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Tropische Wirbelstürme: Saisons, Anzeichen und Ausweichen

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Entstehungsgebiete, Jahreszeiten und typische Zugbahnen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Jedes Meeresgebiet hat seine eigene Wirbelsturmsaison. Kenne die Termine für deine Route. Denke daran: Stürme können auch außerhalb dieser Zeiten entstehen.

Wo und wann

Tropische Wirbelstürme entstehen in mehreren Meeresgebieten, meist im Spätsommer und Frühherbst ihrer Halbkugel, wenn das Meer am wärmsten ist. Saisontermine und übliche Aktivitätszeiträume sind keine Garantie: In manchen Jahren entstehen Atlantikstürme im Mai oder Dezember. Südatlantik und südöstlicher Pazifik sind wegen kühlen Wassers und starker Windscherung fast frei davon. Im Südatlantik ist nur ein Hurrikan dokumentiert: vor Brasilien im Jahr 2004.

Nordhalbkugel

Nordatlantik mit Karibik und Golf von Mexiko: 1. Juni bis 30. November, mit deutlichem Höhepunkt im September; 96 % der schweren Hurrikane treten zwischen August und Oktober auf. Nordöstlicher Pazifik: 15. Mai bis 30. November. Zentralpazifik: 1. Juni bis 30. November. Nordwestlicher Pazifik: ganzjährig, am aktivsten von Juli bis November. Nördlicher Indischer Ozean: zwei Hauptaktivitätszeiten, April–Mai und Oktober–November, vor und nach dem Sommermonsun.

Südhalbkugel

Der Seefahrerleitfaden nennt diese groben Aktivitätszeiträume: Südwestlicher Indischer Ozean: 15. November bis 30. April, mit Höhepunkt von Januar bis Anfang März. Südöstlicher Indischer Ozean und Australien: Ende Oktober bis Mai. Südwestlicher Pazifik: Ende Oktober bis Anfang Mai, mit Höhepunkt Ende Februar und Anfang März. Die Gefahr liegt im Südsommer, spiegelbildlich zu den nördlichen Jahreszeiten.

Wie sie ziehen

In den Tropen ziehen die meisten Stürme westwärts, gesteuert vom subtropischen Hochdruckgürtel nahe 30° Breite. Viele biegen dann um: erst polwärts, dann nach Osten, wobei sie oft schneller werden. Eine typische Zuggeschwindigkeit ist 13–17 Knoten. Ein Sturm kann aber einen Tag stillstehen oder nach dem Umbiegen mit über 25 Knoten ziehen. Auf der Südhalbkugel ziehen Stürme meist südwestwärts und biegen dann nach Südosten um.

Klimatologie nutzen

Klimatologie beschreibt anhand langjähriger Aufzeichnungen, was üblicherweise geschieht. Die Klimatologieseiten des NHC sowie Monats- und Routenplanungskarten zeigen monatliche Zugbahnen und Häufigkeiten. Die Einheit zur Planung von Hochseepassagen nutzt diese Jahreszeiten zur Wahl des Überfahrttermins. Dieser Teil nennt nur die Zeiträume und üblichen Zugbahnen.

2Wichtige Daten

Nordatlantik
1. Juni – 30. November; deutlicher Höhepunkt im September
Nordöstlicher Pazifik
15. Mai – 30. November
Nordwestlicher Pazifik
Ganzjährig; am aktivsten Juli – November
Nördlicher Indischer Ozean
Höhepunkte April–Mai und Oktober–November; Stürme ganzjährig möglich
Südwestlicher Indischer Ozean
15. November – 30. April
Australien und südwestlicher Pazifik
Ende Oktober – Mai (südwestlicher Pazifik bis Anfang Mai)

3Kernpunkte

  1. 1

    Nordatlantiksaison: 1. Juni bis 30. November, mit deutlichem Höhepunkt im September.

  2. 2

    Im nordwestlichen Pazifik gibt es in jedem Monat Taifune; die meisten treten von Juli bis November auf.

  3. 3

    Im nördlichen Indischen Ozean liegen die Höhepunkte von April bis Mai und von Oktober bis November; Stürme sind auch außerhalb möglich.

  4. 4

    Auf der Südhalbkugel liegen die Saisons im Südsommer, etwa November bis April.

  5. 5

    Stürme ziehen meist westwärts, biegen dann polwärts und nach Osten um und werden dabei oft schneller.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Nach dem 30. November ist der Atlantik garantiert sturmfrei.

    Richtig: Die Termine beschreiben die übliche Saison. Gelegentlich entstehen Stürme im Mai oder Dezember. Prüfe daher weiter die Vorhersagen.

  • Falsch: Die Saison auf der Südhalbkugel entspricht der nördlichen: Juni bis November.

    Richtig: Sie liegt spiegelbildlich im Südsommer, etwa November bis April oder Mai, je nach Meeresgebiet.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Im Dezember zeigt ein Atlantik-Warnbericht einen stillstehenden tropischen Sturm. Ein Crewmitglied nimmt ihn nicht ernst, weil die Saison vorbei ist, und geht davon aus, dass er mit 15 Knoten westwärts zieht. Welche Annahmen sind falsch?

Antwort zeigen

Saisontermine sind keine Sicherheitsgrenzen. Stürme können außerhalb dieser Zeiten entstehen, stillstehen, umbiegen und schneller werden. Entnimm die Bewegung dieses Sturms dem aktuellen Warnbericht. Typische Zugbahnen und Geschwindigkeiten beschreiben das übliche Verhalten, geben aber keine Garantie.

Prüfungstipps

  • Nordatlantik 1. Juni – 30. November; nordöstlicher Pazifik 15. Mai – 30. November.
  • Nordwestlicher Pazifik ganzjährig; nördlicher Indischer Ozean April–Mai und Oktober–November.
  • Südwestlicher Indischer Ozean 15. November – 30. April; Australien und südwestlicher Pazifik Ende Oktober – Mai.
  • Typische Zugbahn: westwärts im Passat, dann polwärts und nach Osten umbiegend.

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