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Meeresströmungen (die wichtigsten Strömungen des Atlantiks), Wellen und Dünung

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Ozean und Gezeiten≈ 3 Min. Lesezeit

Monsterwellen, Wind gegen Strom und brechende See

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Eine Monsterwelle ist höher als das Doppelte der signifikanten Wellenhöhe Hs. Gegen starken Strom oder im flachen Wasser können Wellen gefährlich steil werden.

Monsterwellen

Eine Monsterwelle, auch Extremwelle genannt, ist höher als das Doppelte der signifikanten Wellenhöhe. Am 1. Januar 1995 erfasste ein Laser auf der Draupner-Plattform in der Nordsee eine 25,6 m hohe Welle bei einer Hs von etwa 12 m. Monsterwellen sind selten und kurzlebig. Sie können aus einer anderen Richtung als die umgebenden Wellen eintreffen.

Wie sie entstehen

Wellen unterschiedlicher Geschwindigkeit und Richtung können ihre Kämme kurzzeitig überlagern: Die Höhen addieren sich für einen Moment. Wellen können auch gebündelt werden, wenn sie gegen einen Strom laufen, der sie verkürzt und aufsteilt. Der Agulhasstrom fließt entlang der Ostküste Südafrikas überwiegend nach Südwesten. Starke Südwestwinde treiben Wellen dagegen und können steile, brechende See erzeugen. Am Golfstrom besteht bei entgegenwehendem Nordwind eine ähnliche Gefahr.

Wind gegen Strom

Laufen Wind und Wellen gegen einen Strom, werden die Wellen langsamer, kürzer und steiler. Mehr Wellen brechen. Starke Nordwinde gegen den nordwärts fließenden Floridastrom und Golfstrom können gefährliche, brechende See erzeugen. Meide diese Kombination. Beurteile Windstärke, Strom und vorhandene Wellen gemeinsam.

Flaches Wasser

Bei einer Wassertiefe unter etwa der halben Wellenlänge spüren Wellen den Meeresboden. Sie werden langsamer und kürzer. Weiter zum Ufer kann Wellenaufsteilung sie höher und steiler machen. Eine Höhe von etwa dem 0,8-Fachen der Wassertiefe ist ein grober Richtwert für das Brechen. Wellen können aber schon bei kleineren Verhältnissen brechen. Das ist keine Grenze für eine sichere Einfahrt. Eine Barre ist ein flacher Rücken nahe einer Einfahrt; eine Untiefe eine flache Stelle. Lange Dünung kann dort selbst bei Windstille brechen. Meide bei hoher Dünung ungeschützte Barren und Einfahrten.

Gefährliche See einplanen

Lies neben der Wind- auch die Wellenvorhersage: Hs, Dünungsperiode und Richtung. Suche nach Strömungen und Untiefen auf deiner Route. Beurteile verbleibende Dünung auch dann, wenn der Wind mit dem Strom weht. Halte dich bei hoher Dünung von flachen Bänken fern. Wähle eine spätere Abfahrt oder eine andere Route, wenn auf deiner Überfahrt gefährliche See vorhergesagt ist.

2Wichtige Daten

Monsterwelle
Höhe über 2 × Hs
Draupner-Welle, 1. Januar 1995
25,6 m hoch bei einer Hs von etwa 12 m
Wind gegen Strom
Kürzere, steilere, brechende Wellen
Wellen spüren den Grund
Wassertiefe unter etwa der halben Wellenlänge
Brechen im flachen Wasser
Grober Richtwert: Höhe ≈ 0,8 × Tiefe; Brechen auch darunter möglich

3Kernpunkte

  1. 1

    Eine Monsterwelle ist höher als das Doppelte der signifikanten Wellenhöhe.

  2. 2

    Die Draupner-Welle von 1995 maß 25,6 m bei einer Hs von etwa 12 m.

  3. 3

    Wind gegen starken Strom, etwa Nordwind über dem Golfstrom, kann kurze, steile, brechende See erzeugen.

  4. 4

    Prüfe vor der Abfahrt Wind, Wellen, Strömungen und Untiefen. Verschiebe die Fahrt oder ändere die Route, wenn gefährliche See vorhergesagt ist.

  5. 5

    Über Barren und Untiefen kann sich Dünung aufsteilen. Höhe ≈ 0,8 × Tiefe ist ein grober Richtwert für das Brechen. Wellen können schon darunter brechen.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Monsterwellen sind ein Mythos.

    Richtig: Sie sind durch Messungen belegt: Die Draupner-Welle erreichte 25,6 m bei einer Hs von etwa 12 m.

  • Falsch: Mitlaufender Strom macht eine Überfahrt immer leichter.

    Richtig: Wind oder Dünung gegen starken Strom können gefährliche See erzeugen. Prüfe Wind-, Dünungs- und Stromvorhersagen gemeinsam, bevor du ein Zeitfenster für die Querung wählst.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Du planst, den Golfstrom von Florida zu den Bahamas mit einer 12-m-Yacht zu queren. Laut Vorhersage zieht heute Nacht eine Kaltfront durch. Dahinter weht zwei Tage lang Nordostwind mit 20–25 Knoten, danach leichter Südostwind.

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Verschiebe die Querung. Nordostwind mit 20–25 Knoten gegen den nordwärts fließenden Strom kann kurze, steile, brechende See erzeugen. Wenn der Wind nachlässt und dreht, beurteile die aktuelle Wellenvorhersage, verbleibende Dünung und beobachtete Verhältnisse erneut. Eine feste Wartezeit garantiert nicht, dass sich die See beruhigt hat. Prüfe eine aktuelle Strömungsanalyse, bevor du dein Zeitfenster für die Querung wählst.

Prüfungstipps

  • Monsterwelle: Höhe über 2 × Hs; Draupner, 1. Januar 1995, 25,6 m bei Hs von etwa 12 m.
  • Starker Wind gegen Strom (Golfstrom bei Nordwind, Agulhasstrom) kann steile, brechende See erzeugen. Beurteile Wind, Dünung und Strom gemeinsam.
  • Wellen spüren den Grund bei Wassertiefen unter etwa der halben Wellenlänge. Weiter zum Ufer kann Aufsteilung die Höhe vergrößern. Höhe ≈ 0,8 × Tiefe ist ein grober Richtwert für das Brechen, keine Grenze für eine sichere Einfahrt.

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