Der Viertakt-Diesel und die Selbstzündung
1Die Lektion in einfachen Worten
Ein Diesel verdichtet Luft, bis sie den Kraftstoff entzündet. Ohne Zündkerze: mit Luft, Kraftstoff, Verdichtung und zuverlässiger Startelektrik.
Selbstzündung
Ein Diesel hat keine Zündkerzen. Der Kolben presst Luft zusammen. Ihr Volumen verringert sich dabei oft um den Faktor 16 bis 23. Dabei wird sie sehr heiß, weit über 500 °C. Der dann eingespritzte Kraftstoff entzündet sich von selbst. Das heißt Selbstzündung.
Die vier Takte
Ansaugen: Der Kolben bewegt sich abwärts und saugt Luft an. Verdichten: Er bewegt sich aufwärts und presst die Luft zusammen. Arbeiten: Kraftstoff wird eingespritzt, verbrennt und drückt den Kolben abwärts. Ausstoßen: Er bewegt sich wieder aufwärts und drückt das Abgas heraus. Zwei Kurbelwellenumdrehungen ergeben einen Arbeitstakt je Zylinder.
Die Hauptbauteile
In jedem Zylinder, einer runden Bohrung im Motorblock, bewegt sich ein Kolben. Pleuel verbinden die Kolben mit der Kurbelwelle und wandeln ihre Bewegung in eine Drehung um. Die Nockenwelle öffnet Ventile, die Luft hinein- und Abgas herauslassen. Der Zylinderkopf verschließt die Zylinder und trägt Ventile und Einspritzdüsen. Das Schwungrad ist ein schweres Rad, das für gleichmäßigen Rundlauf sorgt.
Kaltstart
Kalte Luft wird möglicherweise nicht heiß genug, um Kraftstoff zu entzünden. Nutze Glühkerzen oder einen Luftvorwärmer, falls vorhanden, für die im Handbuch angegebene Zeit. Durchdrehen heißt, den Motor mit dem Anlasser zu drehen. Halte die Anlass- und Pausenzeiten des Herstellers ein.
Abstellen
Ein Diesel stoppt normalerweise, wenn die Einspritzung unterbrochen wird. Das geschieht über einen Seilzug oder einen elektrischen Abstellmagneten; elektronisch geregelte Motoren unterbrechen die Einspritzung über ihre Steuerung. Kenne die normale Abstellmethode und die Notabstellung deines Motors.
2Wichtige Daten
- Zündung
- Verdichtungswärme: kein Zündfunke
- Verdichtungsverhältnis
- Bei kleinen Dieseln oft etwa 16:1 bis 23:1
- Vier Takte
- Ansaugen, Verdichten, Arbeiten, Ausstoßen
- Arbeitstakte
- Einer je Zylinder bei zwei Kurbelwellenumdrehungen
3Kernpunkte
- 1
Ein Diesel entzündet seinen Kraftstoff durch Verdichtungswärme.
- 2
Vier Takte: Ansaugen, Verdichten, Arbeiten, Ausstoßen.
- 3
Bei Kälte vorwärmen; den Anlasser nur kurz betätigen.
- 4
Normales Abstellen unterbricht die Einspritzung: Kenne die Abstellmethoden deines Motors.
4Häufige Fehler
Falsch: Ein Diesel, der nicht anspringt, hat wahrscheinlich eine defekte Zündkerze.
Richtig: Diesel haben keine Zündkerzen. Prüfe Kraftstoff, Luft im Kraftstoff, Batterie und Vorwärmung.
Falsch: Lass den Anlasser laufen, bis der Motor anspringt.
Richtig: Betätige den Anlasser nur kurz. Langes Durchdrehen entlädt die Batterie, überhitzt den Anlasser und kann den Auspuff mit Kühlwasser füllen.
5Praxisfall & Prüfungstipps
An einem frostigen Morgen dreht dein Diesel langsam durch und springt nicht an. Ein Crewmitglied schlägt vor, den Anlasser eine volle Minute zu betätigen. Was tust du stattdessen?
Antwort zeigen
Beende die Startversuche. Prüfe Batterie und Anschlüsse wegen des langsamen Durchdrehens sowie die Kraftstoffzufuhr. Halte Vorwärm-, Anlass- und Pausenzeiten des Herstellers ein. Fehlstarts können die nasse Auspuffanlage mit Wasser füllen: Befolge das Startverfahren des Herstellers dafür; siehe Kühlung. Öffne ein geschlossenes Seeventil des Seewasserkreislaufs sofort beim Anspringen und prüfe den Wasseraustritt am Auspuff.
Prüfungstipps
- Diesel = Selbstzündung; keine Zündkerzen.
- Vier Takte: Ansaugen, Verdichten, Arbeiten, Ausstoßen.
- Kaltstart: Vorwärmen sowie maximale Anlasszeit und Pausenzeit des Herstellers einhalten.
- Abstellen durch Unterbrechen der Einspritzung: Seilzug, Abstellmagnet oder elektronische Steuerung.
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