Proviant und Selbstversorgung auf einer Ozeanpassage
1Die Lektion in einfachen Worten
Fernab von Hilfe brauchst du Vorräte und Reparaturmöglichkeiten für Wochen. Plane Wasser, Essen, Kraftstoff, Energie, Ersatzteile, medizinische Versorgung und Kommunikation mit Reserve.
Die Dauer planen
Beginne mit der Zeit auf See. Teile die Entfernung durch ein realistisches Etmal, also die Strecke in 24 Stunden, nicht durch dein bestes. Plane einen Zuschlag für Flauten, Gegenwind und Reparaturen ein: 25 % oder mehr sind üblich. Die Einheit Hochseeplanung behandelt Wachsysteme und Ermüdung. Die Offshore-Sicherheitsvorschriften von World Sailing für die Kategorien 0 und 1 setzen einen Maßstab für die Ausrüstung.
Wasser
Wasser steht an erster Stelle. Der World Cruising Club empfiehlt zur Planung mindestens 5 Liter pro Person und Tag. Verteile es auf Tanks und separate, dicht verschlossene Behälter. So gehen bei einem Leck oder einer Verunreinigung nicht alle Vorräte verloren. Ein Wassermacher, der Süßwasser aus Meerwasser gewinnt, ist eine Ergänzung, nicht die einzige Quelle. Bewahre Notfallwasser in der Notfalltasche auf.
Essen, Kraftstoff und Energie
Plane Mahlzeiten für die gesamte Dauer einschließlich Reserve, mit Lebensmitteln, die ohne Kühlschrank haltbar sind. Nimm Kraftstoff für Flauten wie im äquatorialen Flautengürtel, zum Laden und für die abschließende Hafenansteuerung mit. Erstelle eine Energiebilanz: den Tagesverbrauch jedes Geräts gegenüber dem, was Motor, Solarmodule und Generatoren liefern können.
Ersatzteile und Reparaturen
Fernab von Werkstätten musst du wichtige Reparaturen selbst bewältigen. Nimm Ersatzteile und Werkzeug für Motor, Steueranlage, Rigg, also Mast und Takelage, Segel, Pumpen, Toilette und Wassermacher mit. Dazu brauchst du eine Möglichkeit zum Steuern bei Ruderausfall. Prüfe Rigg und Steueranlage vor der Abfahrt und auf See. Auch eine Bordapotheke und ein Plan für funkärztliche Beratung gehören dazu; das Modul Medizin behandelt beides.
Kommunikation
Plane, wie du auf hoher See Vorhersagen empfängst, Hilfe rufst und Meldungen sendest. Vereinbare mit einer Kontaktperson an Land Meldezeiten und ihr Vorgehen, falls eine Meldung ausbleibt. Die Einheit GMDSS-Hochseekommunikation behandelt die Auswahl der Geräte.
2Wichtige Daten
- Passagedauer
- Entfernung ÷ realistisches Etmal, plus angemessene Reserve für Verzögerungen
- Wasser
- Mindestens 5 L pro Person und Tag (Planungsempfehlung des WCC)
- Lagerung
- Auf Tanks und separate, dicht verschlossene Behälter verteilen
- Wassermacher
- Eine Ergänzung, niemals die einzige Wasserquelle
- Energiebilanz
- Tagesverbrauch jedes Geräts gegenüber den Ladequellen
3Kernpunkte
- 1
Schätze die Passagedauer mit einem realistischen Etmal und ergänze eine Reserve für erwartbare Verzögerungen.
- 2
Wasser zuerst: Plane mindestens 5 Liter pro Person und Tag, verteilt auf Tanks und Behälter.
- 3
Nimm Kraftstoff für Flauten, Laden und Ansteuerung mit; gleiche die Energiebilanz aus.
- 4
Nimm Ersatzteile und Werkzeug für jedes lebenswichtige System sowie eine Notsteuerung mit.
- 5
Plane die Hochseekommunikation und vereinbare Meldezeiten mit einer Kontaktperson an Land.
4Häufige Fehler
Falsch: Mit einem Wassermacher brauchst du nur eine kleine Wasserreserve.
Richtig: Wassermacher fallen aus. Nimm genug Wasser für die Passage ohne Wassermacher mit, verteilt auf Tanks und Behälter.
Falsch: Plane den Proviant anhand deines schnellsten Etmals.
Richtig: Plane mit einem realistischen Durchschnitt und ergänze eine Reserve für Flauten, Gegenwind und Reparaturen.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Vier Crewmitglieder planen die 2.700 Seemeilen von Las Palmas nach Saint Lucia auf einer 12 m langen Yacht mit durchschnittlich 5,6 Knoten. Nur 400 Liter Wasser sind an Bord, aber der Wassermacher funktioniert. Seid ihr bereit?
Antwort zeigen
Bei 5,6 Knoten beträgt dein Etmal 134,4 Seemeilen. Die Überquerung dauert etwa 20,1 Tage; mit 25 % Zuschlag sind es etwa 25,1 Tage. Runde für die Vorratsplanung auf 26 Tage auf. Vier Crewmitglieder brauchen mindestens 4 × 5 × 26 = 520 Liter gespeichertes Wasser. Die 400 Liter reichen nicht. Ergänze Wasser und verteile es auf Tanks und separate, dicht verschlossene Behälter. Verlasse dich nicht auf den Wassermacher.
Prüfungstipps
- Passagedauer = Entfernung ÷ realistisches Etmal, plus angemessene Reserve; 25 % im Rechenbeispiel.
- Wasser: mindestens 5 L pro Person und Tag, in Tanks und separaten Behältern; ein Wassermacher ist eine Ergänzung.
- Kraftstoff für Flauten und Laden; eine tägliche Energiebilanz.
- Ersatzteile und Werkzeug für lebenswichtige Systeme, Notsteuerung und Hochseekommunikation.
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