Meine Module›M11 Astronavigation›6. Höhenberechnung und Standlinie
Einheiten ansehen

Höhenberechnung und Standlinie

5 Lektionen
Keine Notizen
Astronavigation≈ 3 Min. Lesezeit

Das Höhenverfahren: von der Höhe zur Standlinie

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Vergleiche die wahre Höhe aus deiner Beobachtung mit der berechneten Höhe am Rechenort. Die Höhendifferenz bestimmt die Lage deiner Standlinie.

Die Idee

Eine berichtigte Sextantenhöhe legt dich auf einen Höhengleichenkreis um den Bildpunkt des Gestirns, seinen zugehörigen Ort auf der Erde (Astronavigation: die Himmelskugel). Dieser Kreis ist riesig, oft Tausende Seemeilen im Durchmesser. In deiner Nähe ist ein kurzes Stück davon fast gerade: eine Standlinie. Das Höhenverfahren, 1875 von Marcq St-Hilaire veröffentlicht, findet dieses Stück, ohne den Kreis zu zeichnen.

Rechenort

Wähle einen Rechenort (AP) nahe deinem Koppelort (DR), der Position nach Koppelrechnung. Berechne vom AP für die genaue Universalzeit (UT) der Beobachtung die berechnete Höhe (Hc) und das rechtweisende Azimut (Zn): die Gestirnspeilung im Uhrzeigersinn ab rechtweisend Nord. Vergleiche Hc dann mit der wahren Höhe (Ho), der beobachteten Sextantenhöhe nach allen Berichtigungen (Astronavigation: der Sextant).

Zum Gestirn oder davon weg

Die Höhendifferenz ist Ho − Hc in Bogenminuten. Jede Minute entspricht einer Seemeile. Ist Ho größer, bist du dem Gestirn näher als der AP: Du trägst die Höhendifferenz zum Gestirn hin ab. Ist Ho kleiner, bist du weiter entfernt: Du trägst sie vom Gestirn weg ab. Englische Merkhilfe: Ho Mo To, Ho more, towards: Ho größer, zum Gestirn hin.

Einzeichnen

Trage die Höhendifferenz vom AP aus in Richtung Zn ab, wenn sie zum Gestirn hin weist, sonst in der Gegenrichtung zu Zn. Der Endpunkt ist der Standlinienpunkt. Zeichne durch ihn die Standlinie rechtwinklig zum Azimut. Zur Beobachtungszeit warst du irgendwo auf dieser Linie.

Warum das funktioniert

Nahe dem AP verschiebt eine Höhenänderung von 1′ den Kreis um 1 M entlang des Azimuts. Die Methode ersetzt den Kreisbogen durch eine Gerade. Bei kleiner Höhendifferenz ist das genau. Ergibt sich eine sehr große Höhendifferenz, prüfe deine Rechnung. Werte die Beobachtung dann von einem Ort näher am Ergebnis erneut aus.

2Wichtige Daten

Höhendifferenz
Ho − Hc, in Bogenminuten = Seemeilen
Richtung
Ho > Hc: zum Gestirn hin (Ho Mo To); Ho < Hc: davon weg
Standlinie
Rechtwinklig zu Zn durch den Standlinienpunkt
Du brauchst
UT, Ho, AP; GHA (Greenwichstundenwinkel) und Dec (Deklination) für diese UT
Spanische Begriffe
Recta de altura = Standlinie; punto determinante = Standlinienpunkt

3Kernpunkte

  1. 1

    Höhendifferenz = Ho − Hc: Eine Höhenminute entspricht einer Seemeile entlang des Azimuts.

  2. 2

    Ho größer als Hc: zum Gestirn hin. Kleiner: davon weg. Ho Mo To.

  3. 3

    Die Standlinie schneidet die Azimutlinie rechtwinklig im Standlinienpunkt.

  4. 4

    Werte jede Beobachtung für ihre genaue UT aus; der AP ist nur ein zweckmäßiger Ausgangspunkt.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Die Standlinie verläuft entlang des Azimuts.

    Richtig: Sie verläuft rechtwinklig zum Azimut. Das Azimut zeigt nur, in welcher Richtung du die Höhendifferenz abträgst.

  • Falsch: Die Höhendifferenz wird immer zum Gestirn hin abgetragen.

    Richtig: Ist Ho kleiner als Hc, bist du weiter entfernt als der AP: Trage sie in der Gegenrichtung zu Zn ab.

  • Falsch: Die Höhendifferenz ist der Abstand zwischen deinem tatsächlichen Ort und dem AP.

    Richtig: Sie ist der Abstand vom AP zur Standlinie, entlang des Azimuts gemessen. Dein Ort kann überall auf der Linie liegen.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Von deinem AP aus sind Hc 41°12,6′ und Zn 214°T. Deine Beobachtung ergibt Ho 40°58,4′. Ein Crewmitglied trägt 14,2 M in Richtung 214° ab und zeichnet die Linie ebenfalls in Richtung 214°. Welche zwei Dinge berichtigst du?

Antwort zeigen

Ho ist 14,2′ kleiner als Hc. Trage die Höhendifferenz daher 14,2 M vom Gestirn weg in der Gegenrichtung 034° ab. Zeichne dann die Standlinie durch den Endpunkt rechtwinklig zum Azimut, in Richtung 124°–304°. Zur Beobachtungszeit warst du irgendwo auf dieser Linie.

Prüfungstipps

  • Höhenverfahren (Marcq St-Hilaire): Höhendifferenz = Ho − Hc; 1′ = 1 M.
  • Ho > Hc zum Gestirn hin; Ho < Hc davon weg (Ho Mo To).
  • Standlinie rechtwinklig zu Zn durch den Standlinienpunkt.
  • Eingangswerte: genaue UT, Ho, AP sowie GHA und Dec aus dem Jahrbuch für diese UT.

Diese Einheit abschließen

Wenn du sie gelesen hast, beantworte drei Fragen. Mit drei richtigen Antworten schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.

Meine Notizen zu dieser Einheit

Keine Notizen