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Kollision, Grundberührung, Wassereinbruch und Leckabwehr

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Notfälle≈ 5 Min. Lesezeit

Auf Grund laufen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Halte bei Grundberührung inne. Prüfe den Rumpf. Kläre, ob das Wasser steigt oder fällt und wo tiefes Wasser ist, bevor du versuchst, mit Motorkraft freizukommen.

Stoppen und prüfen

Schalte sofort in den Leerlauf. Zähle alle durch, sieh nach Verletzten und lass Rettungswesten anlegen. Rufe sofort Hilfe, wenn Gefahr entsteht; warte keine Freikommversuche ab. Prüfe die Bilgen auf Wasser, besonders an Kielbolzen und Ruder. Ein leckgeschlagenes Boot kann nach dem Freikommen im tiefen Wasser sinken. Prüfe daher vor jedem Versuch auf Lecks.

Die Tide beurteilen

Ist der Rumpf intakt und sind die Bedingungen sicher, kann auflaufendes Wasser dich wieder aufschwimmen lassen. Ein Anker zum tiefen Wasser hin kann verhindern, dass du beim Warten weiter aufgeschoben wirst. Ablaufendes Wasser lässt dich fester aufsitzen; prüfe sichere Möglichkeiten daher zügig. Prüfe die Hoch- und Niedrigwasserzeiten und miss Tiefen rund ums Boot mit einer beschwerten Lotleine oder einem Bootshaken. Beurteile Grund, Gefälle, Wind und Wellen sowie den Weg ins freie Wasser.

Nicht blind mit Motorkraft freifahren

Voll achteraus kann Sand oder Schlick in den Kühlwassereinlass des Motors ziehen, den Motor überhitzen, Ruder oder Propeller beschädigen oder dich weiter auf die Bank drehen. Versuche nur kurz und sanft achteraus zu fahren, wenn Rumpfprüfung, Bedingungen und Ausweg ein sicheres Freikommen erlauben. Prüfe, ob der Propeller frei ist, und beobachte das Kühlwasser. Meist ist der Rückweg der sicherste Weg.

Freikommen

Tiefgang ist der senkrechte Abstand von der Wasserlinie zum tiefsten Bootspunkt. Sind Rumpf und Rigg intakt, kann leichte Krängung (seitliche Neigung) die senkrechte Reichweite eines einzelnen Flossenkiels verringern; bei Kimmkielern kann sie den Tiefgang erhöhen. Sichere die Crew an Deck; halte das Ruder frei. Einen Verholanker bringst du, falls sicher, per Beiboot Richtung tiefes Wasser aus und ziehst dich daran frei. Entferne schwere lose Ausrüstung sicher. Vereinbare beim Schleppen Signale und wie ihr stoppt; nutze intakte, belastbare Befestigungspunkte und halte Abstand zu gespannten Leinen.

Trockenfallen

Trockenfallen heißt, bei sinkendem Wasser auf dem Grund liegenzubleiben. Ein ungestützter Flossenkieler kann umkippen. Prüfe die Eignung des Rumpfes, Abstützung, Aufliegeseite, Grund, Gefälle und Wellen; hole bei Unsicherheit früh Hilfe. Falls sicher, ankere Richtung tiefes Wasser, sichere Ausrüstung und schütze den Rumpf. Stoppe den Motor vor dem Schließen der Seeventile. Sichere gefährdete Öffnungen; halte einen Fluchtweg frei. Beobachte durchgehend: Öffnungen können vor dem Aufschwimmen eintauchen. Prüfe erneut auf Lecks, sobald das Boot wieder schwimmt. Öffne vor dem Neustart den Kühlwassereinlass; prüfe den Kühlwasserfluss sofort nach dem Start.

2Schritt für Schritt

Wenn du auf Grund läufst

  1. 1

    Sofort Leerlauf einlegen, nach Verletzten sehen, Rettungswesten anlegen. Bei entstehender Gefahr sofort Hilfe rufen: Mayday bei ernster und unmittelbarer Gefahr mit Bedarf an sofortiger Hilfe; Pan-Pan bei dringendem Sicherheitsproblem unterhalb der Seenotschwelle.

    Menschen haben Vorrang, Hilfe braucht Zeit; warte keine Freikommversuche ab.

  2. 2

    Prüfe Bilgen, Kielbereich und Ruder vor dem Freikommversuch auf Lecks und Schäden.

    Ein leckgeschlagenes Boot kann sinken, sobald es im tiefen Wasser schwimmt.

