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Suche und Rettung: wen man ruft und wie Hilfe kommt

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Notfälle≈ 3 Min. Lesezeit

So erreicht ein Seenotalarm die Retter

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ein DSC-Alarm erreicht Küstenfunkstellen und Schiffe in der Nähe. Ein 406-MHz-Notsender erreicht die Leitstelle über Satelliten. Beide Wege führen zur selben RCC.

DSC und UKW

Der digitale Selektivruf (DSC) sendet einen codierten Seenotalarm auf UKW-Kanal 70. Küstenfunkstellen und Schiffe in Funkreichweite können deine MMSI (die neunstellige Kennnummer deiner Funkstelle) empfangen, dazu die Notfallart, falls ausgewählt, sowie Position und Positionszeit, falls verfügbar. Eine Küstenfunkstelle leitet den Alarm an die RCC weiter. Bedienung und Sprechfunkrufe findest du unter GMDSS: Notrufe.

Satellitennotsender

Eine EPIRB (Funkbake zur Kennzeichnung der Seenotposition) oder PLB (persönlicher Notsender) sendet auf 406 MHz über Cospas-Sarsat-Satelliten an eine LUT (Local User Terminal), eine Bodenstation. LEOSAR und MEOSAR können die Position unabhängig ermitteln. GEOSAR braucht eine vom Notsender übermittelte Position. Ein MCC (Mission Control Centre), ein Kontrollzentrum, leitet den Alarm an die zuständige RCC. Retter steuern die gemeldete Position an. Für die Zielansteuerung im Nahbereich nutzen sie das getrennte Signal auf 121,5 MHz.

MEOSAR

Cospas-Sarsat nutzt heute drei Satellitenarten: Satelliten auf niedrigen Umlaufbahnen (LEOSAR), geostationäre Satelliten (GEOSAR) und zunehmend Navigationssatelliten auf mittleren Umlaufbahnen wie Galileo, GPS, GLONASS und BeiDou (MEOSAR). MEOSAR erkennt einen Alarm fast überall innerhalb von Minuten. Es kann einen Notsender allein anhand seines Signals orten, auch wenn der Notsender keine Position aus einem GNSS (globalen Satellitennavigationssystem) hat. Eine durch GNSS berechnete Position heißt GNSS-Fix.

Return Link Service

Galileos Return Link Service (RLS) sendet eine Rückbestätigung an dafür ausgelegte Notsender. Die Anzeige bestätigt, dass Cospas-Sarsat den Alarm empfangen und geortet hat. Sie bestätigt nicht, dass Rettungseinheiten losgeschickt wurden. Lass den Notsender bei einem echten Notfall weiter senden.

Registrierung

Registriere deinen 406-MHz-Notsender bei der zuständigen nationalen Behörde. Halte Gerätedaten und Notfallkontakte aktuell. So kann die RCC dich zuordnen und einen Alarm beurteilen. Bei versehentlicher Auslösung schaltest du ihn sofort aus und kontaktierst unverzüglich die nächste RCC oder Küstenfunkstelle, auch wenn niemand anruft. Nenne Senderkennung, Position und Auslösezeit. Bestätige, dass alle wohlauf sind. Ausschalten hebt einen bereits gesendeten Alarm nicht auf.

2Wichtige Daten

DSC-Seenotalarm
UKW-Kanal 70; MMSI; Position und Positionszeit, falls verfügbar
Satellitennotsender
406 MHz an Cospas-Sarsat; 121,5 MHz zur Zielansteuerung
Meldeweg
Notsender → Satellit → LUT → MCC → RCC
MEOSAR
Navigationssatelliten: schnelle Alarme, Ortung auch ohne GNSS
RLS
Alarm empfangen und geortet; Entsendung von Rettern nicht bestätigt

3Kernpunkte

  1. 1

    DSC: Kanal 70 → Küstenfunkstelle → RCC; auch Schiffe in Funkreichweite können den Alarm empfangen.

  2. 2

    406-MHz-Notsender: Satellit → LUT → MCC → RCC.

  3. 3

    MEOSAR: schnelle Alarme und unabhängige Ortung.

  4. 4

    RLS bestätigt Empfang und Ortung, nicht die Entsendung von Rettern.

  5. 5

    Notsender registrieren. Versehentliche Auslösung: sofort ausschalten und der RCC oder Küstenfunkstelle melden.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Ein Notsenderalarm geht direkt an das nächste Seenotrettungsboot.

    Richtig: Er gelangt über Satelliten, Bodenstationen und ein Kontrollzentrum zur RCC. Diese entsendet die Einheiten.

  • Falsch: Schalte einen versehentlich ausgelösten Notsender schnell aus und sage nichts.

    Richtig: Schalte ihn sofort aus und melde den Fehlalarm der RCC oder Küstenfunkstelle.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Deine registrierte EPIRB löst im Hafen versehentlich aus. Du schaltest sie aus. Niemand ruft an. Ein Crewmitglied meint, damit sei alles erledigt. Stimmt das? Was tust du?

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Nein. Ausschalten hebt einen bereits gesendeten Alarm nicht auf. Kontaktiere sofort die nächste RCC oder Küstenfunkstelle. Nenne Senderkennung, Position und Auslösezeit. Erkläre die versehentliche Auslösung und bestätige, dass alle wohlauf sind. Die Registrierung hilft der RCC, dich zuzuordnen. Sie ersetzt die Meldung des Fehlalarms nicht.

Prüfungstipps

  • DSC: UKW-Kanal 70 → Küstenfunkstelle → RCC; MMSI, Notfallart falls ausgewählt, Position und Zeit falls verfügbar.
  • 406 MHz → Cospas-Sarsat-Satelliten → LUT → MCC → RCC; 121,5 MHz zur Zielansteuerung.
  • LEOSAR, GEOSAR, MEOSAR; MEOSAR ermöglicht schnelle Erkennung und unabhängige Ortung.
  • RLS bestätigt Empfang und Ortung, nicht die Entsendung von Rettern. Notsender registrieren; bei Fehlalarm sofort ausschalten und melden.

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