Meine Module›M4 Navigation›11. Standortbestimmung: Kreuzpeilung, Deckpeilung sowie Peilung und Abstand
Einheiten ansehen

Standortbestimmung: Kreuzpeilung, Deckpeilung sowie Peilung und Abstand

5 Lektionen
Keine Notizen
Navigation≈ 3 Min. Lesezeit

Peilung mit Abstand oder Tiefenlinie

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein Objekt reicht zur Ortsbestimmung, wenn du seine Peilung und deinen Abstand kennst. Auch eine eindeutige Tiefenlinie kann die zweite Standlinie liefern.

Ein Objekt, zwei Linien

Eine Peilung ergibt eine Gerade durch ein Objekt. Ein Abstand, also deine Entfernung davon, ergibt einen Kreis darum. Beide schneiden sich rechtwinklig. Wähle vom Objekt aus den Schnittpunkt in der Gegenrichtung zur gemessenen Peilung: Peilst du es mit 030°T, liegt dein Boot von dort aus auf 210°T. Spanische Kurse nennen diese Ortsbestimmung demora y distancia.

Abstände mit Radar

Radar misst Abstände meist genauer als Peilungen, weil sein Strahl Echos seitlich verbreitert. Kombiniere eine Kompasspeilung und einen Radarabstand zum selben sicher erkannten Punkt. Mehrere Radarabstände können einen sehr guten Standort liefern, wenn sich ihre Kreise unter günstigen Winkeln schneiden. Miss zu einem steilen, eindeutig kartierten Merkmal wie einer Klippe oder einem Molenkopf. Meide flache Strände, deren Wasserkante sich mit den Gezeiten verschiebt.

Andere Abstände

Ein Kartenplotter zeigt Abstand und Peilung zu einem Wegpunkt auf einem kartierten Objekt. Das geht schnell, beruht aber auf demselben Empfänger des globalen Satellitennavigationssystems (GNSS). Damit kannst du dessen Position nicht unabhängig kontrollieren.

Peilung und Tiefenlinie

Bei deutlich abfallendem Meeresboden kann eine Tiefenlinie die zweite Standlinie sein. Zeigt dein Echolot die Tiefe unter dem Geber, seinem Unterwassersensor, addierst du dessen Tiefe unter der Wasserlinie. Dann ziehst du die Höhe der Gezeit ab, also den Wasserstand über Kartennull. Das ergibt die Kartentiefe. Wo die Peillinie diese Tiefenlinie schneidet, liegt dein Standort. Wie du die Höhe der Gezeit bestimmst, erklärt die Einheit Gezeiten.

Wann Tiefenlinien versagen

Ein flacher oder unregelmäßiger Meeresboden liefert keine brauchbare Tiefenlinie. Eine Peillinie kann dieselbe Tiefenlinie auch mehrfach schneiden. Nutze Tiefenlinien nur bei steilem, eindeutigem Bodenverlauf und kontrolliere das Ergebnis mit der nächsten Lotung.

2Wichtige Daten

Peilung und Abstand
Standlinien zum selben Objekt schneiden sich unter 90°
Radar
Abstände genau; Peilungen weniger präzise
Kartentiefe
Anzeige unter Geber + Gebertiefe − Höhe der Gezeit
Spanische Begriffe
Demora y distancia; situación por veriles

3Kernpunkte

  1. 1

    Peilung und Abstand zum selben Objekt schneiden sich rechtwinklig und liefern einen guten Standort.

  2. 2

    Radarabstände sind genau, Radarpeilungen weniger präzise.

  3. 3

    Reduziere eine Lotung auf Kartentiefe, bevor du sie mit einer Tiefenlinie abgleichst.

  4. 4

    Nutze Tiefenlinien nur bei deutlich abfallendem Meeresboden.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Radarpeilungen sind so gut wie Radarabstände.

    Richtig: Der Radarstrahl verbreitert ein Echo seitlich. Vertraue Abständen mehr als Peilungen.

  • Falsch: Vergleiche die Echolotanzeige direkt mit der Kartentiefe.

    Richtig: Berücksichtige zuerst die Gebertiefe und ziehe die Höhe der Gezeit ab.

  • Falsch: Ein GNSS-Abstand zu einem Wegpunkt kontrolliert das GNSS.

    Richtig: Er stammt aus demselben Empfänger. Kontrolliere mit einer unabhängigen Standlinie: einer Kompasspeilung, einem Radarabstand oder der Tiefe.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Du peilst eine Mole mit bereits berichtigten 030°T bei 2,4 M Radarabstand. Das Echolot zeigt 15,2 m unter dem Geber, der 0,4 m tief liegt. Die Höhe der Gezeit beträgt 2,6 m. Die Karte zeigt an deinem eingetragenen Standort 6 m. Akzeptierst du ihn?

Antwort zeigen

Nein. Die reduzierte Lotung beträgt 15,2 + 0,4 − 2,6 = 13,0 m. Das widerspricht den 6 m in der Karte. Prüfe, ob du die richtige Mole erkannt hast, sowie Messungen, Eintragung und Bezug der Echolotanzeige. Erst danach darfst du den Standort akzeptieren oder dich einer Gefahr nähern.

Prüfungstipps

  • Peilung und Abstand zum selben Objekt: Schnittwinkel 90°.
  • Ein Radarabstand ist genauer als eine Radarpeilung.
  • Kartentiefe = Anzeige unter Geber + Gebertiefe − Höhe der Gezeit.
  • Tiefenlinien eignen sich nur bei steilem, eindeutigem Bodenverlauf.

Diese Einheit abschließen

Wenn du sie gelesen hast, ordne die Begriffe zu und beantworte dann drei Fragen. Ist alles richtig, schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.

Meine Notizen zu dieser Einheit

Keine Notizen