Wasser im Boot: das Leck finden
1Die Lektion in einfachen Worten
Meist dringt Wasser durch einen Anschluss, Schlauch oder eine Dichtung in die Yacht. Pumpe weiter, während du zügig und systematisch suchst.
Die ersten Schritte
Wasser über dem Kajütboden ist ein Notfall. Alle legen Rettungswesten an. Starte alle verfügbaren Lenzpumpen. Eine Person pumpt oder schöpft, während die anderen suchen. Notiere die Zeit und markiere den Wasserstand. So erkennst du, ob er steigt oder fällt. Steigt er schnell, rufe sofort Hilfe.
Salz- oder Süßwasser?
Probiere niemals Wasser aus der Bilge (dem tiefsten Innenraum des Rumpfes): Es kann durch Kraftstoff, Abwasser oder Chemikalien verunreinigt sein. Prüfe Tanks, Leitungen und Decksöffnungen ebenso wie Anschlüsse unter Wasser. Regen bringt Süßwasser, Gischt und überkommende Wellen bringen Seewasser. Auch das Wasser außerhalb des Bootes kann Süß- oder Brackwasser (teilweise salziges Wasser) sein. Süßwasser schließt ein Rumpfleck nicht aus. Der Salzgehalt ist nur ein Hinweis: Pumpe und suche weiter, bis du die Quelle findest.
Wo es eindringt
Prüfe zuerst die Borddurchlässe (Öffnungen durch den Rumpf): Einlässe, Toiletten, Abläufe und Geber. Prüfe danach den Seewasserkühlkreislauf des Motors: Seewasserfilter, Pumpe, Schläuche und Auspuff. Danach folgen die Wellendichtung (die Dichtung um die Propellerwelle), die Saildrive-Dichtung (um einen Antriebsschaft durch den Rumpf), Ruderlager und Kielbolzen. Ein geplatzter Schlauch oder eine lose Schlauchschelle (das Befestigungsband um einen Schlauch) kann schnell viel Wasser einlassen.
Wasser absperren
Schließe ein verdächtiges Seeventil (das Ventil an einem Borddurchlass). Stoppe aber den Motor, bevor du seinen Kühlwassereinlass schließt. Starte ihn erst wieder, wenn der Fehler behoben und die Kühlung wiederhergestellt ist. Ist ein Anschluss abgebrochen, klopfe den daneben angebundenen Weichholzstopfen (einen konischen Holzpfropfen) hinein. Bleibt das Leck verborgen, räume Staufächer aus und hebe Bodenbretter systematisch von einem Bootsende zum anderen an.
Krängung und Trimm
Krängung ist die seitliche Neigung; Trimm beschreibt, wie hoch Bug und Heck liegen. Wie viel Wasser eindringt, hängt oft von der Tiefe des Lecks oder der tiefer liegenden Bootsseite ab. Durch Wenden (mit dem Bug durch den Wind drehen), sodass die undichte Seite hoch liegt, oder sicheres Verlagern des Crewgewichts kannst du das Leck über Wasser heben. Verlagere Gewicht nach achtern, um ein Leck am Bug anzuheben, oder nach vorn bei einem Leck am Heck. Tritt Wasser nur bei Motorbetrieb ein, deutet das auf den Seewasserkühlkreislauf des Motors hin.
2Kernpunkte
- 1
Rettungswesten an, alle Lenzpumpen einschalten, Wasserstand markieren und Uhrzeit notieren.
- 2
Wasserquellen verfolgen; Bilgenwasser niemals probieren.
- 3
Zuerst Borddurchlässe, Seewasserkühlkreislauf des Motors und Wellendichtung prüfen.
- 4
Seeventil schließen oder Weichholzstopfen einsetzen; Motor vor dem Schließen seines Kühlwassereinlasses stoppen.
- 5
Mit Krängung oder Trimm das Leck während der Arbeit aus dem Wasser heben.
3Häufige Fehler
Falsch: Erst suchen und pumpen, sobald du die Ursache kennst.
Richtig: Sofort pumpen und weiterpumpen. Andere Crewmitglieder suchen gleichzeitig.
Falsch: Erst Hilfe rufen, wenn du sicher bist, dass das Boot sinkt.
Richtig: Rufe Hilfe, sobald der Wassereinbruch die Sicherheit bedroht. Wähle je nach Gefahr Mayday oder Pan-Pan.
4Praxisfall & Prüfungstipps
Unter Motor steigt das Wasser. Sobald du den Motor stoppst, steigt es nicht weiter; die Lenzpumpen laufen weiter. Welches System prüfst du frühzeitig, und was muss vor dem Neustart geschehen?
Antwort zeigen
Weiterpumpen, Wasserstand markieren und Uhrzeit notieren, Rettungswesten anlegen. Die Änderung deutet auf den Seewasserkühlkreislauf des Motors hin, beweist die Ursache aber nicht. Prüfe Seewasserfilter, Schläuche und Auspuff. Der Motor muss beim Schließen seines Kühlwassereinlasses ausgeschaltet bleiben. Behebe den Fehler und stelle die Kühlung vor dem Neustart wieder her. Suche weiter, falls noch Wasser eindringt; rufe früh Hilfe, wenn die Sicherheit bedroht ist.
Prüfungstipps
- Rettungswesten, Pumpen, Wasserstand markieren und Uhrzeit notieren; früh Hilfe rufen, wenn Wassereinbruch die Sicherheit bedroht.
- Wasserquellen verfolgen; Bilgenwasser niemals probieren.
- Borddurchlässe, Seewasserkühlkreislauf des Motors, Wellendichtung, Ruderlager und Kiel prüfen.
- Motor vor dem Schließen seines Kühlwassereinlasses stoppen; undichte Seeventile schließen, Stopfen setzen, Leck anheben.
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