Rettungsinsel und Notsender im Überblick
1Die Lektion in einfachen Worten
Die Rettungsinsel ist dein letzter Zufluchtsort; ein Notsender meldet Rettern deine Position. Kenne Stauorte, Funktionsweise und Wartungsstand.
Rettungsinsel
Eine Rettungsinsel ist ein aufblasbares Rettungsmittel in einem Container oder einer Packtasche, einer weichen Tragetasche. Ihre Reißleine verbindet sie mit dem Boot und dem Aufblassystem. Für Yachtinseln gilt ISO 9650 mit Typen für offene See und küstennahe Gewässer. Für Schiffsinseln gilt SOLAS, das Internationale Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See. Prüfe, ob Plätze für alle an Bord vorhanden sind und die Wartung den Herstellerangaben entspricht. Prüfe den Anschluss der Reißleine anhand der Einbauzeichnung des Herstellers.
Stauplatz
Halte die Insel zugänglich und ihren Aufschwimmweg frei. Sichere Container oder Packtasche nach Herstellerangaben. Ein hydrostatischer Auslöser (HRU) gibt eine frei aufschwimmende Insel frei, wenn das Boot sinkt. Verbinde bei einer HRU-Anlage die Reißleine über die vorgeschriebene Sollbruchstelle. Sie reißt, damit das sinkende Boot die aufgeblasene Insel nicht unter Wasser zieht. Nutze den zugelassenen Anschlagpunkt und umgehe die Sollbruchstelle nicht. Prüfe das Ablauf- oder Wartungsdatum des HRU. Ausbringen und Einsteigen findest du unter Notfälle: Verlassen des Schiffes.
Notsender
Eine EPIRB ist eine Funkbake zur Kennzeichnung der Seenotposition und gehört zum Boot. Eine PLB, ein persönlicher Notsender, gehört zu einer Person. Beide senden Seenotalarme über Satelliten auf 406 MHz: EPIRBs mindestens 48 Stunden, PLBs meist 24 Stunden. Registriere sie bei deiner zuständigen nationalen Behörde. Ein AIS-MOB nutzt das automatische Identifikationssystem, um die Position einer über Bord gegangenen Person lokal an kompatible AIS-Geräte in Funkreichweite zu senden. Prüfe, ob dein Boot sie anzeigt und eine Warnung ausgibt.
Seenotsignalmittel
Pyrotechnische Seenotsignalmittel und andere Sichtsignale zeigen Rettern in der Nähe deine Position. Lagere sie trocken und innerhalb der Verwendungsfrist. Gib abgelaufene Mittel bei zugelassenen Entsorgungsstellen ab. Verschieße sie niemals zur Entsorgung. Arten und Einsatz findest du unter KVR: Notsignale und ausführlich unter Notfälle: Hubschrauber und Seenotsignalmittel.
2Wichtige Daten
- EPIRB
- Satellitenalarm auf 406 MHz, auf das Boot registriert, mindestens 48 h
- PLB
- Persönlicher Satellitenalarm auf 406 MHz, meist 24 h, manuelle Auslösung
- AIS-MOB
- Lokales Positionssignal an kompatible AIS-Geräte in Reichweite
- Rettungsinselnormen
- ISO 9650 für Yachten; SOLAS für Schiffe
3Kernpunkte
- 1
Kenne Personenzahl, Wartungsdatum und Stauplatz der Rettungsinsel; halte sie zugänglich.
- 2
Prüfe den Reißleinenanschluss nach Einbauzeichnung, einschließlich der vorgeschriebenen Sollbruchstelle, falls vorhanden.
- 3
EPIRB = Notsender des Bootes; PLB = persönlicher Notsender; beide auf 406 MHz über Satelliten.
- 4
AIS-MOB sendet eine Position an kompatible AIS-Geräte in Reichweite; prüfe Anzeige und Warnung auf deinem Boot.
- 5
Registriere 406-MHz-Notsender; halte Seenotsignalmittel trocken und innerhalb der Verwendungsfrist.
4Häufige Fehler
Falsch: Eine Rettungsinsel in der Packtasche kann unten in der Backskiste unter den Fendern liegen.
Richtig: Sie muss in Sekunden herauskommen. Staue sie so, dass nichts daraufgestapelt werden kann.
Falsch: Jeder Notsender schaltet sich im Wasser selbst ein.
Richtig: PLBs musst du meist von Hand einschalten. EPIRBs können manuell oder automatisch auslösen. Prüfe dein Modell.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Bei der Übergabe ist die Insel fristgerecht gewartet, liegt aber unter schwerer Ausrüstung. Die EPIRB-Batterie ist noch innerhalb ihrer Verwendungsfrist, doch registriert ist der Vorbesitzer. Der Charterer sagt, nur die Fristen zählten. Ist das Boot bereit?
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Nein. Mache die Insel zugänglich und halte den Aufschwimmweg frei. Prüfe Personenzahl, Wartungsdatum und Reißleinenanschluss nach Einbauzeichnung, einschließlich der Sollbruchstelle, falls vorhanden. Prüfe die EPIRB-Registrierung. Aktualisiere Eigner und Notfallkontakte vor dem Auslaufen. Prüfe das Ablaufdatum der Batterie und gegebenenfalls des HRU. Gültige Daten allein machen die Ausrüstung nicht einsatzbereit.
Prüfungstipps
- Rettungsinsel: ISO 9650 oder SOLAS; Personenzahl, Wartung, Zugang und herstellergerechte Reißleine mit Sollbruchstelle prüfen.
- Ein vorhandener HRU gibt beim Sinken die frei aufschwimmende Insel oder EPIRB frei; Ablauf- oder Wartungsdatum prüfen.
- EPIRB fürs Boot, PLB für die Person: Satellitenalarme auf 406 MHz; registrieren.
- AIS-MOB braucht kompatible Geräte in Reichweite; Anzeige und Warnung prüfen. Seenotsignalmittel trocken und innerhalb der Frist lagern; zugelassen entsorgen.
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