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Weitere Standortbestimmungen: Versegelungspeilung, Verdoppelung der Seitenpeilung und Feuer in der Kimm

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Die Versegelungspeilung: ein Objekt, zwei Zeitpunkte

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Siehst du nur ein Objekt, peilst du es zweimal mit zeitlichem Abstand. Die erste Standlinie verschiebst du in Fahrtrichtung um die dazwischen über Grund zurückgelegte Strecke.

Wann du sie brauchst

Für eine Ortsbestimmung brauchst du zwei Standlinien zum selben Zeitpunkt (Lektion Ortsbestimmung). Ist nur ein kartiertes Objekt sichtbar, etwa tagsüber ein Kap oder nachts ein Feuer, kannst du es zu zwei verschiedenen Zeiten peilen. Spanische Kurse nennen das situación por demoras no simultáneas. Du verschiebst die erste Linie auf den Zeitpunkt der zweiten Peilung. Sie heißt dann versegelte Standlinie.

Die Standlinie versegeln

Peile das Objekt und notiere Uhrzeit und Logstand. Halte den Steuerkurs, bis sich die Peilung um mindestens etwa 30°, besser 60–90°, geändert hat. Peile erneut. Trage von einem beliebigen Punkt der ersten Linie Strecke und Richtung deiner Fahrt über Grund im Zeitintervall ab. Zeichne durch den Endpunkt eine Parallele zur ersten Linie. Kennzeichne sie als versegelt, meist mit doppelten Pfeilspitzen. Ihr Schnittpunkt mit der zweiten Peillinie ist dein Ort aus der Versegelungspeilung.

Den Strom berücksichtigen

Die Linie folgt deinem Boot über Grund, nicht nur durchs Wasser. Versegle sie um Kurs durchs Wasser und geloggte Strecke plus Gezeitenstrom im selben Zeitraum, wie beim geschätzten Ort (EP, Lektion Koppelnavigation). Beispiel: Kurs durchs Wasser 090° rw (rechtweisend, also auf geografisch Nord bezogen), laut Log 5,0 M in einer Stunde, Strom 180° rw mit 1,0 kn. Verschiebe die Linie 5,0 M nach Osten, dann 1,0 M nach Süden: insgesamt etwa 5,1 M in Richtung 101° rw.

Wie zuverlässig ist das?

Eine Versegelungspeilung ist nur so gut wie die ermittelte Fahrt zwischen den Peilungen. Fehler bei der Abdrift durch Wind, beim Log, beim Steuern und bei der Stromvorhersage verschieben die versegelte Linie. Halte das Zeitintervall kurz, aber lang genug für einen guten Schnittwinkel. Betrachte das Ergebnis als zuverlässiger als einen geschätzten Ort, aber weniger zuverlässig als eine Ortsbestimmung aus gleichzeitigen Standlinien. Prüfe es mit einer Tiefenlotung.

Auch andere Standlinien

Jede Standlinie lässt sich so versegeln. Einen Radarentfernungskreis verschiebst du, indem du seinen Mittelpunkt um denselben Bewegungsvektor über Grund versetzt. Auch eine Tiefenlinie lässt sich versegeln, wenn du sie durchpaust. Sonnenstandlinien aus der astronomischen Navigation, die Stunden auseinanderliegen, werden nach derselben Regel zum Schnitt gebracht.

2Wichtige Daten

Versegelung um
Kurs und Strecke über Grund im Zeitintervall
Peilungsänderung
Mindestens etwa 30°; besser 60–90°
Versegelungsbeispiel
5,0 M auf 090° rw + 1,0 M auf 180° rw ≈ 5,1 M auf 101° rw
Entfernungskreise
Mittelpunkt um denselben Bewegungsvektor über Grund verschieben
Spanischer Begriff
Situación por demoras no simultáneas

3Kernpunkte

  1. 1

    Bei einer Versegelungspeilung schneidest du eine versegelte Standlinie mit einer späteren.

  2. 2

    Verschiebe die erste Linie um die Bewegung des Bootes über Grund, einschließlich Strom.

  3. 3

    Warte vor der zweiten Peilung, bis sich die Peilung um mindestens etwa 30° geändert hat.

  4. 4

    Alle Fehler der Fahrt gehen ein: Prüfe das Ergebnis mit einer Tiefenlotung.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die erste Linie nur um die geloggte Strecke in Richtung des Steuerkurses verschieben.

    Richtig: Versegle sie um Kurs und Strecke durchs Wasser plus Gezeitenstrom: die tatsächliche Bewegung des Bootes über Grund.

  • Falsch: Schon wenige Minuten nach der ersten Peilung erneut peilen.

    Richtig: Warte auf eine ausreichende Peilungsänderung für einen guten Schnittwinkel, mindestens etwa 30°.

  • Falsch: Die versegelte Linie wieder durch das Objekt zeichnen.

    Richtig: Zeichne sie parallel zur ersten Linie durch den Endpunkt des Bewegungsvektors über Grund, nicht durch das Objekt.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Um 2100 peilst du ein Feuer in 040° rw. Dein Kurs durchs Wasser ist 090° rw bei 5,0 kn; der Strom setzt mit 1,0 kn nach 180° rw. Um 2200 peilst du dasselbe Feuer in 320° rw. Wie trägst du deinen Ort für 2200 ein?

Antwort zeigen

Zeichne die 2100-Standlinie in 040° rw durch das Feuer. Trage von einem beliebigen Punkt darauf 5,0 M nach 090° rw, dann 1,0 M nach 180° rw ab. Zeichne durch den Endpunkt eine Parallele zu 040° rw und kennzeichne sie als versegelt. Zeichne die 2200-Peillinie in 320° rw durch das Feuer. Ihr Schnittpunkt mit der versegelten Linie ist dein Ort für 2200; prüfe ihn anhand der Tiefe.

Prüfungstipps

  • Versegelungspeilung: erste Standlinie um den Bewegungsvektor über Grund verschieben und mit einer späteren schneiden.
  • Bewegungsvektor über Grund = Kurs durchs Wasser und Logstrecke + Gezeitenstrom im Zeitintervall.
  • Peilungsänderung mindestens etwa 30°; Ergebnis mit einer Tiefenlotung prüfen.
  • Spanische Prüfungen: situación por demoras no simultáneas.

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