront, Kaltfront und Warmsektor.
  • Vertiefung: Kerndruck fällt; Auffüllung: Er steigt. Wind nimmt oft zu beziehungsweise ab; prüfe örtlichen Gradienten und Vorhersage.
  • Okklusion: Kaltfront holt Warmfront ein; junge Tiefs ziehen entlang der Warmsektor-Isobaren.

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