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Ladungssicherung und Grundlagen gefährlicher Güter (CSS- und IMDG-Code)

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Stabilität≈ 3 Min. Lesezeit

Gefährliche Güter an Bord: der IMDG-Code für den Wachoffizier

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Der IMDG-Code sagt dir, wo gefährliche Güter gestaut werden dürfen, wovon du sie trennen musst und welche Dokumente und Unfallmerkblätter dazugehören.

Der Code

Der Internationale Code für die Beförderung gefährlicher Güter mit Seeschiffen (IMDG-Code) ist nach SOLAS-Kapitel VII für gefährliche Güter in verpackter Form verbindlich. Er wird alle zwei Jahre geändert: Änderung 42-24 konnte ab 1. Januar 2025 freiwillig angewandt werden und ist seit 1. Januar 2026 verbindlich. Die neun Klassen, Gefahrzettel und Großzettel behandelt die Lektion Schiffsvorräte und Instandhaltung. Hier geht es um Stauung und Trennung.

Die Gefahrgutliste

Die Gefahrgutliste in Kapitel 3.2 nennt zu jeder UN-Nummer: richtigen technischen Namen, Klasse, gegebenenfalls Verpackungsgruppe (I hohe, II mittlere, III geringe Gefahr), EmS-Unfallmerkblätter, Staukategorie und besondere Stau- und Trenncodes. Die Staukategorie legt fest, ob das Gut beim jeweiligen Schiffstyp an Deck, unter Deck oder beides darf. Prüfe immer den Eintrag: Er kann die allgemeinen Regeln ändern.

Trennung

Für konventionelle Versandstücke gilt: 1, entfernt von, mindestens 3 m waagerecht. 2, getrennt von, getrennte Abteilungen/Laderäume oder 6 m an Deck. 3, getrennt durch eine ganze Abteilung oder einen Laderaum von, eine Abteilung/ein Laderaum dazwischen oder 12 m an Deck. 4, in Längsrichtung getrennt durch eine dazwischenliegende ganze Abteilung oder einen Laderaum von, Längstrennung oder 24 m an Deck. Geeignete feuer- und flüssigkeitsbeständige Decks erlauben bestimmte senkrechte Alternativen nach dem Code.

Welche Vorschriften gelten?

Für Container und Roll-on/Roll-off-Einheiten (Ro-Ro) gelten eigene Trenntabellen. Übertrage die Abstände konventioneller Versandstücke nicht darauf. Prüfe beide Gefahrgutlisteneinträge, Nebengefahren (zusätzliche Gefahren) und die Vorschriften für die tatsächliche Stauung. Ein X in der allgemeinen Trenntabelle bedeutet: Sieh in den betreffenden Gefahrgutlisteneinträgen nach. Beachte besondere Trennvorschriften.

Dokumente

Der Versender liefert eine Gefahrguterklärung. Ein Containerpackzertifikat bestätigt korrektes Packen. Das Schiff führt ein Gefahrgutmanifest oder einen ausführlichen Stauplan mit Klasse und Position aller gefährlichen Güter (SOLAS VII); die Landbehörden erhalten eine Kopie. Wo SOLAS II-2/19 gilt, prüfe die Bescheinigung über die Erfüllung der besonderen Vorschriften für Schiffe, die gefährliche Güter befördern: sowohl die Gefahrgutklassen als auch die dafür zugelassenen Laderäume.

Notfälle

Der EmS-Leitfaden nennt je Eintrag ein Feuermerkblatt (F-A bis F-J) und ein Leckagemerkblatt (S-A bis S-Z). Der Leitfaden für medizinische Erste Hilfe bei Unfällen mit gefährlichen Gütern (MFAG) behandelt den Kontakt mit Gefahrgut. Kenne auf Wache die Standorte von Gefahrgutstauplan, EmS-Leitfaden und Feuerlöschausrüstung. Wisse, welche Einheiten nahe Wärmequellen, Unterkünften oder Arbeitsbereichen stehen.

2Wichtige Daten

In Kraft
Änderung 42-24, verbindlich seit 1. Januar 2026
Verpackungsgruppen
Falls zugeordnet: I hohe, II mittlere, III geringe Gefahr
Konventionelle Versandstücke: Begriffe 1–4
An Deck: jeweils 3/6/12/24 m; Begriff 4 längsschiffs
„Entfernt von“
Konventionelle Versandstücke: ≥ 3 m waagerecht; Code prüfen
EmS-Merkblätter
Feuer F-A bis F-J; Leckage S-A bis S-Z

3Kernpunkte

  1. 1

    Der IMDG-Code ist nach SOLAS VII verbindlich; Änderung 42-24 gilt verbindlich seit 1. Januar 2026.

  2. 2

    Der Listeneintrag nennt Klasse, gegebenenfalls Verpackungsgruppe, EmS und Staukategorie.

  3. 3

    Konventionelle Versandstücke, Begriffe 1–4: an Deck 3/6/12/24 m; Begriff 4 längsschiffs. Container und Ro-Ro haben eigene Tabellen.

  4. 4

    Prüfe Gefahrgutpapiere und Zulassungsbescheinigung: Soweit vorgeschrieben, müssen Klassen und Laderäume zugelassen sein.

  5. 5

    Kenne die Standorte von EmS-Leitfaden, MFAG und Gefahrgutstauplan.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Zwei gefährliche Güter verschiedener Klassen dürfen immer denselben Laderaum nutzen.

    Richtig: Prüfe beide Listeneinträge, Nebengefahren und Trennvorschriften für die tatsächliche Stauung. Container und Ro-Ro haben eigene Tabellen.

  • Falsch: Verpackungsgruppe I ist am wenigsten gefährlich.

    Richtig: Verpackungsgruppe I bedeutet hohe, II mittlere und III geringe Gefahr.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Beim Rundgang findest du an Deck einen Container mit Großzettel Klasse 3 direkt neben einem mit Klasse 5.1, entzündend wirkende Stoffe. Der Stauplan zeigt sie zwei Bays auseinander. Bays sind nummerierte Stauabschnitte in Längsrichtung des Schiffes. Was tust du?

Antwort zeigen

Melde es dem Ersten Offizier und Kapitän. Prüfe beide UN-Einträge und die Container-Trenntabelle gegen die tatsächliche Stauung. Liegt das Schiff am Kai, veranlasse sicheres Umstauen und aktualisiere Plan und Manifest. Versuche auf See nicht, Container zu versetzen: Folge der Risikobeurteilung des Kapitäns, triff geeignete Vorsichtsmaßnahmen, prüfe EmS und veranlasse sicheres Umstauen in einem geeigneten Hafen.

Prüfungstipps

  • IMDG-Code nach SOLAS VII verbindlich; 42-24 verbindlich seit 1. Jan. 2026.
  • Konventionelle Versandstücke an Deck: Begriffe 1/2/3/4 verlangen mindestens 3/6/12/24 m; Begriff 4 verlangt Längstrennung. Sondervorschriften prüfen; Container und Ro-Ro haben eigene Tabellen.
  • EmS: F-A–F-J Feuer, S-A–S-Z Leckage; MFAG bei Kontakt mit Gefahrgut.

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