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Wetterbeobachtungen und Wettermeldungen von Schiffen

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Wind und Wellen: wahrer Wind, Seegang, Windsee und Dünung

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Melde den wahren Wind, den du um die Schiffsbewegung bereinigst. Trenne Windsee und jede Dünung nach Richtung, Periode und Höhe.

Scheinbarer und wahrer Wind

Das Anemometer, der Windmesser, misst den scheinbaren Wind: die Luftbewegung relativ zum fahrenden Schiff. Melde den wahren Wind relativ zur Erde: mittlere Geschwindigkeit in Knoten und Herkunftsrichtung, also woher er weht, in Grad rechtweisend, gemittelt über die zehn Minuten vor der Beobachtung. Rechne relative Peilungen mit der rechtweisenden Vorausrichtung um, der Richtung des Bugs. Addiere dann die Schiffsgeschwindigkeit als Vektor aus Kurs über Grund (COG) und Fahrt über Grund (SOG). TurboWin+ kann dies berechnen. Prüfe die Eingaben.

Rechenbeispiel

Angenommen, es gibt weder Strömung noch seitliche Abdrift: Vorausrichtung und COG sind 000°, SOG 15 Knoten. Der scheinbare Wind weht mit 25 Knoten aus 30° an Steuerbord voraus. Die Luft bewegt sich relativ zum Schiff mit 25 Knoten nach 210°: 21,7 Knoten südwärts und 12,5 Knoten westwärts. Addiere deine Bewegung von 15 Knoten nordwärts: Die Luft bewegt sich 6,7 Knoten südwärts und 12,5 Knoten westwärts. Ihre Geschwindigkeit ist √(6,7² + 12,5²) ≈ 14 Knoten, nach 242°. Der wahre Wind weht mit etwa 14 Knoten aus 062°.

Schätzen nach dem Seebild

Fehlt ein zuverlässiger Windmesser, schätze den Wind anhand des Seegangs, also Wellenbild und Schaumkronen, mit den Beschreibungen der Beaufortskala. Das dient auch zur Kontrolle. Das Seebild zeigt Wind relativ zum Wasser; starke Strömungen können den Vergleich beeinflussen. Betrachte eine große Fläche statt deiner Bugwelle. Berücksichtige, dass die See nach einem plötzlichen Windwechsel verzögert reagiert und Gegenstrom die Wellen steiler macht.

Windsee und Dünung

Windsee entsteht durch den örtlichen Wind: kurze, steile Wellenkämme laufen mit ihm. Dünung kommt aus einem entfernten Windgebiet: längere, glattere, regelmäßigere Wellen, oft aus anderer Richtung. Melde beides getrennt: Windsee mit Periode und Höhe; jedes von bis zu zwei Dünungssystemen mit Herkunftsrichtung, Periode und Höhe. Ausbreitung und Periode der Dünung behandelt die Lektion Wettervorhersage an Bord.

Wellen messen

Miss die Periode, die Zeit zwischen zwei Wellenkämmen, an einer mit dem Wasser treibenden Schaumstelle. Stoppe vom ersten bis zum elften Kamm: Das sind zehn Abstände, also teilst du durch zehn. Am fahrenden Schiff misst du dagegen die Begegnungsperiode. Schätze die signifikante Wellenhöhe: ungefähr die mittlere Höhe vom Wellental zum Kamm des höchsten Drittels aller Wellen. Melde Windsee und jede Dünung getrennt. Nutze den Freibord, den senkrechten Abstand von der Wasserlinie zur Deckskante, als Maßstab. Ignoriere das Kielwasser und beobachte von einem sicheren Platz aus.

2Wichtige Daten

Wahrer Wind
Erdbezogen; 10-Minuten-Mittel, Knoten, Herkunftsrichtung in Grad rechtweisend
Rechenbeispiel
Vorausrichtung/COG 000°, SOG 15 kn; 25 kn, 30° Steuerbord voraus → ≈14 kn aus 062°
Seegang
Zeigt Wind über Wasser; Strömung und verzögerte Reaktion berücksichtigen
Windsee
Periode und Höhe
Dünung
Bis zu zwei Systeme: Richtung, Periode und Höhe

3Kernpunkte

  1. 1

    Für wahren Wind rechnest du Peilungen mit der Vorausrichtung um. Addiere die Schiffsgeschwindigkeit über Grund zur scheinbaren Luftbewegung.

  2. 2

    Richtungen geben an, woher Wind und Dünung kommen, in Grad rechtweisend.

  3. 3

    Schätze Wind anhand des Seegangs über eine große Fläche statt anhand deiner Bugwelle.

  4. 4

    Melde Windsee und jedes Dünungssystem getrennt.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Melde die Windmesseranzeige. Der Wetterdienst kann die Schiffsbewegung herausrechnen.

    Richtig: Die Meldung muss den wahren Wind enthalten. Rechne ihn um oder nutze die Wettertagebuchsoftware und prüfe das Ergebnis.

  • Falsch: Die Wellenhöhe ist die größte Welle, die du während der Beobachtung gesehen hast.

    Richtig: Schätze die mittlere Höhe des höchsten Drittels ohne das Kielwasser. Melde Windsee und Dünung getrennt.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Angenommen, es gibt weder Strömung noch Abdrift: Vorausrichtung und COG sind 090°, SOG 12 Knoten. Der Windmesser zeigt 12 Knoten scheinbaren Wind genau von vorn. Wie ist der wahre Wind?

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Windstille. 12 Knoten Wind genau von vorn entstehen bei Windstille allein durch deine SOG von 12 Knoten. Addiere die Schiffsgeschwindigkeit über Grund zur scheinbaren Luftbewegung: 12 Knoten westwärts plus 12 Knoten ostwärts ergeben null. Bestätige Windstille nicht anhand des Seebilds: Dünung oder restliche Windsee können nach dem Abflauen bestehen bleiben. Melde Windstille statt 12 Knoten aus 090°.

Prüfungstipps

  • Wahrer Wind: relative Peilungen mit der Vorausrichtung umrechnen, dann die Schiffsgeschwindigkeit über Grund zur scheinbaren Luftbewegung addieren.
  • Seegang zeigt Wind relativ zum Wasser; Strömungen und verzögerte Reaktion berücksichtigen.
  • Wellen: Windsee (Periode, Höhe) und bis zu zwei Dünungssysteme (Richtung, Periode, Höhe).

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