Meine Module›M14 Segeln›4. Reffen und Riggkontrolle
Einheiten ansehen

Reffen und Riggkontrolle

5 Lektionen
Keine Notizen
Segeln≈ 3 Min. Lesezeit

Stehendes und laufendes Gut kontrollieren

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Das stehende Gut hält den Mast; das laufende Gut bedient die Segel. Prüfe beides regelmäßig auf Verschleiß, Risse, fehlende Bolzen und Scheuerstellen.

Stehendes Gut

Das stehende Gut hält den Mast und bleibt fest. Wanten stützen ihn seitlich; Vorstag und Achterstag halten ihn nach vorn und achtern. Sie enden in Terminals, oft auf den Draht aufgepressten Endbeschlägen. Diese sind mit Wantenspannern und dann mit Püttingen verbunden, belastbaren, am Rumpf verschraubten Beschlägen. Versagt ein einziges Teil, kann der Mast fallen.

Worauf du achtest

Suche nach gebrochenen Einzeldrähten, sogenannten Fleischhaken, weil sie die Haut aufreißen. Achte auch auf Rostspuren oder Risse an gepressten Terminals, verbogene oder verschlissene Bolzen sowie Bewegung oder Undichtigkeiten an Püttingen. Sichere jeden Gabelbolzen, der die Beschläge verbindet, mit der passenden Sicherung. Spreize Splintschenkel nach Herstellervorgabe. Drehe Sicherungsringe vollständig ein und prüfe ihren Sitz; biege sie nicht auf. Überklebe scharfe Enden gegen Hängenbleiben. Wantenspanner müssen gegen Losdrehen gesichert sein.

Laufendes Gut

Das laufende Gut sind die Leinen, die du bedienst: Fallen setzen Segel, Schoten trimmen sie, und Trimmleinen verändern das Profil. Prüfe auf Scheuerstellen, Verschleiß durch Reibung, an Blockscheiben (Umlenkrollen), Stoppern (Leinenklemmen), Leitösen (Leinenführungen) und Salingen. Prüfe, ob Schraubschäkel fest und gesichert sind: Verbinde das Bolzenauge mit geeignetem Draht oder einem intakten Kabelbinder mit dem Schäkelkörper, damit sich der Bolzen nicht losdreht.

Wann und wie oft?

Prüfe das Rigg vor jedem Törn und nach schwerem Wetter. Gehe übers Deck und schaue nach oben. Veranlasse regelmäßige Kontrollen durch einen Fachbetrieb für Riggarbeiten. Beachte für Prüfung und Austausch dessen Rat, die Herstellervorgaben und die Anforderungen deiner Versicherung.

2Schritt für Schritt

Riggkontrolle von Deck vor einem Törn

  1. 1

    Prüfe jedes Pütting und jeden Wantenspanner: Bolzen, Splinte oder Ringe, Sicherungen, keine Risse.

    Sie tragen alle Rigglasten. Ein fehlender Bolzen kann den Mast zum Fallen bringen.

  2. 2

    Prüfe jeden Draht vom Deck nach oben auf gebrochene Einzeldrähte, Knicke und Rost an den Terminals.

    Gebrochene Einzeldrähte und Rost an Terminals warnen vor einem Versagen.

  3. 3

    Prüfe Lümmelbeschlag, Baumniederholer und Beschläge an der Baumnock.

    Sie nehmen beim Halsen und im Seegang Stoßlasten auf.

  4. 4

    Prüfe Fallen, Schoten und Reffleinen an Blockscheiben, Stoppern und Leitösen auf Scheuerstellen.

    Scheuern kann eine Leine bis zum Bruch schwächen.

  5. 5

    Prüfe, ob Schäkel fest und gesichert sind, jede Blockscheibe frei dreht und die Rollanlage frei läuft.

    Lose Schäkel und blockierte Blöcke versagen im ungünstigsten Moment.

  6. 6

    Prüfe mit dem Fernglas Salinge, Mastbeschläge und Masttopp.

    Viele Probleme erkennst du von Deck aus, ohne hochzusteigen.

3Wichtige Daten

Stehendes Gut
Wanten, Vorstag, Achterstag: halten den Mast
Laufendes Gut
Fallen, Schoten, Trimmleinen: bedienen die Segel
Bolzensicherungen
Splinte nach Vorgabe spreizen; Ringe ganz eindrehen; scharfe Enden abkleben
Schäkel
Fest und mit Draht oder Kabelbinder gesichert
Kontrolle
Vor jedem Törn und nach schwerem Wetter

4Kernpunkte

  1. 1

    Das stehende Gut hält den Mast; das laufende Gut bedient die Segel.

  2. 2

    Suche nach gebrochenen Einzeldrähten, rissigen oder rostigen Terminals und fehlenden Splinten.

  3. 3

    Spreize Splinte nach Vorgabe. Drehe Sicherungsringe ganz ein, ohne sie aufzubiegen. Klebe scharfe Enden ab; sichere Wantenspanner.

  4. 4

    Prüfe Leinen an Blockscheiben, Stoppern und Leitösen auf Scheuerstellen; sichere Schäkelbolzen.

  5. 5

    Prüfe vor jedem Törn und nach schwerem Wetter. Beachte die vom Fachbetrieb empfohlenen Austauschintervalle.

5Häufige Fehler

  • Falsch: Klebeband allein hält einen Gabelbolzen an seinem Platz.

    Richtig: Nutze die vorgeschriebene Sicherung. Spreize Splintschenkel nach Vorgabe oder drehe einen Sicherungsring ganz ein und prüfe seinen Sitz. Klebeband deckt nur scharfe Enden ab; es ersetzt die Sicherung nicht.

  • Falsch: Wenn der Draht glänzt, ist das Rigg in Ordnung.

    Richtig: Edelstahldraht kann im Terminal ohne sichtbare Warnung reißen. Suche nach sichtbaren Rissen und Rostspuren. Beachte die fachlichen Empfehlungen für Prüfung und Austausch.

6Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Vor einem Wochenendtörn findest du Rostspuren und einen feinen Riss am unteren gepressten Terminal eines Unterwants. Alles andere sieht gut aus.

Antwort zeigen

Laufe nicht aus. Ein gerissenes Pressterminal kann ohne Warnung versagen und den Mast zum Fallen bringen. Lass vor dem Törn das Terminal oder das ganze Want durch einen Fachbetrieb ersetzen. Lass auch die gleich alten Terminals prüfen: Sie könnten bald ebenfalls versagen.

Prüfungstipps

  • Stehendes Gut: Wanten und Stage; laufendes Gut: Fallen, Schoten, Trimmleinen.
  • Achte auf gebrochene Einzeldrähte, gerissene Pressterminals, fehlende Splinte und ungesicherte Wantenspanner.
  • Scheuerstellen an Blockscheiben, Stoppern und Leitösen; Schäkelbolzen sichern.
  • Bei gerissenem Terminal bis zur Reparatur nicht auslaufen.

Diese Einheit abschließen

Wenn du sie gelesen hast, beantworte drei Fragen. Mit drei richtigen Antworten schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.

Meine Notizen zu dieser Einheit

Keine Notizen