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Sturmböen, Gewitter und Wasserhosen

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Gewitterböen mit Auge, Radar und Gehör erkennen und verfolgen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Beobachte Gewitter früh, bestimme Peilung und Entfernung und prüfe, ob sie auf dich zuziehen. So kannst du dich rechtzeitig vorbereiten oder Abstand halten.

Mit dem Auge

Achte tagsüber auf eine dunkle, scharf begrenzte Wolkenbasis, Regenschächte bis zum Meer, eine Böenwalze und ein dunkles, aufgerautes Band auf dem Wasser, das auf dich zuzieht. Nachts beleuchten Blitze die Gewitter und zeigen ihre Lage. Halte rundum Ausguck: Gewitter können anders ziehen als der Bodenwind. Prüfe die Lage alle paar Minuten neu.

Peilung und Entfernung

Peile Mitte und Ränder des Gewitters alle paar Minuten mit dem Kompass. Eine stehende Peilung bei abnehmender Entfernung warnt davor, dass es auf deinen Standort zuzieht, ähnlich einem Schiff auf Kollisionskurs. Ändern sich die Peilungen stetig, zieht es vielleicht seitlich vorbei; prüfe weiter Peilung und Entfernung. Notiere die Uhrzeiten im Logbuch.

Vom Blitz zum Donner

Das Licht kommt sofort an; der Schall braucht etwa 3 Sekunden pro Kilometer oder 5,4 Sekunden pro Seemeile. Zähle vom Blitz bis zum Donner. Bei 12 Sekunden ist diese Entladung etwa 4 km (2,2 sm) entfernt. Bei später gemessenen 6 Sekunden liegt diese Entladung etwa 2 km (1,1 sm) entfernt. Blitze entstehen an verschiedenen Stellen eines Gewitters. Bestätige seine Bewegung durch wiederholte Peilungen und Radarentfernungen. Hörst du Donner, bist du in Blitzreichweite.

Auf dem Radar

Starkregen erzeugt oft breite, unscharfe Radarechos. Verfolge sie mit der EBL (elektronische Peillinie) und dem VRM (veränderlicher Entfernungsmessring). Regenechos können Boote verdecken; Starkregen kann auch Echos dahinter abschwächen. Die Regenenttrübung (manchmal FTC genannt) unterdrückt Regenechos, kann aber auch kleine Ziele ausblenden. Halte sorgfältig Ausguck: Eine freie Stelle auf dem Bildschirm beweist kein freies Wasser.

Weitere Hilfsmittel

Küstennah zeigen Wetterradar- und Blitzortungs-Apps Gewitterzellen und ihre Bewegung. Ihre Daten können aber mehrere Minuten verzögert sein und brauchen Mobilfunkempfang. Wetterberichte warnen mit Formulierungen wie Gewittergefahr. GRIB-Dateien können CAPE enthalten, ein Maß für Labilität: Hohe Werte bedeuten, dass Gewitter möglich sind, nicht sicher.

2Wichtige Daten

Blitz bis Donner (km)
Sekunden ÷ 3
Blitz bis Donner (Seemeilen)
Sekunden ÷ etwa 5,4
Rechenbeispiel
12 s ≈ 4 km ≈ 2,2 sm; 6 s ≈ 2 km ≈ 1,1 sm
Stehende Peilung, sinkende Entfernung
Warnt vor einem heranziehenden Gewitter
Donner hörbar
Du bist in Blitzreichweite

3Kernpunkte

  1. 1

    Bestimme Peilung und Entfernung wiederholt: Stehende Peilung bei sinkender Entfernung warnt vor einem heranziehenden Gewitter.

  2. 2

    Blitz bis Donner: Sekunden ÷ 3 = km; Sekunden ÷ etwa 5,4 = Seemeilen.

  3. 3

    Radar zeigt Starkregen als große, unscharfe Echos; verfolge sie mit EBL und VRM.

  4. 4

    Regen und Regenenttrübung können Boote verbergen; eine freie Radarfläche beweist kein freies Wasser.

  5. 5

    Wenn du Donner hörst, bist du nahe genug für einen Blitzschlag.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Drehe die Regenenttrübung auf, bis der Bildschirm frei ist.

    Richtig: Zu starke Regenenttrübung kann kleine Ziele ausblenden. Stelle sie nur so stark ein, dass Regenechos verringert werden, und halte weiter Ausguck.

  • Falsch: Der Donner ist weit weg, also können uns Blitze noch nicht erreichen.

    Richtig: Wenn du Donner hörst, bist du in Blitzreichweite. Blitze können weit vom Regen entfernt einschlagen.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Um 0110 liegen bei Blitzen westlich von dir 15 Sekunden zwischen Blitz und Donner. Um 0125 sind es 9 Sekunden. Dasselbe Regenecho bleibt nahe 270°, während seine Radarentfernung von 3 sm auf 2 sm sinkt. Was kannst du daraus schließen?

Antwort zeigen

15 Sekunden entsprechen etwa 5 km (2,8 sm); 9 Sekunden etwa 3 km (1,7 sm). Die spätere Entladung ist näher, doch Blitze können an verschiedenen Stellen auftreten. Dasselbe Radarecho steht in der Peilung und kommt näher. Das bestätigt, dass es auf deinen Standort zuzieht. Behandle es als Gefahr. Verfolge es weiter mit EBL und VRM samt Uhrzeiten und halte Ausguck nach Fahrzeugen.

Prüfungstipps

  • Stehende Peilung und sinkende Entfernung: Das Gewitter zieht auf dich zu.
  • Blitz bis Donner: ÷3 für km, ÷ etwa 5,4 für Seemeilen.
  • Radar: Starkregen = unscharfe Echos; mit EBL/VRM verfolgen; Regenechos können Boote verbergen.
  • Hörbarer Donner bedeutet, dass du in Blitzreichweite bist.

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