  3. 3

    Prüfe Tide, Tiefen ringsum, Grund, Einwirkung von Wind und Wellen sowie den Weg ins freie Wasser.

    Steigendes Wasser kann helfen, wenn Warten sicher ist; sinkendes Wasser kann dich fester aufsetzen lassen.

  4. 4

    Bringe nur, wenn sicher, einen Anker Richtung tiefes Wasser aus.

    Er kann weiteres Aufschieben durch Wind und Wellen verhindern und einen Punkt zum Freiziehen bieten.

  5. 5

    Versuche nur, Gewicht zu entfernen oder dich am Anker freizuziehen, wenn Rumpfprüfung, Bedingungen und Ausweg es erlauben. Nutze kontrollierte Krängung nur bei geeigneter Kielbauart. Fahre nur sanft achteraus, mit freiem Propeller und fließendem Kühlwasser. Hole sonst Hilfe und prüfe sicheres Trockenfallen.

    Freikommen muss sicher sein; Krängung kann bei Kimmkielern den Tiefgang erhöhen. Voll achteraus kann den Einlass verstopfen oder Ruder und Propeller beschädigen.

  6. 6

    Beim sicheren Trockenfallen: Motor vor dem Schließen der Seeventile stoppen, gefährdete Öffnungen sichern und bis zum Aufschwimmen beobachten. Sobald das Boot wieder schwimmt, Bilgen, Kiel und Ruder erneut prüfen. Kühlwassereinlass vor dem Neustart öffnen; Kühlwasserfluss sofort nach dem Start prüfen.

    Öffnungen können vor dem Aufschwimmen eintauchen; Lecks können sich erst zeigen, wenn das Boot wieder schwimmt. Ohne Kühlwasser können Motor und Auspuff Schaden nehmen.

3Kernpunkte

  1. 1

    Vor dem Freikommversuch Menschen und Rumpf prüfen.

  2. 2

    Steigendes Wasser kann helfen, wenn Warten sicher ist; sinkendes Wasser kann dich fester aufsetzen lassen.

  3. 3

    Nicht blind mit Motorkraft freifahren: Sand im Einlass, Ruderschäden.

  4. 4

    Nur bei geeigneter Kielbauart krängen; Crew sichern, Ruder freihalten. Einen Verholanker Richtung tiefes Wasser ausbringen und daran freiziehen.

  5. 5

    Sicheres Trockenfallen prüfen; bei Gefahr Hilfe holen. Öffnungen schützen, bis zum Aufschwimmen beobachten.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Sofort voll achteraus geben, bevor das Wasser fällt.

    Richtig: Prüfe zuerst Rumpf und Tide. Fahre nur sanft achteraus und beobachte das Kühlwasser.

  • Falsch: Sobald das Boot schwimmt, die Reise fortsetzen.

    Richtig: Prüfe Bilgen, Kiel und Ruder erneut. Schäden zeigen sich vielleicht erst, wenn das Boot schwimmt und fährt.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Deine Segelyacht mit Flossenkiel läuft eine Stunde nach Hochwasser auf eine Sandbank und sitzt fest. Die Bilge ist trocken. Leichter Wind schiebt dich weiter auf die Bank. Was tust du?

Antwort zeigen

Antrieb stoppen. Menschen und Rumpf prüfen; das Wasser fällt. Falls sicher, Anker Richtung tiefes Wasser ausbringen und freiziehen. Sanft krängen, Crew sichern, Ruder freihalten. Nur achteraus fahren, wenn es sicher ist, mit freiem Propeller und Kühlwasserfluss. Sitzt du fest, früh Hilfe holen: Abstützung und sichere Aufliegeseite prüfen. Motor vor dem Schließen der Seeventile stoppen. Niedrige Öffnungen sichern, bis zum Aufschwimmen beobachten. Dann Lecks prüfen; Kühlwassereinlass vor Neustart öffnen, danach Durchfluss prüfen.

Prüfungstipps

  • Grundberührung: Menschen und Rumpf prüfen; bei entstehender Gefahr sofort Hilfe rufen; Tide, Grund und Ausweg beurteilen.
  • Steigendes Wasser kann bei sicherem Warten helfen; sinkendes lässt dich fester aufsitzen. Sicheres Trockenfallen prüfen, sonst Hilfe holen.
  • Starkes Achterausfahren vermeiden: Sand im Einlass, Ruder- und Propellerschäden.
  • Nur bei geeigneter Kielbauart krängen; Ruder freihalten. Am Anker freiziehen, Gewicht verringern oder sicher schleppen lassen; nach dem Aufschwimmen erneut auf Lecks prüfen.

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