Wann du reffen solltest
1Die Lektion in einfachen Worten
Beim Reffen verkleinerst du die Segel. Reffe früh: bevor der Wind zunimmt, vor Einbruch der Dunkelheit und solange es noch leicht geht.
Was Reffen bewirkt
Reffen verringert Segelfläche und krängende Kraft. Beim Bindereff senkst du das Großsegel und damit auch seinen Segeldruckpunkt, an dem die Windkraft angreift. Du segelst aufrechter, mit weniger Abdrift, also seitlichem Versatz, und geringerem Ruderdruck. Führst du zu viel Segelfläche für den Wind, bleibt das Boot gerefft oft gleich schnell oder wird schneller: Krängung und Bremswirkung des Ruders nehmen ab. Auch die Lasten auf Segel, Rigg und Crew sinken.
Die Anzeichen
Beim Fahrtensegeln mit einem Einrumpfboot (einem Boot mit einem Rumpf) ist regelmäßige Krängung über den angenehmen Winkel hinaus, oft etwa 20–25°, ein Reffsignal. Ebenso starke Luvgierigkeit: Du musst kräftig gegensteuern, damit das Boot nicht in den Wind dreht. Weitere Zeichen sind Probleme, in Böen Kurs zu halten, oder ständiges Fieren der Großschot, der Leine zur Bedienung des Großsegels. Lerne die Grenzen deiner Yacht kennen und beachte ihre Vorgaben zur Segelverkleinerung. Auf einem Mehrrumpfboot mit zwei oder mehr Rümpfen wartest du damit nicht auf starke Krängung.
Vorausplanen
Reffe für den stärksten erwarteten Wind. Entscheidend ist die Vorhersage der Böen, nicht nur des mittleren Windes. Reffe vor dem Anluven auf einen Amwindkurs, vor Einbruch der Dunkelheit, vor einer Schauerböe und vor der Einfahrt in einen engen Hafen. Bei mäßigen Bedingungen ist Reffen leichter und sicherer. Eine Faustregel: Wer ans Reffen denkt, sollte reffen.
Welches Segel zuerst?
Ein Reff im Großsegel verringert meist die Luvgierigkeit. Verkleinerst du das Vorsegel, das Segel vor dem Mast, kann sie zunehmen. Eine große Genua, ein Vorsegel, das hinter den Mast reicht, kannst du zuerst verkleinern. Bleibt der Ruderdruck hoch, reffe auch das Groß. Beim Partialrigg greift das Vorstag, der vordere Haltedraht des Mastes, unterhalb der Mastspitze an. Hat die Yacht ein großes Großsegel, reffst du meist dieses zuerst. Vergrößere die Segelfläche erst wieder, wenn der Wind deutlich nachgelassen hat.
Sicherheit
Trage eine Rettungsweste und einen gut sitzenden Sicherheitsgurt, separat oder integriert. Die Sicherheitsleine verbindet deinen Gurt mit einer Streckleine, einer belastbaren Leine oder einem Gurtband längs an Deck. Picke dich an einer geeigneten Streckleine ein. Wähle einen Weg mit Befestigungen zur Bootsmitte hin. Halte die Sicherheitsleine so kurz, dass du nicht über Bord geraten kannst. Halte das Boot möglichst ruhig, während du Leinen bedienst oder am Mast arbeitest.
2Wichtige Daten
- Reffsignal beim Fahrten-Einrumpfboot
- Häufig mehr als etwa 20–25° Krängung, starke Luvgierigkeit
- Plane für
- Die vorhergesagten Böen, nicht den mittleren Wind
- Reffe vor
- Amwindkurs, Dunkelheit, Schauerböen, engen Einfahrten
- An Deck
- Rettungsweste, Gurt, kurze Sicherheitsleine an innenliegender Streckleine
3Kernpunkte
- 1
Reffen verringert Segelfläche und krängende Kraft. Bei zu viel Segelfläche für den Wind ist das Boot gerefft oft gleich schnell oder schneller.
- 2
Reffe bei regelmäßig übermäßiger Krängung oder starker Luvgierigkeit.
- 3
Reffe für die erwarteten Böen und vor Dunkelheit, Schauerböen oder einem Amwindkurs.
- 4
Verkleinere die Segelfläche, bis sich das Boot mit wenig Ruderdruck ausgewogen steuern lässt.
- 5
Trage Rettungsweste und Gurt. Picke dich mit einer Leine ein, die kurz genug ist, um dich an Bord zu halten.
4Häufige Fehler
Falsch: Warte mit dem Reffen ab, ob der Wind wirklich zunimmt.
Richtig: Bei zunehmendem Wind und Seegang ist Reffen schwerer und riskanter. Reffe früh; Ausreffen ist leicht.
Falsch: Reffen macht dich immer langsamer.
Richtig: Ein Boot mit zu viel Segelfläche für den Wind krängt, treibt seitlich ab und bremst mit dem Ruder. Gerefft ist es oft schneller.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Für den Nachmittag sind 14 Knoten mit Böen bis 24 vorhergesagt. Du läufst mittags bei 12 Knoten unter vollen Segeln aus. Der Törn dauert 6 Stunden, meist am Wind, mit Ankunft in der Dämmerung.
Antwort zeigen
Wähle die Reffstufe für deine Yacht und die erwarteten 24-Knoten-Böen. Reffe vor dem Ablegen oder vor dem Amwindkurs, solange die Bedingungen gut beherrschbar sind. Verkleinere das Vorsegel nach Bedarf für ausgewogenen Ruderdruck. Weise die Crew ein. Nutzt Rettungswesten, Gurte und kurze Sicherheitsleinen an geeigneten innenliegenden Streckleinen.
Prüfungstipps
- Reffen verringert Segelfläche, krängende Kraft und Lasten.
- Anzeichen: regelmäßig übermäßige Krängung und starke Luvgierigkeit.
- Reffe früh: für die Böen, vor Dunkelheit und vor dem Amwindkurs.
- An Deck: Rettungsweste, Gurt und kurze Sicherheitsleine an geeigneter innenliegender Streckleine.
Diese Einheit abschließen
Wenn du sie gelesen hast, beantworte drei Fragen. Mit drei richtigen Antworten schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.
Meine Notizen zu dieser Einheit
Keine Notizen

