Registrierung, Bordpapiere und Prüfungen
1Die Lektion in einfachen Worten
Ein portugiesisches Boot muss vor der Nutzung registriert sein und sein livrete mitführen. Die Polícia Marítima kann Papiere, Ausrüstung und Grenzen kontrollieren.
Registrierung
Jedes ER muss vor der Nutzung registriert sein. Die Capitania (örtliche AMN-Stelle) erfasst das Eigentum. Das Boot erhält ein livrete, den Registrierungsnachweis. Das livrete ist elektronisch und hat einen Zugangscode; eine Papierkopie ist freiwillig. Ein befreites Beiboot dient einem Hauptsportboot und kann an dessen Bord mitgeführt werden. Bis 2,5 m und 4,5 kW braucht es weder Registrierung noch Prüfung oder Gebühren.
Bordpapiere
Führe das livrete, die carta des Schiffsführers, die Versicherungspolice und gegebenenfalls den IUC-Zahlungsnachweis mit (eine Verkehrssteuer für bestimmte Boote). Je nach Boot kommen Schiffsfunkgenehmigung, Prüfbericht und Wartungsnachweis der Rettungsinsel hinzu. Mit dem elektronischen livrete verknüpfte Dokumente brauchen keine Papierkopie: Die Kontrollkräfte prüfen sie in der Datenbank. Artikel 61(5) nennt für cartas vor 2019 ein Funkbetriebszeugnis. Artikel 63(2) erlaubt bisherigen Inhabern von Local, Costa und Alto-Mar jedoch, stattdessen ihre carta zu nutzen. Das sind deine documentos de bordo (Bordpapiere).
Pflichtversicherung
Für Typen 1, 2, 3 und 4 ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht. Bei Typ 5 gilt sie für Boote mit Motor und für Segelboote über 7 m. Eigner und Schiffsführer haften gemeinsam für Schäden Dritter, unabhängig vom Verschulden, außer die geschädigte Person hat den Unfall allein verursacht.
Prüfungen
Eine vistoria periódica (wiederkehrende Prüfung) ist alle 10 Jahre ab Erstregistrierung fällig. Bei Booten mit Erstregistrierung vor mehr als 20 Jahren, Booten über 24 m und Holzbooten über 12 m ist die Prüfung alle 5 Jahre fällig. Neue Boote mit CE-Kennzeichnung sind von der Erstprüfung befreit.
Was kontrolliert wird
Die Polícia Marítima (Seepolizei der AMN) prüft livrete, carta, Versicherung, Ausrüstung, Typgrenzen, zulässige Personenzahl und Strandregeln. Typen 1–3 führen beim Ein- und Auslaufen sowie beim Passieren von Kriegs- oder Sicherheitsfahrzeugen die Nationalflagge. Führe sie auch immer, wenn du eine andere Flagge setzt. Bei Regatten (Bootsrennen) gelten diese Flaggenpflichten nicht. Fahrten außerhalb der Typgrenzen, ohne carta oder Versicherung oder mit Überladung kosten Privatpersonen 300–3.000 €.
2Wichtige Daten
- Befreite Beiboote
- ≤ 2,5 m und ≤ 4,5 kW: keine Registrierung oder Prüfung
- Versicherungspflicht
- Typen 1–4; Typ 5 mit Motor; Typ-5-Segelboote über 7 m
- Wiederkehrende Prüfung
- 10 Jahre; 5 bei Erstregistrierung vor >20 Jahren, >24 m oder Holz >12 m
- Bordpapiere
- Livrete, carta, Versicherung, IUC-Nachweis (falls zutreffend)
- Bußgelder (Privatpersonen)
- 50–1.500 € für Kennzeichnung oder Flagge; 300–3.000 € für schwere Verstöße
3Kernpunkte
- 1
Registriere das Boot vor der ersten Nutzung; das elektronische livrete weist dies nach.
- 2
An Bord: livrete, carta, Versicherungspolice und IUC-Nachweis, dazu bei Bedarf Funk- und Prüfpapiere.
- 3
Versicherung: Typen 1–4, jedes Typ-5-Boot mit Motor, Typ-5-Segelboote über 7 m.
- 4
Prüfungen: 10 Jahre; 5 bei Erstregistrierung vor über 20 Jahren, über 24 m oder Holz und über 12 m.
4Häufige Fehler
Falsch: Eine 6-m-Segeljolle des Typs 5 mit Außenborder braucht keine Versicherung, weil sie unter 7 m lang ist.
Richtig: Jedes Boot des Typs 5 mit Motor braucht Versicherungsschutz. Die 7-m-Grenze gilt nur für Segelboote ohne Motor.
Falsch: Ohne livrete auf Papier an Bord bekommst du ein Bußgeld.
Richtig: Das livrete ist elektronisch. Der Zugangscode reicht aus. Damit verknüpfte Dokumente brauchen keine Papierkopie.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Die Polícia Marítima stoppt dein 8-m-Motorboot des Typs 4, erstmals vor 25 Jahren registriert. Du zeigst den livrete-Zugangscode auf deinem Handy und deine carta. Die letzte wiederkehrende Prüfung war vor sieben Jahren. Die Versicherung gilt, und acht Personen sind an Bord; das Herstellerschild nennt sieben. Was stimmt nicht?
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Das elektronische livrete und die carta sind in Ordnung. Seit der Erstregistrierung sind aber mehr als 20 Jahre vergangen. Daher ist die Prüfung alle 5 Jahre fällig: Nach sieben Jahren ist sie überfällig. Acht Personen bei sieben zugelassenen Plätzen bedeuten Überladung. Beides sind schwere Verstöße mit 300–3.000 € Bußgeld. Reduziere vor der nächsten Fahrt auf sieben Personen und kläre die überfällige Prüfung mit der zuständigen Behörde. Eine Terminbuchung allein ersetzt die fällige Prüfung nicht.
Prüfungstipps
- Vor Nutzung registrieren. Befreites Beiboot: dient einem Haupt-ER und passt an Bord; ≤2,5 m und ≤4,5 kW.
- Documentos de bordo: livrete, carta, Versicherungspolice, IUC-Nachweis (falls zutreffend).
- Versicherung: Typen 1–4; Typ 5 mit Motor; Typ-5-Segelboote > 7 m.
- Vistoria periódica: 10 Jahre; 5 bei >20 Jahren seit Erstregistrierung, >24 m oder Holz >12 m.
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