Die Betonnungsrichtung
1Die Lektion in einfachen Worten
Die Farben der Lateralzeichen ergeben nur mit einer Richtung Sinn. Die festgelegte Betonnungsrichtung verläuft meist von See aus. Wo sie nicht eindeutig ist, zeigt sie die Seekarte.
Warum die Richtung zählt
Ein Lateralzeichen sagt „Backbordseite“ oder „Steuerbordseite“, aber nur für ein Fahrzeug in einer bestimmten Fahrtrichtung. Das ist die festgelegte Betonnungsrichtung. Fährst du in dieser Richtung, lässt du Backbordzeichen an Backbord. Fährst du dagegen, lässt du sie an Steuerbord. Bevor du ein Lateralzeichen deutest, musst du die Betonnungsrichtung kennen.
Von See aus
IALA unterscheidet zwei Fälle. Der erste ist die allgemeine Richtung, in der sich ein Fahrzeug einem Hafen, Fluss, einer Flussmündung oder einem anderen Wasserweg von See aus nähert. Bei einer üblichen Zufahrt von See folgst du beim Einlaufen der Betonnungsrichtung. Beim Auslaufen fährst du dagegen. Prüfe örtliche Kartenhinweise. Das gilt für die meisten Hafenzufahrten. Darauf beziehen sich Merksätze mit „von See kommend“.
Entlang der Küste
Vor offenen Küsten und zwischen Fahrwassern ist „von See aus“ nicht eindeutig. Dort legt die zuständige Behörde, die nationale Stelle für Schifffahrtszeichen, die Richtung fest. Bei Bedarf stimmt sie sich mit Nachbarstaaten ab. Grundsätzlich verläuft die Richtung im Uhrzeigersinn um Landmassen. In britischen Gewässern führt sie zum Beispiel entlang der Westküsten nach Norden, durch den Ärmelkanal nach Osten und durch die Nordsee nach Norden.
In der Seekarte
Wo die Richtung nicht eindeutig ist, zeigt die Seekarte ein Symbol für die Betonnungsrichtung: einen magentafarbenen Pfeil. Auf mehrfarbig gedruckten Karten gibt es eine farbige Variante. INT 1, das Verzeichnis der Kartenzeichen, führt ihn im Abschnitt über Tonnen auf. Seehandbücher und Kartenhinweise beschreiben örtliche Regelungen, etwa bei Flüssen mit zwei Zufahrten.
Nummern auf Zeichen
Sind Lateralzeichen nummeriert oder mit Buchstaben bezeichnet, folgt die Reihenfolge der Betonnungsrichtung. IALA empfiehlt gerade Zahlen auf roten und ungerade Zahlen auf grünen Zeichen. Das gilt in beiden Regionen. In den USA liegt Rot beim Einlaufen an Steuerbord. Dort stehen die geraden Nummern also an deiner Steuerbordseite.
2Wichtige Daten
- Von See aus
- Richtung bei der Annäherung an einen Hafen, Fluss oder eine Flussmündung
- Entlang der Küste
- Behördlich festgelegt; grundsätzlich im Uhrzeigersinn um Landmassen
- Kartenzeichen
- Magentafarbener Pfeil, wo die Richtung nicht eindeutig ist
- Nummerierung
- Folgt der Betonnungsrichtung; gerade auf Rot, ungerade auf Grün
3Kernpunkte
- 1
Lateralzeichen bedeuten Backbord oder Steuerbord nur für ein Fahrzeug in Betonnungsrichtung.
- 2
Bei einer üblichen Zufahrt von See folgst du beim Einlaufen der Betonnungsrichtung. Beim Auslaufen fährst du dagegen. Prüfe örtliche Kartenhinweise.
- 3
Entlang der Küste legt die Behörde die Richtung fest, grundsätzlich im Uhrzeigersinn um Landmassen.
- 4
Wo die Richtung nicht eindeutig ist, zeigt die Seekarte einen magentafarbenen Betonnungsrichtungspfeil.
- 5
Die Nummerierung folgt der Betonnungsrichtung: gerade auf Rot, ungerade auf Grün.
4Häufige Fehler
Falsch: Backbordzeichen bleiben immer an Backbord, egal wohin du fährst.
Richtig: Das gilt nur in Betonnungsrichtung. In Gegenrichtung lässt du Backbordzeichen an Steuerbord.
Falsch: Entlang einer Küste zeigt die Betonnungsrichtung immer zum nächsten Hafen.
Richtig: Entlang der Küste legt die Behörde sie fest, grundsätzlich im Uhrzeigersinn um Landmassen. Prüfe den Pfeil in der Seekarte.
Falsch: Tonnennummern sagen nichts über die Betonnungsrichtung aus.
Richtig: Die Nummerierung folgt der Betonnungsrichtung. Die Reihenfolge in der Seekarte bestätigt also ihren Verlauf.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Du verlässt einen Wasserweg in Region A. Der Betonnungsrichtungspfeil in der Seekarte zeigt in deine Fahrtrichtung. Ein Crewmitglied sagt: „Auslaufen heißt Rot an Steuerbord.“ Stimmst du zu? An welcher Bootsseite lässt du rote Backbordzeichen?
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Nein. Hier fährst du in der eingezeichneten Betonnungsrichtung. Lass die roten Backbordzeichen daher an Backbord. Entscheide anhand der eingezeichneten Richtung, auf welcher Seite du passierst. Das Wort „Auslaufen“ reicht dafür nicht.
Prüfungstipps
- Betonnungsrichtung: von See aus in Häfen, Flüsse und Flussmündungen.
- Entlang der Küste: behördlich festgelegt, grundsätzlich im Uhrzeigersinn um Landmassen.
- Die Seekarte zeigt einen magentafarbenen Pfeil, wo die Richtung nicht eindeutig ist.
- Gegen die eingezeichnete Betonnungsrichtung kehrst du die Passierseiten um.
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Wenn du sie gelesen hast, ordne die Begriffe zu und beantworte dann drei Fragen. Ist alles richtig, schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.
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