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Ruderanlage und Autopilot: Umschalten, Tests und Übungen (SOLAS V/26)

4 Lektionen
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Schiff und Maschine≈ 3 Min. Lesezeit

Umschalten auf örtliche Steuerung und Notsteuern

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Fällt die Brückensteuerung aus, wird auf Brückenbefehl aus dem Rudermaschinenraum gesteuert. Kenne die ausgehängte Umschaltanweisung, bevor du sie brauchst.

Steuerstellen

Normalerweise steuerst du von der Brücke: Das ist Fernsteuerung. Örtliche Steuerung bedeutet, direkt an der Anlage im Rudermaschinenraum zu steuern. Das geschieht über ein örtliches Tastenpult, einen Zeitsteuerhebel (non-follow-up), bei dem sich das Ruder nur bewegt, solange du ihn betätigst, oder durch Handbedienung der hydraulischen Steuerventile. Einige ältere Schiffe haben ein kleines Notsteuerrad. Das Verfahren deines Schiffs steht in der ausgehängten Umschaltanweisung.

Wann sie nötig ist

Reagiert das Ruder nicht auf die Brückensteuerung, melde es sofort. Der Offizier befolgt das Verfahren deines Schiffs bei Ruderausfall. Je nach Fehler und Anlage kann er ein anderes Steuerungssystem, ein anderes Kraftaggregat oder die örtliche Steuerung nutzen. Schalte nur auf Befehl und nach Aushang um. Ursachen sind etwa ein Steuerungsfehler, ein Aggregatausfall oder der Ausfall des normalen Steuerstands. Ist örtliche Steuerung nötig, ordnet die Brücke Notsteuern aus dem Rudermaschinenraum an.

Steuern ohne Sicht nach vorn

Aus dem Rudermaschinenraum siehst du nicht voraus. Die Brücke hält Ausguck und gibt Ruderbefehle. Wiederhole jeden Befehl vor der Ausführung. Bei einem befohlenen Ruderwinkel nutzt du den örtlichen Ruderlagenanzeiger und meldest, wenn das Ruder diesen Winkel erreicht. Bei einem befohlenen Kurs nutzt du die Kursanzeige und meldest, wenn das Schiff ihn erreicht. Ist ein Befehl unklar, frage nach.

Verbindung und Energie

Nutze das feste, oft batterielose Telefon und vereinbare Funk als Reserve. Wo SOLAS II-1/29.14 gilt, muss eine alternative Energieversorgung für ein Kraftaggregat, dessen Steuerung und den Ruderlagenanzeiger automatisch innerhalb von 45 Sekunden verfügbar sein. Sie kann von der Notstromquelle oder einer unabhängigen Quelle im Rudermaschinenraum kommen. Kenne die Einrichtung deines Schiffs.

2Schritt für Schritt

Auf örtliche Steuerung umschalten (befolge den Aushang deines Schiffs)

  1. 1

    Gehe auf Brückenbefehl mit einem Funkgerät zum Rudermaschinenraum und melde deine Ankunft.

    Vor der Übergabe muss die Brücke wissen, dass die Steuerstelle besetzt ist.

  2. 2

    Stelle die feste Telefonverbindung her und vereinbare Funk als Reserve.

    Ohne Verbindung kannst du keine Ruderbefehle empfangen.

  3. 3

    Prüfe, ob ein Kraftaggregat läuft, oder starte das von der Brücke benannte. Prüfe den Ölstand.

    Ohne Hydraulikdruck kann sich das Ruder nicht bewegen.

  4. 4

    Stelle die örtliche Steuerung genau nach Aushang ein. Führe die von der Brücke befohlene Steuerprüfung aus und bestätige die Übernahme vor Ort.

    Ein falsch gestelltes Ventil kann das Ruder blockieren oder zwei Steuerstellen gegeneinander arbeiten lassen.

  5. 5

    Wiederhole jeden Befehl vor der Ausführung. Frage bei Unklarheit nach. Steuere nach der passenden örtlichen Anzeige und melde das Erreichen des befohlenen Ruderwinkels oder Kurses.

    Durch Wiederholung und Rückmeldung weiß die Brücke, dass das Schiff reagiert.

  6. 6

    Bleibe bis zur Ablösung. Schalte nur auf Brückenbefehl auf Fernsteuerung zurück.

    Bei unangekündigtem Zurückschalten steuert niemand das Schiff.

3Kernpunkte

  1. 1

    Fernsteuerung erfolgt von der Brücke; örtliche Steuerung direkt an der Anlage im Rudermaschinenraum.

  2. 2

    Befolge die ausgehängte Umschaltanweisung und das Blockschaltbild deines Schiffs.

  3. 3

    Steuere nach Befehl: Ruderwinkel am örtlichen Ruderlagenanzeiger oder Kurs an der Kursanzeige.

  4. 4

    Wiederhole vor der Ausführung. Melde das Erreichen des befohlenen Ruderwinkels oder Kurses. Die Brücke hält Ausguck.

  5. 5

    Festes Telefon zuerst, Funk als Reserve. Kenne das Kraftaggregat mit alternativer Energieversorgung.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Steuere im Rudermaschinenraum nach Gefühl, bis die Brücke eine Drehung erkennt.

    Richtig: Wiederhole jeden Befehl vor der Ausführung. Frage bei Unklarheit nach. Steuere nach dem örtlichen Ruderlagenanzeiger oder der Kursanzeige und melde das Erreichen des befohlenen Winkels oder Kurses.

  • Falsch: Wenn sich alles beruhigt, schalte selbst auf Brückensteuerung zurück, um Zeit zu sparen.

    Richtig: Schalte nur auf Brückenbefehl zurück und bestätige es. Sonst steuert womöglich niemand.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

In Küstengewässern fällt die Brückensteuerung aus. Du wirst zum Rudermaschinenraum geschickt. Das feste Telefon funktioniert, aber wegen des Pumpenlärms verstehst du die Brückenbefehle schlecht.

Antwort zeigen

Melde deine Ankunft und schalte auf Brückenbefehl nach Aushang um. Vereinbare vor dem Steuern eine klar verständliche Telefon- oder Funkverbindung. Nutze den Gehörschutz des Schiffs. Wiederhole jeden Befehl vor der Ausführung und melde das Erreichen des befohlenen Ruderwinkels oder Kurses. Rate niemals bei unklaren Befehlen. Lass sie wiederholen.

Prüfungstipps

  • Fernsteuerung: Brücke. Örtliche Steuerung: im Rudermaschinenraum über Tastenpult, Zeitsteuerhebel oder handbediente Ventile.
  • Die Brücke ordnet Notsteuern an. Sie hält Ausguck und gibt Befehle.
  • Jeden Befehl vor der Ausführung wiederholen. Nach örtlichem Ruderlagenanzeiger oder Kursanzeige steuern. Erreichen des befohlenen Winkels oder Kurses melden.
  • Festes Telefon mit Funkreserve. Wo II-1/29.14 gilt: alternative Energie innerhalb von 45 s für ein Kraftaggregat, dessen Steuerung und Ruderlagenanzeiger.

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