Wachsysteme: die Nacht aufteilen
1Die Lektion in einfachen Worten
Ein Wachsystem regelt, wer wann an Deck ist oder ruht. Wähle eines passend zur Crew, halte es von Beginn an ein und plane auch Ruhe für den Skipper.
Warum ein System?
Bei einem Törn über mehr als einen Tag braucht jeder regelmäßig Schlaf. Zugleich muss immer jemand Ausguck halten (KVR Regel 5). Ein Wachsystem legt feste Wach- und Freizeiten fest. Beginne damit gleich beim Ablegen, bevor jemand müde wird. Hänge den Plan für alle sichtbar aus.
Zwei Wachen
Bei 4 Stunden Wache, 4 Stunden frei wechseln sich zwei Wachen ab. Mit vier Personen können jeweils zwei eine Wache bilden. Von vier freien Stunden bleiben nach Übergabe, Essen und Vorbereitung weniger als vier Stunden Schlaf. 3 Stunden Wache, 3 Stunden frei verkürzt die Dienstzeiten. Das kann bei Kälte oder schwerem Wetter helfen, verkürzt aber auch jede Ruhephase.
Einzelwachen
Bei drei Personen stellt 3 Stunden Wache, 6 Stunden frei jeweils eine Person an Deck und gibt jeder sechs Stunden frei. Einzelwachen sind nur geeignet, wenn Können, Bedingungen und Arbeitslast einen gehörigen Ausguck erlauben. Rufe früh Unterstützung. Die anderen müssen bereit sein, aufzuwachen und zu helfen. Systeme nach schwedischem Muster haben längere Tag- und kürzere Nachtwachen; es gibt verschiedene Varianten. Bei zwei wechselnden Teams verschiebt eine ungerade Zahl täglicher Wachperioden deren Uhrzeiten. Prüfe bei drei Wachgängern den gesamten Plan: Eine ungerade Zahl allein garantiert keine Rotation.
Der Skipper
Der Skipper wird besonders gebraucht, wenn Müdigkeit besonders gefährlich ist: beim Ansteuern der Küste, bei schlechtem Wetter oder im Notfall. Viele Skipper bleiben außerhalb des Wachsystems oder übernehmen nur wenige Wachen und schlafen bei Gelegenheit. Plane auch bei kleiner Crew Schlaf für den Skipper ein.
Wachübergabe
Bei jedem Wechsel nennt die abgelöste Wache der nächsten Kurs und Fahrt, Besegelung, Position in der Karte, sichtbare Schiffe und Lichter, Wetterentwicklung und Auffälligkeiten. Die neue Wache muss vor der Übernahme wach und aufmerksam sein, angepasste Augen haben und einen Sicherheitsgurt tragen. Halte die Übergabe im Logbuch fest.
2Wichtige Daten
- 4 Stunden Wache, 4 frei
- Zwei wechselnde Wachen; Schlafzeit ist kürzer als wachfreie Zeit
- 3 Stunden Wache, 6 frei
- Drei Einzelwachgänger; jeweils sechs Stunden frei
- Schwedisches Muster
- Längere Tagwachen, kürzere Nachtwachen; kein einheitlicher Standard
- Ausguck
- KVR Regel 5: jederzeit gehörigen Ausguck halten
- Spanische Begriffe
- Guardia, cuarto, relevo de guardia, cuaderno de bitácora
3Kernpunkte
- 1
Beginne das Wachsystem beim Ablegen, bevor jemand müde ist.
- 2
4 Stunden Wache, 4 frei für zwei Wachen; 3 Stunden Wache, 6 frei nur bei sicher möglicher Einzelwache.
- 3
Bei zwei wechselnden Teams verschieben ungerade tägliche Wachperioden die Uhrzeiten; schwedische Varianten unterscheiden sich.
- 4
Halte den Skipper für Küstenansteuerung und Notfälle ausgeruht; übergib die Wache sorgfältig.
4Häufige Fehler
Falsch: Erst bei Dunkelheit mit den Wachen beginnen, wenn alle müde werden.
Richtig: Beginne beim Ablegen, damit die Crew vor der ersten Nacht ruhen kann.
Falsch: Der Skipper übernimmt volle Wachen und zusätzlich jede schwierige Aufgabe.
Richtig: Ein erschöpfter Skipper ist ein Risiko. Sorge für ungestörte Ruhezeiten.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Ihr segelt zu dritt 220 NM, etwa 40 Stunden. Die anderen beiden wollen in der ersten Nacht gemeinsam an Deck bleiben, „zur Sicherheit“, und erst am zweiten Tag ruhen. Die Küstenansteuerung ist für 0500 in der zweiten Nacht geplant. Was schlägst du vor?
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Bleiben alle die ganze Nacht an Deck, sind alle bei der Küstenansteuerung müde. Nutze 3 Stunden Wache, 6 frei nur, wenn jeder sicher allein Wache gehen kann. Plane sonst überlappende Unterstützung und passe den Wachplan an. Beginne beim Ablegen. Die anderen müssen zum Aufwachen und Helfen bereit sein. Sichere deine Ruhe als Skipper vor 0500. Vereinbart, wann sie dich rufen, und überprüft den Plan nach der ersten Nacht.
Prüfungstipps
- Wachsystem ab dem Ablegen; jederzeit gehöriger Ausguck (Regel 5).
- 4 Stunden Wache, 4 frei; 3 Wache, 3 frei; 3 Wache, 6 frei; ungleichmäßige Systeme nach schwedischem Muster.
- Skipper für Küstenansteuerung und Notfälle ausruhen lassen.
- Strukturierte Wachübergabe im Logbuch festhalten.
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