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Verschmutzung auf See und MARPOL an Bord

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Ozean und Gezeiten≈ 3 Min. Lesezeit

Ankern, ohne Seegras zu schädigen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Anker und Ketten reißen Seegraswiesen auf, die über Jahrhunderte wachsen. Ankere auf Sand, nutze Bojenfelder und beachte örtliche Verbote.

Die Schäden

Posidonia oceanica ist ein Seegras, das nur im Mittelmeer vorkommt. Seine Wiesen wachsen jährlich nur wenige Zentimeter. Deshalb kann eine Ankernarbe Jahrzehnte brauchen, um sich zu schließen. Schäden entstehen durch schleifende Anker und durch die Kette, die über den Grund streicht, wenn das Boot schwojt, also um den Anker schwingt. Die Lektion über Meereslebewesen erklärt, warum diese Wiesen wichtig sind.

Balearen

Das Dekret 25/2018 der Balearen verbietet das Ankern auf Posidoniawiesen grundsätzlich. Bei großen Wiesen ersetzen Bojenfelder das Ankern: In diesen Zonen musst du an einer Boje festmachen und darfst keinen Anker werfen. Seit 2022 verwaltet die regionale Hafenbehörde Ports de les Illes Balears diese Felder im Sommer und nimmt Buchungen an. Kontrollboote patrouillieren und ahnden Verstöße mit Bußgeldern.

Frankreich und andere Küsten

An der französischen Mittelmeerküste begrenzen örtliche Präfekturerlasse das Ankern auf Posidonia, häufig für Fahrzeuge ab 24 m, teils schon für kleinere. Auch kleinere Boote dürfen geschützte Posidonia nicht beschädigen. Prüfe den aktuellen örtlichen Erlass. Viele Meeresschutzgebiete, etwa der spanische Nationalpark Cabrera, verlangen eine Befahrensgenehmigung und erlauben das Festmachen nur an ihren Bojen.

Sand finden

In klarem Wasser wirkt Seegras oft dunkel und Sand hell. Die Farbe allein bestimmt den Grund aber nicht sicher. Schau vom Bug hinunter und wähle eine Sandfläche, auf der Boot und Kette vollständig über Sand schwojen können. Nutze amtliche Seegraskarten. Zum Setzen und zur Haltekontrolle folge der Lektion zur Seemannschaft. Lichte den Anker, also hole ihn auf, mit dem Boot direkt darüber. So kommt er senkrecht hoch, statt durch die Wiese zu schleifen.

Bojenfelder nutzen

Seekarten zeigen Bojenfelder meist an. Gelbe Sonderzeichen können sie markieren (siehe IALA-Lektion zu Sonderzeichen). Prüfe die zulässige Bootsgröße der Boje und buche, wo vorgeschrieben. Mache nach Anweisung des Betreibers am vorgesehenen tragfähigen Beschlag oder an der Festmacherleine (Stropp) fest. Verlasse den Platz, wenn die Liegezeit endet oder die Bedingungen unsicher werden.

2Schritt für Schritt

Seegras beim Ankern schützen

  1. 1

    Prüfe Seekarte, Revierführer und örtliche Vorschriften auf Seegraswiesen, Verbote und Bojenfelder.

    In vielen Ankerbuchten sind Wiesen kartiert oder Bojenfelder vorgeschrieben.

  2. 2

    Nähere dich langsam und vergewissere dich vom Bug aus, dass die Fläche aus Sand besteht.

    Heller Fels kann wie Sand aussehen. Prüfe den Grund bei guter Sicht und mit amtlichen Seegraskarten. Nutze bei Unsicherheit eine zugelassene Boje oder einen anderen Ankerplatz.

  3. 3

    Lass den Anker mitten auf der Sandfläche fallen und berücksichtige den Schwojkreis, den Bewegungsbereich des Bootes um den Anker.

    Beim Schwojen streicht auch die Kette über den Grund, nicht nur der Anker.

  4. 4

    Lichte den Anker mit dem Boot direkt darüber.

    So kommt der Anker senkrecht hoch, statt den Meeresboden aufzureißen.

3Kernpunkte

  1. 1

    Posidoniawiesen wachsen jährlich wenige Zentimeter; Ankernarben brauchen Jahrzehnte zum Heilen.

  2. 2

    Ankere mitten auf einer Sandfläche, die groß genug für den Schwojkreis ist.

  3. 3

    Mache in einem geregelten Bojenfeld an einer Boje fest; Ankern ist dort verboten.

  4. 4

    Die Balearen verbieten das Ankern auf Posidonia grundsätzlich (Dekret 25/2018).

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    Lichte den Anker von direkt darüber, damit er nicht schleift.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Nur der Anker berührt den Grund, deshalb schadet ein kleiner Anker nicht.

    Richtig: Beim Schwojen streicht die Kette über den Meeresboden. Ankere dort, wo der gesamte Schwojkreis über Sand liegt.

  • Falsch: Ist das Bojenfeld voll, ankere daneben auf dem Seegras.

    Richtig: Das Ankern auf der Wiese bleibt verboten. Suche anderswo Sand oder einen anderen Ankerplatz.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Du erreichst mittags auf einer 11 m langen Yacht eine Balearenbucht. Der Grund ist überwiegend dunkel, mit einer kleinen hellen Fläche nahe den Felsen. Ein Bojenfeld liegt in der Mitte der Bucht. Du hast keine Boje gebucht.

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Ankere nicht auf dem dunklen Seegras. Die helle Fläche nahe den Felsen wirkt zu klein für deinen Schwojkreis. Prüfe, ob du über Ports de les Illes Balears eine freie Boje buchen kannst. Falls nicht, fahre zu einem anderen Ankerplatz mit Sandgrund. Im Bojenfeld selbst ist das Ankern nicht erlaubt.

Prüfungstipps

  • Posidonia: Mittelmeer-Seegras; Anker und über den Grund streichende Ketten zerstören sehr langsam wachsende Wiesen.
  • Auf Sand mit Platz zum Schwojen ankern; Anker mit dem Boot direkt darüber lichten.
  • Balearen-Dekret 25/2018: kein Ankern auf Posidonia; in geregelten Feldern Bojen nutzen. Französische Mittelmeererlasse begrenzen das Ankern örtlich, häufig ab 24 m; auch kleinere Boote müssen Schäden vermeiden. Örtliche Erlasse prüfen.

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