Luftdruck, Lufttemperatur, Feuchte und Wassertemperatur
1Die Lektion in einfachen Worten
Melde den auf mittleren Meeresspiegel korrigierten Luftdruck, Lufttemperatur und Taupunkt aus einer belüfteten Wetterhütte sowie die Wassertemperatur mit Messverfahren.
Luftdruck auf Meereshöhe
Lies das Barometer auf 0,1 hPa ab. Berücksichtige seinen Indexfehler, die bei der letzten Prüfung gegen ein Referenzgerät festgestellte Abweichung. Addiere dann die Höhenkorrektur auf mittleren Meeresspiegel (MSL). Nahe der Oberfläche beträgt sie etwa 0,12 hPa je Meter. Den genauen Wert liefert die Wettertagebuchsoftware oder die Barometerkarte. Luftdruckverlauf und Barograph behandelt die Lektion Wettervorhersage an Bord; hier brauchst du den korrigierten Wert. Prüfe, welche Korrekturen schon enthalten sind. Addiere die Höhe nie zweimal.
Rechenbeispiel
Dein Brückenbarometer hängt 18 m über der Wasserlinie und zeigt 1.008,6 hPa. Laut PMO-Prüfung zeigt es 0,4 hPa zu viel an. Korrigiert bleiben 1.008,2 hPa. Höhenkorrektur: 18 × 0,12 ≈ 2,2 hPa. Du addierst sie, weil der Luftdruck auf Meereshöhe höher ist. Melde 1.010,4 hPa. Melde auch die Luftdrucktendenz über 3 Stunden: die Änderung in hPa und ihre Charakteristik, also die Form der Kurve, etwa erst steigend, dann fallend.
Lufttemperatur und Feuchte
Miss die Lufttemperatur mit einem Trockenthermometer und die Feuchte mit einem Feuchtthermometer, dessen Messfühler in feuchtem Musselin steckt. Beide gehören in eine belüftete Wetterhütte, einen Lamellenkasten, auf der Luv-Brückennock, der dem Wind zugewandten Seite. Halte Abstand zu Schornsteinwärme, sonnenwarmem Stahl und Abgasen. Ein Psychrometer kombiniert beide Thermometer: Ein Schleuderpsychrometer schwenkst du durch die Luft, ein Aspirationspsychrometer belüftet sie mit einem Lüfter. Die Software berechnet den Taupunkt. Die Feuchte selbst erklärt die Lektion Wolken und Luftfeuchte.
Wassertemperatur
Die Meeresoberflächentemperatur (SST) wird hauptsächlich auf drei Arten gemessen. Mit einem wärmeisolierten Schöpfeimer: Du entnimmst die Wasserprobe bugwärts von allen Auslässen und liest die Temperatur sofort im Schatten ab. Mit einem Sensor am Kühlwassereinlass des Maschinenraums, einige Meter tief; Maschinenraumwärme kann den Wert erhöhen. Mit einem Rumpfkontaktsensor innen an der Außenhaut unter der Wasserlinie. Melde das verwendete Verfahren. Der Schlüssel sieht dafür ein Feld vor, und die Wissenschaft korrigiert jedes Verfahren anders.
2Wichtige Daten
- Luftdruckablesung
- Auf 0,1 hPa, um Indexfehler und Höhe korrigiert
- Höhenkorrektur
- Nahe Meereshöhe etwa +0,12 hPa je Meter; Tabelle verwenden
- Rechenbeispiel
- 1.008,6 − 0,4 + 2,2 = 1.010,4 hPa
- Wetterhütte
- Luvseite, belüftet, fern von Wärmequellen
- SST-Verfahren
- Schöpfeimer, Kühlwassereinlass oder Rumpfsensor: Verfahren immer angeben
3Kernpunkte
- 1
Korrigiere den Luftdruck um Indexfehler und Höhe auf MSL. Prüfe, welche Korrekturen bereits enthalten sind.
- 2
Stelle die Wetterhütte auf der Luvseite auf, fern von Wärme und Abgasen.
- 3
Der Taupunkt ergibt sich aus Trocken- und Feuchtthermometerwerten. Die Software berechnet ihn.
- 4
Melde das SST-Messverfahren: Schöpfeimer, Einlass- und Rumpfsensor liefern unterschiedliche Werte.
4Häufige Fehler
Falsch: Sende einfach die Barometeranzeige. Den Rest korrigiert der Wetterdienst.
Richtig: Schiffsmeldungen enthalten den Luftdruck auf mittlerem Meeresspiegel. Prüfe vor dem Verschlüsseln, welche Index- und Höhenkorrekturen bereits berücksichtigt sind.
Falsch: Die Wetterhütte kann überall regengeschützt stehen, etwa in Lee neben dem Schornstein.
Richtig: Stelle sie belüftet in Luv auf, fern von Schornsteinwärme und warmem Stahl. Sonst sind die Messwerte unbrauchbar.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Das Brückenbarometer zeigt 1.005,3 hPa und trägt den Hinweis „auf MSL korrigiert“. Ein Kadett will 2,9 hPa addieren, weil das Gerät 24 m über dem Wasser hängt. Was prüfst du?
Antwort zeigen
Prüfe die Einstellungen und die PMO-Karte, bevor du etwas addierst. Enthält die Anzeige bereits die geprüfte Index- und Meereshöhenkorrektur, meldest du 1.005,3 hPa. Eine erneute Höhenkorrektur würde den Luftdruck zu hoch angeben. Das Rechenbeispiel beginnt mit einem unkorrigierten Wert. Kläre unklare Einstellungen vor dem Verschlüsseln.
Prüfungstipps
- MSL-Luftdruck = Ablesung ± Indexfehler + Höhenkorrektur (etwa 0,12 hPa/m).
- Trocken- und Feuchtthermometer in einer belüfteten Wetterhütte in Luv liefern Temperatur und Taupunkt.
- SST mit Schöpfeimer, Kühlwassereinlass oder Rumpfsensor; Verfahren angeben.
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