Symmetrischer und asymmetrischer Spinnaker, Code Zero
1Die Lektion in einfachen Worten
Raumwindsegel sind groß, leicht und kraftvoll: symmetrischer Spinnaker am Baum, asymmetrischer oder Gennaker am Bug. Der Code Zero ist für volle Amwindkurse.
Symmetrischer Spinnaker
Ein symmetrischer Spinnaker ist ein großes, ballonförmiges Segel mit zwei gleich langen Seitenlieken (Seitenkanten). Du setzt ihn an einem Spinnakerbaum, der am Mast eingehakt ist. Die luvseitige, also windzugewandte Ecke liegt am Baumende und wird vom Achterholer geführt (englisch: guy, in den USA afterguy). Die leeseitige, also windabgewandte Ecke trimmst du mit der Schot. Der Toppnant hält den Baum oben, der Niederholer hält ihn unten. Das Segel eignet sich für raume Kurse und Kurse vor dem Wind.
Asymmetrischer Spinnaker
Beim asymmetrischen Spinnaker ist das Vorliek (Vorderkante) länger als das Achterliek (Hinterkante). Sein Hals (vordere untere Ecke) wird mit einer Halsleine am Bug oder an einem Bugspriet gehalten. Das ist ein über den Bug hinausragender Holm. Du brauchst keinen Spinnakerbaum. Du trimmst mit zwei Schoten, einer je Seite. Er eignet sich für Halbwind- und raume Kurse. Direkt vor dem Wind steht er in Lee meist im Windschatten des Großsegels. Raume Kurse mit Halsen halten ihn oft besser gefüllt.
Gennaker und Code Zero
Gennaker ist beim Fahrtensegeln eine übliche Bezeichnung für einen asymmetrischen Spinnaker, oft mit flacherem Allroundschnitt. Ein Code Zero ist ein flaches, leichtes Segel mit straffem Vorliek. Meist setzt du ihn auf einer eigenen Rollanlage am Bug. Er dient bei leichtem bis mäßigem Wind für volle Amwindkurse, also etwas weiter vom Wind weg als hoch am Wind. Der scheinbare Windwinkel liegt etwa zwischen 40° und 100°. Er ist kein Vorwindsegel.
Windbereiche
Nutze für jedes Segel das Windstärken- und Winkeldiagramm des Segelmachers. Prüfe, ob es wahren oder scheinbaren Wind angibt. Symmetrische und asymmetrische Spinnaker sind unterschiedlich für leichten, mäßigen oder stärkeren Wind ausgelegt. Die Form allein verrät die Grenze nicht. Ein Fahrten-Gennaker eignet sich meist für leichten bis mäßigen Wind, ein Code Zero hauptsächlich für Amwind- bis Raumwindkurse bei wenig Wind. Halte die Vorgaben deines Segels ein und birg frühzeitig, wenn die Böen zunehmen.
Auswahl
Für eine Fahrtencrew ist ein asymmetrischer Spinnaker im Bergeschlauch oft am einfachsten. Das ist eine über das Segel gezogene Stoffhülle. Ein rollbarer Code Zero passt für Amwind- bis Raumwindkurse bei leichtem Wind. Mit einem symmetrischen Spinnaker kannst du tiefere Kurse, also weiter vom Wind weg, segeln, brauchst aber mehr Abstimmung in der Crew. Wähle nach deinen üblichen Windwinkeln, den Segelgrenzen und der verfügbaren Crew.
2Wichtige Daten
- Symmetrischer Spinnaker
- Baum, Achterholer, Schot, Toppnant, Niederholer; ideal vor dem Wind
- Asymmetrischer / Gennaker
- Halsleine an Bug/Bugspriet, zwei Schoten; Halbwind- und Raumwindkurse
- Code Zero
- Flach, eigene Rollanlage; volle Amwindkurse, etwa 40–100° scheinbarer Wind
- Windbereich
- Diagramm des Segelmachers: Stärke und Winkel; wahrer oder scheinbarer Wind?
3Kernpunkte
- 1
Der symmetrische Spinnaker steht am Baum: Achterholer in Luv, Schot in Lee.
- 2
Beim asymmetrischen sitzt der Hals an Bug oder Bugspriet. Er braucht keinen Baum.
- 3
Raume Kurse mit Halsen halten einen asymmetrischen meist besser gefüllt als ein Vorwindkurs in Lee des Großsegels.
- 4
Ein Code Zero ist ein flaches Segel für Amwind- bis Raumwindkurse auf einer Rollanlage, kein Vorwindsegel.
- 5
Kenne die maximale Windstärke jedes Segels und birg es, bevor sie erreicht ist.
4Häufige Fehler
Falsch: Ein asymmetrischer Spinnaker zieht in Lee direkt vor dem Wind immer gut.
Richtig: Dort deckt ihn das Großsegel häufig ab. Raume Kurse mit Halsen halten ihn oft zuverlässiger gefüllt.
Falsch: Ein Code Zero ist ein Vorwindsegel für leichten Wind.
Richtig: Er ist ein flaches Segel für volle Amwindkurse. Für tiefere Kurse brauchst du einen asymmetrischen oder symmetrischen Spinnaker.
5Praxisfall & Prüfungstipps
Ein Paar möchte für seine 12 m lange Fahrtenyacht ein Leichtwindsegel für lange Passatfahrten, meist bei 120–150° scheinbarem Windwinkel. Es hat keinen Spinnakerbaum und möchte auch keinen.
Antwort zeigen
Ein asymmetrischer Fahrten-Spinnaker für tiefe Raumwindkurse im Bergeschlauch passt. Er braucht keinen Baum, wird mit zwei Schoten und einer Halsleine gefahren und zieht auf raumen Kursen gut. Bei Wind direkt von achtern kann das Paar mit Halsen auf raumen Kursen vor dem Wind kreuzen. Ein herkömmlicher Code Zero ist für kleinere scheinbare Windwinkel gedacht.
Prüfungstipps
- Symmetrisch: Baum, Achterholer, Schot, Toppnant, Niederholer.
- Asymmetrisch: Hals an Bug/Bugspriet, zwei Schoten, kein Baum; ideal auf Halbwind- und Raumwindkursen.
- Code Zero: flaches Segel für Amwind- bis Raumwindkurse auf einer Rollanlage.
- Halte die maximale Windstärke jedes Segels ein.
Diese Einheit abschließen
Wenn du sie gelesen hast, beantworte drei Fragen. Mit drei richtigen Antworten schließt du die Einheit ab; nur die Seite zu öffnen zählt nicht.
Meine Notizen zu dieser Einheit
Keine Notizen

