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Schiffbau: Schiffsverband, Wasserdichtigkeit und Docken

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Schiff und Maschine≈ 3 Min. Lesezeit

Korrosion, Beschichtungen und kathodischer Korrosionsschutz

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Metallverlust kann Beplattung und Versteifungen schwächen. Beschichtungen und kathodischer Schutz bremsen Korrosion. Bei Kontrollen findest du Schäden, die bewertet werden müssen.

Warum Stahl korrodiert

Stahl in Seewasser wirkt wie eine Batterie. Manche Bereiche werden zu Anoden und verlieren Metall. Andere wirken als Kathoden und sind geschützt. Wärme, Sauerstoff, Salz sowie wiederholtes Nasswerden und Trocknen beschleunigen das. Am stärksten leiden Ballasttanks, Decksunterseiten unter sonnengewärmten Decks und Laderäume mit nasser oder saurer Ladung wie manchen Kohlen und Schwefel.

Korrosionsformen

Flächenkorrosion dünnt Bleche unter losem Rost gleichmäßig aus. Lochfraß erzeugt tiefe örtliche Löcher, oft auf Tank- und Laderaumböden. Er kann scheinbar intakte Bleche durchlöchern. Rinnenkorrosion verläuft an Schweißnähten und Versteifungskanten. Kontaktkorrosion greift das unedlere Metall an, wenn sich zwei Metalle im Seewasser berühren, etwa Stahl nahe einem Bronzepropeller. Erosionskorrosion entsteht, wenn strömendes Wasser Schutzschichten abträgt und Korrosion beschleunigt. Mikrobiell beeinflusste Korrosion entsteht unter Beteiligung von Mikroorganismen und kann in Tanks mit stehendem Wasser auftreten.

Beschichtungen

Farbe ist der erste Schutz. Nach der PSPC (IMO-Leistungsnorm für Schutzanstriche) erhalten ausschließlich für Seewasserballast bestimmte Tanks neuer Schiffe ab 500 BRZ ein Beschichtungssystem mit einer angestrebten Nutzungsdauer von 15 Jahren. Besichtiger bewerten Beschichtungen als GOOD (gut: geringer punktueller Rost), FAIR (mäßig: örtliche Schäden, Kanten und Schweißnähte) oder POOR (schlecht: allgemeine Schäden auf mindestens 20 % der Fläche oder harte Rostschuppen auf mindestens 10 %). Auf ESP-Massengutfrachtern und -Tankern führt eine Ballasttankbewertung unter GOOD zur jährlichen Untersuchung dieses Tanks.

Kathodischer Schutz

Kathodischer Korrosionsschutz macht den Stahl zur Kathode. Opferanoden aus Zink oder Aluminium sind am Rumpf und in Ballasttanks angeschweißt oder angeschraubt. Sie korrodieren anstelle des Stahls. Ersetze sie, wenn sie die Abnutzungsgrenze im Wartungsplan erreichen. Beim kathodischen Fremdstromschutz (ICCP) fließt ein kleiner Gleichstrom von Anoden am Rumpf. Prüfe die Messwerte und melde Alarme. Überstreiche niemals eine Anode.

Dickenverlust messen

Eine von der Klasse anerkannte Ultraschall-Dickenmessung erfasst die verbleibende Stahldicke. Vergleiche sie mit den geltenden Erneuerungsgrenzen. Nach herkömmlicher Definition überschreitet erhebliche Korrosion 75 % des zulässigen Dickenverlusts, bleibt aber innerhalb der Annahmegrenzen. Das sind nicht automatisch 75 % eines konstruktiven Korrosionszuschlags. Für Schiffe nach den Gemeinsamen Bauvorschriften (Common Structural Rules) gelten deren eigene Dickenkriterien. Frage die Klasse nach den geltenden Kriterien. Melde Fotos, Bauteilnamen und Spantpositionen.

2Wichtige Daten

PSPC-Ziel für Ballasttankbeschichtungen
15 Jahre Nutzungsdauer (neue Schiffe ab 500 BRZ)
Beschichtung POOR (schlecht)
Schäden auf ≥ 20 % der Fläche oder harte Rostschuppen auf ≥ 10 %
Erhebliche Korrosion
Herkömmlich: >75 % des zulässigen Dickenverlusts, innerhalb der Grenzwerte
Metalle für Opferanoden
Zink- oder Aluminiumlegierung

3Kernpunkte

  1. 1

    Ballasttanks, heiße Decksunterseiten und Laderäume mit saurer Ladung korrodieren am schnellsten.

  2. 2

    Lochfraß kann scheinbar intakte Bleche durchlöchern. Kontrolliere Tank- und Laderaumböden.

  3. 3

    Beschichtungsbewertung GOOD, FAIR oder POOR; unter GOOD in einem ESP-Ballasttank bedeutet jährliche Untersuchung.

  4. 4

    Anoden und ICCP schützen den Stahl. Überstreiche niemals eine Anode.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Ein Blech mit nur leichten Rostschuppen ist in gutem Zustand.

    Richtig: Rostschuppen können tiefe Fraßlöcher verbergen. Dokumentiere verdächtige Stellen und fordere Ultraschall-Dickenmessungen an.

  • Falsch: Ein Anstrich auf den Rumpfanoden schützt sie länger.

    Richtig: Eine überstrichene Anode kann ihren vorgesehenen Schutzstrom nicht liefern. Melde überstrichene oder stark verbrauchte Anoden zur Behebung des Mangels.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Du kontrollierst einen oberen seitlichen Ballasttank auf einem 14 Jahre alten Massengutfrachter. Die Beschichtung ist auf etwa einem Viertel der inneren Tankfläche geschädigt. Stellenweise findest du harte Rostschuppen, zwei Anoden sind fast verbraucht. Was meldest du?

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Bewerte die Beschichtung als POOR: Die Schäden betreffen über 20 % der bewerteten Tankfläche. Nenne Tank, Spantpositionen, betroffene Bauteile, Umfang in Prozent und füge Fotos bei. Melde harte Rostschuppen und fast verbrauchte Anoden. Empfiehl Dickenmessungen an betroffenen Bauteilen und den Anodenaustausch. Sende die Befunde an die Reederei, damit die Klasse Beschichtungsreparaturen und weitere Dickenmessungen bewertet. Wird der Zustand nicht auf GOOD gebracht, wird dieser Tank bei jeder jährlichen Besichtigung untersucht.

Prüfungstipps

  • Korrosionsformen: Flächenkorrosion, Lochfraß, Rinnen-, Kontakt-, Erosions- und mikrobiell beeinflusste Korrosion.
  • Beschichtungszustände GOOD (gut), FAIR (mäßig) und POOR (schlecht).
  • Opferanoden und ICCP.
  • Erhebliche Korrosion und Ultraschall-Dickenmessung.

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