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Der Schiffsdieselmotor

5 Lektionen
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Schiff und Maschine≈ 3 Min. Lesezeit

Schmierung und tägliche Motorkontrollen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Prüfe täglich Wasser, Öl, Riemen, Batterien, Lecks und Auspuff. W-O-B-B-L-E hilft dir beim Merken.

Schmierung

Öl sammelt sich in der Ölwanne, dem Vorratsbehälter unter dem Motor. Eine Pumpe fördert es durch einen Filter zu den Lagern, die bewegliche Wellen stützen, und zu anderen beweglichen Teilen. Danach fließt es in die Ölwanne zurück. Öl verringert Reibung, führt Wärme ab und hält Schmutz für den Filter in Schwebe. Die Öldruckwarnung meldet Druck unter ihrem Grenzwert; leuchtet sie bei laufendem Motor auf, stelle sofort ab. Sie misst nicht den Ölstand.

Den Peilstab ablesen

Prüfe das Öl, nachdem der Motor einige Minuten steht, bei möglichst waagerechtem Boot. Halte den Ölstand zwischen den Markierungen. Zu wenig Öl führt zu mangelnder Schmierung der Lager; zu viel kann schäumen oder verbrennen. Milchiges Öl bedeutet Wasser- oder Kühlmitteleintritt: Lass den Motor nicht laufen und finde die Ursache.

Riemen und Batterien

Der Riemen treibt die Lichtmaschine an, die die Batterien lädt, und oft auch eine Wasserpumpe. Prüfe Riemen bei abgestelltem, gegen Starten gesichertem Motor auf Risse und Ausfransungen. Prüfe die Spannung nach Herstellervorgabe: Durchbiegung und Prüfkraft hängen vom Riemen und seiner freien Länge ab. Der Batterieschalter muss eingeschaltet sein, die Anschlüsse müssen fest sitzen.

Geringe Last

Langer Betrieb bei sehr geringer Last, etwa nur zum Batterieladen, kann Ruß hinterlassen und eine Verglasung der Zylinderlaufbahnen fördern: eine harte, glatte Schicht auf den Zylinderwänden. Nutze eine geeignete Betriebslast oder eine andere Ladequelle.

2Schritt für Schritt

W-O-B-B-L-E-Kontrolle vor dem Start

  1. 1

    Water (Wasser): Seeventil des Seewasserkreislaufs offen, Seewasserfilter frei; Kühlmittelstand korrekt (Motor kalt).

    Ohne Kühlwasser überhitzt der Motor binnen Minuten.

  2. 2

    Oil (Öl): Motorölstand zwischen den Peilstabmarkierungen prüfen; bei milchigem Öl nicht starten.

    Zu wenig oder milchiges Öl kann den Motor zerstören.

  3. 3

    Belts (Riemen): Bei abgestelltem, gegen Starten gesichertem Motor Zustand und Spannung nach Herstellervorgabe prüfen.

    Ein loser oder gerissener Riemen stoppt das Laden und oft die Kühlung.

  4. 4

    Batteries (Batterien): Batterieschalter ein, Anschlüsse fest, Spannung normal.

    Eine schwache Starterbatterie ist der häufigste Grund für Startprobleme.

  5. 5

    Leaks (Lecks): Unter und um den Motor nach Kraftstoff, Öl, Kühlmittel oder Wasser suchen; Bilge prüfen.

    Ein neues Leck kündigt einen kommenden Fehler an.

  6. 6

    Exhaust (Auspuff): Nach dem Start Kühlwasseraustritt prüfen und Rauch beobachten. Fehlt Wasser, sofort abstellen.

    Bestätigt Kühlung und saubere Verbrennung vor dem Ablegen.

3Kernpunkte

  1. 1

    Nutze W-O-B-B-L-E vor dem ersten Start jedes Tages.

  2. 2

    Prüfe Öl bei abgestelltem Motor und waagerechtem Boot.

  3. 3

    Milchiges Öl = Wasser oder Kühlmittel im Öl: Motor nicht laufen lassen.

  4. 4

    Vermeide langen Betrieb bei sehr geringer Last; nutze geeignete Betriebslast oder eine andere Ladequelle.

  5. 5

    Notiere ungewöhnlichen Ölverbrauch, Lecks oder Veränderungen am Auspuff.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Prüfe das Öl direkt nach einer langen Motorfahrt.

    Richtig: Warte bei abgestelltem Motor einige Minuten, bis das Öl in die Ölwanne zurückgeflossen ist. Lies dann bei waagerechtem Boot ab.

  • Falsch: Stundenlanges Batterieladen im Leerlauf tut dem Motor gut.

    Richtig: Langer Betrieb bei geringer Last kann Ruß und eine Verglasung der Zylinderlaufbahnen fördern: harte Ablagerungen auf den Zylinderwänden. Nutze geeignete Last oder eine andere Ladequelle.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Bei der Morgenkontrolle steht das Öl am Peilstab über der Höchstmarkierung und sieht wie Milchkaffee aus. Im Kühlmittel-Ausgleichsbehälter steht weniger als gestern.

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Starte nicht. Milchiges Öl und sinkender Kühlmittelstand deuten auf Kühlmittel im Öl hin, etwa durch eine defekte Zylinderkopfdichtung oder einen defekten Ölkühler. Betrieb kann die Lager zerstören. Notiere die Füllstände, halte das Boot sicher im Hafen und lass einen Bootsmotorenfachmann die Ursache feststellen.

Prüfungstipps

  • WOBBLE: Water (Wasser), Oil (Öl), Belts (Riemen), Batteries (Batterien), Leaks (Lecks), Exhaust (Auspuff).
  • Öl bei abgestelltem Motor und waagerechtem Boot prüfen; milchiges Öl = Wasser/Kühlmittel im Öl.
  • Riemen bei abgestelltem Motor prüfen; Methode und Spannungswerte des Herstellers nutzen.
  • Langen Betrieb bei geringer Last vermeiden.

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