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Funkärztliche Beratung und Evakuierung

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Medizin an Bord≈ 2 Min. Lesezeit

Funkärztliche Beratung: Wer hilft und wie erreichst du den Dienst?

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Ärzte an Land beraten jedes Fahrzeug auf See kostenlos, tagsüber und nachts. Du erreichst sie über die Küstenwache, die auch eine Evakuierung organisieren kann.

Was TMAS ist

Ein TMAS (funkärztlicher Beratungsdienst) bietet Fahrzeugen auf See rund um die Uhr kostenlose ärztliche Beratung. Leitlinien der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und das Internationale Handbuch für die luftgestützte und maritime Suche und Rettung (IAMSAR-Handbuch) verknüpfen TMAS mit den Seenotleitstellen (MRCC). In der Europäischen Union verpflichtet die Richtlinie 92/29/EWG jeden Mitgliedstaat, eine oder mehrere ärztliche Beratungsstellen zu benennen.

Zuerst die Küstenwache rufen

Wende dich an die Küstenwache oder Seenotleitstelle, nicht direkt an ein Krankenhaus. Sie erfasst deine Position und das Problem und verbindet dich mit dem TMAS-Arzt. Rät dieser zur Evakuierung, ist die Seenotleitstelle bereits eingebunden und kann die Rettung organisieren. Ein Anruf bei einem befreundeten Arzt alarmiert die Seenotleitstelle nicht automatisch.

Einige nationale Dienste

In Großbritannien rufst du HM Coastguard: Sie verbindet dich mit dem Queen Alexandra Hospital in Portsmouth oder dem Aberdeen Royal Infirmary. In Frankreich erreichst du über CROSS, die französischen Küstenwachzentren, die funkärztliche Beratungsstelle CCMM in Toulouse. In Spanien rufst du den Seenotrettungsdienst Salvamento Marítimo für das Centro Radio-Médico Español des Instituto Social de la Marina in Madrid. Italiens internationales funkärztliches Zentrum CIRM in Rom berät Fahrzeuge jeder Flagge.

So stellst du Kontakt her

Nutze UKW-Seefunk (VHF): den digitalen Selektivruf (DSC) oder Kanal 16. Weiter draußen nutzt du DSC auf Grenzwelle (MF). Mobil- und Satellitentelefone dienen als Reserve: Ein Funkspruch erreicht auch nahe Fahrzeuge und Küstenfunkstellen. Weit auf See kontaktierst du die zuständige Seenotleitstelle per Satellit; siehe GMDSS (weltweites Seenot- und Sicherheitsfunksystem).

2Wichtige Daten

TMAS
Ärztliche Beratung für Fahrzeuge auf See, 24 h, kostenlos
Erster Kontakt
Küstenwache/MRCC: verbindet dich mit dem TMAS
Großbritannien
HM Coastguard → QA Hospital Portsmouth oder Aberdeen Royal Infirmary
Frankreich
CROSS → CCMM Toulouse
Spanien
Salvamento Marítimo → Centro Radio-Médico Español (ISM, Madrid)
Italien
CIRM, Rom: Fahrzeuge jeder Flagge

3Kernpunkte

  1. 1

    TMAS-Ärzte beraten jedes Fahrzeug auf See kostenlos, tagsüber und nachts.

  2. 2

    Rufe zuerst die Küstenwache/Seenotleitstelle; sie verbindet dich mit dem Arzt.

  3. 3

    Über die Seenotleitstelle lässt sich eine Evakuierung ohne Verzögerung organisieren.

  4. 4

    Nutze UKW-DSC, Kanal 16 oder Grenzwellen-DSC; Telefone nur als Reserve.

  5. 5

    Informiere dich vor dem Auslaufen über den zuständigen Dienst: HM Coastguard, CROSS, Salvamento Marítimo.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Rufe mit dem Handy direkt das nächste Krankenhaus an.

    Richtig: Rufe die Küstenwache. Sie verbindet dich mit dem TMAS-Arzt und kann sofort eine Evakuierung einleiten.

  • Falsch: Funkärztliche Beratung gibt es nur für Handelsschiffe.

    Richtig: Jedes Fahrzeug auf See, auch eine Yacht, kann kostenlos funkärztliche Beratung anfordern.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

25 Seemeilen vor der Bretagne hat ein Crewmitglied starke Bauchschmerzen, die zunehmen. Du hast Handyempfang und eine befreundete Pflegekraft an Land. Was tust du?

Antwort zeigen

Rufe CROSS über UKW-DSC oder Kanal 16 und bitte um ärztliche Beratung. CROSS erfasst deine Position und das Problem und verbindet dich mit dem CCMM-Arzt in Toulouse. Rät der Arzt zur Evakuierung, organisiert CROSS sie. Ein Anruf bei deiner Bekanntschaft allein alarmiert CROSS nicht; kontaktiere CROSS direkt. Halte das Telefon als Reserve bereit.

Prüfungstipps

  • TMAS: kostenlose ärztliche Beratung für Fahrzeuge auf See, 24 h, mit MRCC verknüpft (IAMSAR).
  • Zuerst Küstenwache/MRCC kontaktieren: über UKW-DSC, Kanal 16 oder Grenzwellen-DSC.
  • Großbritannien: HM Coastguard; Frankreich: CROSS → CCMM; Spanien: Salvamento Marítimo → CRME; Italien: CIRM.
  • Telefone nur als Reserve: Sie alarmieren keine nahe gelegenen Funkstellen.

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