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Wetterrouting und Reiseplanung bei schwerem Wetter

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Meteorologie≈ 3 Min. Lesezeit

Wetterroutenplanung: Ziele, Methoden und Entscheidungsbefugnis

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Die Wetterroutenplanung wählt Route und Fahrt nach vorhergesagtem Wind, Seegang und Strömung. Der Wetterroutenberater berät; der Kapitän entscheidet.

Zwei Planungsarten

Die klimatologische Routenplanung nutzt langjährige Mittelwerte: Routenplanungskarten, Ocean Passages for the World und saisonale Grenzen. Das behandelt die Lektion zur Ozeanpassagenplanung. Die aktuelle Wetterroutenplanung nutzt die neuesten Wind-, Seegangs- und Strömungsvorhersagen für diese Reise und passt die Route mit jeder neuen Vorhersage an. Auf einer Ozeanüberquerung ergänzen sich beide: Das Klima bestimmt sichere Jahreszeit und grobe Route, die Vorhersagen den täglichen Reiseweg.

Was die Route optimiert

Du wählst eine Route für ein Ziel innerhalb festgelegter Grenzen. Kürzeste Reisezeit bedeutet früheste Ankunft. Geringster Brennstoffverbrauch, also auch geringste Emissionen, geht oft mit einer festen Ankunftszeit einher, etwa bei der Just-in-time-Ankunft (Just-in-time arrival), der bedarfsgerechten Ankunft zum Liegeplatztermin. Geringste Schäden begrenzt Schiffsbewegungen, Slamming (harte Schläge des Rumpfs gegen Wellen) und Wasser an Deck auf das für Rumpf, Ladung und Besatzung Tragbare. Die Grenzen stehen zuerst fest: erträglicher Wind und Seegang, Roll- und Beschleunigungsgrenzen sowie zu meidende Eis- oder Sturmgebiete.

IMO und Beratungsdienste

Die IMO-Entschließung A.528(13), die Empfehlung zur Wetterroutenberatung von 1983, erkennt deren Sicherheitsnutzen an. Sie fordert Regierungen auf, ihre Schiffe über verfügbare Dienste zu informieren. Heute senden landgestützte Wetterroutendienste Routenvorschläge und Aktualisierungen per E-Mail. Viele Schiffe nutzen Routenplanungssoftware an Bord, gespeist mit Vorhersagedateien sowie eigenen Fahrt- und Bewegungsdaten. Beide sind nur so gut wie die zugrunde liegende Vorhersage und das Schiffsmodell.

Der Kapitän entscheidet

Routenberatung bleibt Beratung. Nach SOLAS V/34-1 dürfen Reeder, Charterer oder andere den Kapitän bei keiner Entscheidung behindern oder einschränken, die er nach fachlichem Ermessen für die Sicherheit oder den Schutz der Meeresumwelt für erforderlich hält. Führt ein Routenvorschlag in einen aus deiner Sicht gefährlichen Seegang, ändere ihn. Begründe dies gegenüber Wetterroutenberater und Reederei. Halte deine Gründe im Schiffstagebuch fest.

In den Reiseplan aufnehmen

SOLAS V/34 verlangt einen Reiseplan gemäß den IMO-Richtlinien für die Reiseplanung, Entschließung A.893(21). Die Wetterroute gehört dazu: Reiseweg, Wegpunkte, Fahrtstufen und Wettergrenzen, die eine Änderung auslösen. Jede Routenänderung ist eine Änderung des Reiseplans. Das behandelt die letzte Lektion dieser Einheit.

2Wichtige Daten

Klimatologische Routenplanung
Langjährige Mittelwerte: sichere Jahreszeit und grobe Route
Aktuelle Wetterroutenplanung
Neueste Vorhersagen, mit jeder neuen Vorhersage aktualisiert
Ziele
Kürzeste Zeit, geringster Verbrauch, geringste Schäden, termingerechte Ankunft
IMO-Empfehlung
Entschließung A.528(13), Empfehlung zur Wetterroutenberatung (1983)
Ermessen des Kapitäns
SOLAS V/34-1: Niemand darf sicherheitsnotwendige Entscheidungen einschränken

3Kernpunkte

  1. 1

    Das Klima bestimmt Jahreszeit und grobe Route; aktuelle Vorhersagen bestimmen den Reiseweg.

  2. 2

    Jede Route verfolgt ein Ziel innerhalb von Grenzen: Zeit, Brennstoff oder geringste Schäden.

  3. 3

    Landdienste und Bordsoftware beraten; nach SOLAS V/34-1 entscheidet der Kapitän.

  4. 4

    Die Wetterroute gehört zum Reiseplan nach SOLAS V/34.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Ein Wetterroutendienst übernimmt die Verantwortung des Kapitäns für die sichere Navigation.

    Richtig: Der Wetterroutenberater berät. Der Kapitän bleibt verantwortlich und muss die Route ändern, wenn die Sicherheit es verlangt.

  • Falsch: Aktuelle Wetterroutenplanung macht Routenplanungskarten und Jahreszeiten bedeutungslos.

    Richtig: Vorhersagen reichen nur Tage voraus. Das Klima bestimmt weiterhin die sichere Jahreszeit und die grobe Route.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Dein Wetterroutenberater empfiehlt im Januar eine Großkreisroute über den Nordpazifik. Sie soll für einen Chartertermin 14 Stunden sparen. Laut neuester Vorhersage kreuzt in zwei Tagen ein kräftiges Tief die Route, mit signifikanten Wellenhöhen von 9 m.

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Prüfe die Route anhand der Schiffsgrenzen statt des Termins. Überschreitet der vorhergesagte Seegang die Grenzen deines Reiseplans, wähle eine südlichere Route oder passe die Fahrt an, um hinter dem Tief zu passieren. Teile Wetterroutenberater und Reederei deine Entscheidung samt Gründen mit. SOLAS V/34-1 schützt dein Sicherheitsermessen. Halte verwendete Vorhersagen und Gründe im Schiffstagebuch fest.

Prüfungstipps

  • Klimatologische gegenüber aktueller Wetterroutenplanung.
  • Ziele: kürzeste Zeit, geringster Verbrauch, geringste Schäden innerhalb der Schiffsgrenzen.
  • A.528(13) empfiehlt Wetterroutenberatung; SOLAS V/34-1 belässt die Entscheidung beim Kapitän.

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