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Nebel und Sicht auf See

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Sichtweite: Nebel, feuchter und trockener Dunst

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Nebel besteht aus Wassertröpfchen und senkt die Sicht unter 1.000 m. Auch feuchter und trockener Dunst, Regen, Schnee und Gischt mindern die Sicht, jeweils aus anderen Gründen.

Was Sichtweite bedeutet

Die Sichtweite ist die größte Entfernung, in der du einen Gegenstand sehen und erkennen kannst. In Seewetterberichten des britischen Met Office gelten Seemeilen (NM): gut über 5 NM, mäßig 2–5 NM, schlecht 1.000 m bis 2 NM, sehr schlecht unter 1.000 m. Prüfe bei anderen Diensten deren Definitionen. Siehe die Lektion zu Vorhersagebegriffen.

Nebel

Nebel ist eine Wolke aus winzigen Wassertröpfchen, die die Oberfläche berührt und die Sicht auf unter 1.000 m senkt. Unter 100 m spricht das Met Office von dichtem Nebel. Auf See gehört Nebel zu den Hauptursachen für Zusammenstöße und Grundberührungen.

Feuchter und trockener Dunst

Feuchter Dunst besteht aus denselben Tröpfchen, ist aber dünner: Die Sicht beträgt mindestens 1.000 m, und die Luft fühlt sich feucht an. Trockener Dunst besteht aus trockenen Teilchen wie Staub, Salz oder Rauch, nicht aus Wasser.

Andere Ursachen

Niederschlag bedeutet Regen, Schnee oder Hagel. Starker Regen kann die Sicht auf wenige Seemeilen oder weniger senken; Schnee kann stärker behindern als Nebel. Bei starkem Wind mindern auch Gischt und Fluggischt, feine, von Wellenkämmen verwehte Wassertröpfchen, die Sicht. Beurteile nachts die Sicht anhand erkennbarer Lichter, nicht anhand der Dunkelheit.

Auswirkungen an Bord

Bei schlechter Sicht erkennst du andere Fahrzeuge, Tonnen und die Küste erst spät. Lichter wirken schwächer, als ihre in der Karte angegebene Tragweite erwarten lässt. Wind und Temperaturschichten können Schall ablenken. Die scheinbare Richtung und Lautstärke eines Signals können dich deshalb täuschen. Radar und AIS (Automatisches Identifikationssystem, das Schiffsdaten per Funk austauscht) helfen, zeigen aber nicht jedes Fahrzeug.

2Wichtige Daten

Nebel
Sicht unter 1.000 m, Wassertröpfchen
Dichter Nebel (Met Office)
Sicht unter 100 m
Feuchter Dunst
Wassertröpfchen, Sicht mindestens 1.000 m
Trockener Dunst
Trockene Teilchen: Staub, Salz, Rauch
Sehr schlecht (britisches Met Office)
Unter 1.000 m in britischen Seewetterberichten

3Kernpunkte

  1. 1

    Nebel: Sicht unter 1.000 m, besteht aus Wassertröpfchen.

  2. 2

    Feuchter Dunst: Tröpfchen, aber Sicht mindestens 1.000 m.

  3. 3

    Trockener Dunst entsteht durch trockene Teilchen wie Staub, Salz oder Rauch.

  4. 4

    Auch Regen, Schnee und Gischt mindern die Sicht.

  5. 5

    Nebelsignale verraten Richtung und Entfernung nicht zuverlässig.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Trockener und feuchter Dunst sind dasselbe.

    Richtig: Feuchter Dunst besteht aus Wassertröpfchen, trockener Dunst aus trockenen Teilchen wie Staub oder Salz.

  • Falsch: Am Nebelsignal erkennst du, wo sich ein anderes Fahrzeug befindet.

    Richtig: Wind und Temperaturschichten können Schall ablenken. Die Lautstärke sagt wenig über die Entfernung aus. Nimm jedes Nebelsignal als Warnung, auch wenn seine Peilung, also die Richtung zum Signal, ungewiss ist.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Ein Seewetterbericht des britischen Met Office meldet bei milder, feuchter Südwestluft: „Sicht mäßig oder schlecht, zeitweise sehr schlecht“. Du willst eine stark befahrene Schifffahrtsroute queren. Mit welcher Sicht musst du rechnen?

Antwort zeigen

Meist 1.000 m bis 5 NM, zeitweise aber unter 1.000 m. Nebel ist möglich; die Sichtangabe allein verrät die Ursache nicht. Andere Fahrzeuge können erst spät auftauchen. Verschiebe die Querung oder bereite dich vorher vollständig auf verminderte Sicht vor: mit Radar und AIS, falls vorhanden, einem Radarreflektor, Schallsignalen und einem eigens eingeteilten Ausguck.

Prüfungstipps

  • Nebel: Sicht unter 1.000 m; feuchter Dunst: Wassertröpfchen bei mindestens 1.000 m Sicht.
  • Trockener Dunst entsteht durch trockene Teilchen, nicht durch Wassertröpfchen.
  • Seewetterberichte des britischen Met Office: gut über 5 NM, mäßig 2–5 NM, schlecht 1.000 m–2 NM, sehr schlecht unter 1.000 m.

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