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Notfallmaßnahmen leiten und Suche und Rettung koordinieren

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Suchplanung mit dem RCC

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Verstehe Suchbezugspunkt, Drift und Auffindwahrscheinlichkeit. So kannst du den Suchplan umsetzen, bei Bedarf einen ersten Plan erstellen und die tatsächlich abgesuchte Fläche melden.

Suchbezugspunkt

Die Suchplanung beginnt beim Suchbezugspunkt (Datum): der wahrscheinlichsten Position des Suchobjekts, berichtigt um seine Bewegung seit dem Unfall. Es kann ein Punkt sein, eine Linie mit möglichen, driftberichtigten Positionen entlang einer Route oder eine Fläche. Der SMC berechnet ihn. Als OSC musst du ihn eventuell zunächst schätzen, bis ein Plan eintrifft. Melde alles, was die Schätzung verbessert, etwa gesichtete Trümmer.

Drift

Das Objekt bewegt sich mit der Gesamtströmung aus Gezeitenstrom, Meeresströmung und windbedingter Strömung sowie durch Windabdrift: den Winddruck auf seinen Teil über Wasser. Die Windabdrift hängt vom Objekt ab. Bei einem Menschen im Wasser ist sie gering; bei einer Rettungsinsel ohne Treibanker, der die Drift bremst, deutlich größer. Sie kann schräg zum Wind treiben. Fehler wachsen mit der Zeit; deshalb wächst das Suchgebiet mit der Einsatzdauer.

Auffinden

Die Suchstreifenbreite (W) ist die wirksame Erfassungsbreite für Objekt und Bedingungen, keine maximale Sichtweite. Nutze passende Tabellen und Korrekturfaktoren. Der Suchbahnabstand (S) ist der Abstand zwischen Suchbahnen. Abdeckungsfaktor C = W ÷ S: W 1,5 NM und S 3 NM ergeben C = 0,5. Die Auffindwahrscheinlichkeit (POD) beschreibt die Chance, das Objekt zu finden, wenn es dort ist. Bei gleichem Aufwand erhöht ein engerer Abstand die POD, deckt aber weniger Fläche ab. C = 1 garantiert keinen Fund.

Die Abwägung

Die Planung wägt die Aufenthaltswahrscheinlichkeit (POC), also die Chance, dass das Objekt im Gebiet ist, gegen die POD ab. Ihr Produkt ist die Erfolgswahrscheinlichkeit (POS): POS = POC × POD. Eine gründliche Suche im kleinen Gebiet scheitert, wenn das Objekt außerhalb liegt. In einem riesigen, lückenhaft abgesuchten Gebiet kann es übersehen werden. Meist entscheidet der SMC. Du setzt den Plan genau um und meldest die tatsächliche Abdeckung.

Suchmuster wählen

Das Muster richtet sich nach dem Suchbezugspunkt: Suche im sich erweiternden Quadrat (expanding square) oder Sektorsuche bei einer kleinen, gut bekannten Ausgangsposition, parallele Suchbahnen für große Gebiete, Suche entlang einer Route. Die Geometrie steht in „Suche und Rettung in Küstennähe“. Hier meldest du deine tatsächlichen Suchbahnabstände und ausgelassene Bahnen.

2Wichtige Daten

Suchbezugspunkt
Wahrscheinlichste Position, um Drift berichtigt
Drift
Gesamtströmung + Windabdrift
Abdeckungsfaktor
C = W ÷ S (Suchstreifenbreite ÷ Suchbahnabstand)
Erfolgswahrscheinlichkeit
POS = POC × POD
Rechenbeispiel
W 1,5 NM, S 1,5 NM: C = 1,0; S 3 NM: C = 0,5

3Kernpunkte

  1. 1

    Der Suchbezugspunkt ist die wahrscheinlichste Position, berichtigt um die Drift seit dem Unfall.

  2. 2

    Drift = Gesamtströmung + Windabdrift; die Windabdrift hängt vom Objekt ab.

  3. 3

    C = W ÷ S; bei gleichem Aufwand und gleichen Bedingungen erhöht engerer Abstand die POD, deckt aber weniger Fläche ab.

  4. 4

    POS = POC × POD: Die Planung wägt Fläche gegen Gründlichkeit ab.

  5. 5

    Setze den Plan genau um und melde tatsächlich abgesuchte Fläche und Suchbahnabstand.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Suche um die letzte bekannte Position; das Objekt ist noch dort.

    Richtig: Suche um den driftberichtigten Suchbezugspunkt. Die Fehler wachsen mit jeder Stunde.

  • Falsch: Melde den geplanten Suchbahnabstand, auch wenn du ihn bei schlechtem Wetter vergrößern musstest.

    Richtig: Melde die tatsächliche Abdeckung. Der SMC braucht sie für die nächste Suchplanung.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Der Plan setzte W = 2 NM und S = 2 NM an. Die Sicht nimmt ab; Tabellen und Korrekturen ergeben nun W = 1,5 NM. Dein Suchbahnabstand bleibt 2 NM. Was ändert sich, was meldest du?

Antwort zeigen

Der Abdeckungsfaktor sinkt von 1,0 auf 0,75: C = W ÷ S = 1,5 ÷ 2. Damit sinkt die Auffindwahrscheinlichkeit. Melde dem SMC die schlechteren Suchbedingungen sofort; warte nicht auf das nächste reguläre SITREP. Schlage engere Abstände oder mehr Einheiten vor. Bei gleichem Aufwand decken engere Abstände weniger Fläche ab. Folge dem angepassten Plan. Protokolliere und melde Bedingungen, tatsächliche Abstände und gefahrene Bahnen samt Lücken.

Prüfungstipps

  • Suchbezugspunkt: wahrscheinlichste driftberichtigte Position als Punkt, Linie oder Fläche.
  • Drift = Gesamtströmung + Windabdrift.
  • C = W ÷ S; POS = POC × POD.
  • Tatsächliche Abdeckung melden; Suchmuster nach dem Suchbezugspunkt wählen.

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