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Verdrängung, Tiefgang und Hydrostatik

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Stabilität≈ 3 Min. Lesezeit

Tiefgangsmarken ablesen und mittleren Tiefgang bestimmen

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Sechs Ablesungen zeigen Trimm (Tiefgang achtern minus vorn), Schlagseite (dauerhafte Neigung zu einer Seite) und Rumpfverformung (Biegung).

Die Marken

Tiefgangsmarken zeigen den Tiefgang über dem angegebenen Bezug, meist dem Kiel. Metrische Ziffern sind 10 cm hoch und alle 20 cm angeordnet; ihre Unterkante gibt den markierten Tiefgang an. Ganze Meter tragen ein M. Ziffern im Fußsystem sind 6 Zoll hoch, mit 6 Zoll Abstand; ihre Unterkante gibt die markierte Fußzahl an. An der Oberkante einer 8 (oder VIII) liest du 8 ft 6 in = 8,5 ft ab, nicht 8,6 ft. Ein Fuß hat 12 Zoll. Prüfe den Bezug in den Schiffsplänen.

So liest du ab

Lies von einem Boot oder vom Kai aus nahe der Wasseroberfläche ab. Beobachte bei Dünung mehrere Wellen und bilde den Mittelwert aus höchsten und niedrigsten Ablesungen. Lies an jeder Position Backbord und Steuerbord ab. Eine Schlagseite ist eine dauerhafte seitliche Neigung; der Mittelwert beider Seiten ergibt den Tiefgang in der Mittschiffsebene.

Nicht an den Loten

Die Marken an Bug und Heck liegen selten genau am vorderen und hinteren Lot, den Endpunkten der Länge zwischen den Loten (LBP). Bei üblichen Stabilitätsberechnungen ist der Unterschied oft gering. Für eine Tiefgangsvermessung wird jede Ablesung auf ihr Lot korrigiert. Diese Methode wird auf Führungsebene vermittelt.

Mittlerer Tiefgang und Verformung

Der mittlere Tiefgang ist (vorn + achtern) ÷ 2. Vergleiche ihn mit dem Tiefgang mittschiffs. Nutze Endtiefgänge an den Loten und den mittschiffs genau dazwischen. Größerer Tiefgang mittschiffs bedeutet Durchsacken: Der Rumpf biegt sich in der Mitte nach unten. Geringerer Tiefgang bedeutet Aufwölben. Die Verformung beeinflusst die Verdrängung und zeigt eine Rumpfbiegung an.

Welcher Tiefgang für die Tabellen?

Beachte den Tiefgangsbezug im Stabilitätshandbuch. Bei kleinem Trimm ist der Tiefgang am Schwimmflächenschwerpunkt (LCF), dem Flächenschwerpunkt der Wasserlinienfläche, ein Näherungswert für Tabellen für gleichlastige Schwimmlage. Die Einheit Trimm erklärt die Korrektur; größerer Trimm kann andere Daten erfordern.

2Schritt für Schritt

Rechenbeispiel: sechs Ablesungen

  1. 1

    Vorn: Backbord 7,58 m, Steuerbord 7,62 m, Mittelwert 7,60 m. Achtern: 8,38 und 8,42 m, Mittelwert 8,40 m.

    Die Endablesungen liegen an den Loten; mittschiffs liegt genau dazwischen. Jeder Seitenmittelwert beseitigt den Einfluss der Schlagseite.

  2. 2

    Mittschiffs: Backbord 8,02 m, Steuerbord 8,06 m, Mittelwert 8,04 m.

    Steuerbord liegt an allen drei Positionen 4 cm tiefer. Das passt zu einer kleinen Schlagseite nach Steuerbord. Bilde jeweils den Mittelwert.

  3. 3

    Trimm, die Differenz der Tiefgänge achtern und vorn, = 8,40 − 7,60 = 0,80 m achterlastig.

    Achtern liegt das Schiff tiefer.

  4. 4

    Mittelwert vorn und achtern = (7,60 + 8,40) ÷ 2 = 8,00 m.

    Die gerade Verbindung zwischen den Enden.

  5. 5

    Verformung = 8,04 − 8,00 = 0,04 m: Das Schiff sackt 4 cm durch.

    Mittschiffs liegt es tiefer als der Mittelwert der Enden.

3Wichtige Daten

Metrische Ziffern
10 cm hoch, alle 20 cm; Unterkante = Tiefgang
Zwei seitliche Ablesungen
(Backbord + Steuerbord) ÷ 2
Mittlerer Tiefgang
(Vorn + achtern) ÷ 2
Verformung
Mittschiffs − Mittelwert der Enden: + Durchsacken, − Aufwölben

4Kernpunkte

  1. 1

    Die Unterkante einer metrischen Ziffer gibt ihren Tiefgang an; Ziffern stehen alle 20 cm.

  2. 2

    Lies jede Marke an beiden Seiten ab. Ihr Mittelwert ergibt den Tiefgang in der Mittschiffsebene.

  3. 3

    Mittschiffs tiefer als der Mittelwert der Enden = Durchsacken; weniger tief = Aufwölben.

  4. 4

    Beachte den Tiefgangsbezug des Handbuchs; der LCF-Tiefgang ist eine Näherung für kleinen Trimm.

5Häufige Fehler

  • Falsch: Wasser an der Oberkante der Ziffer 6 über der Marke 7 M bedeutet 7,60 m.

    Richtig: Die Unterkante dieser Ziffer liegt bei 7,60 m, ihre Oberkante bei 7,70 m.

  • Falsch: Vom Deck aus abzulesen ist genau genug.

    Richtig: Der schräge Blick nach unten verursacht Fehler von mehreren Zentimetern. Lies nahe der Wasseroberfläche von einem Boot oder vom Kai aus ab.

6Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

An den Loten und genau dazwischen betragen die Tiefgänge Backbord/Steuerbord: vorn 5,12/5,18 m, achtern 6,40/6,46 m, mittschiffs 5,86/5,92 m. Ein Kollege nutzt nur Steuerbordwerte als Tiefgänge der Mittschiffsebene. Stimmst du zu? Wölbt sich der Rumpf auf oder sackt er durch?

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Nein. Bilde die Seitenmittelwerte: vorn 5,15 m, achtern 6,43 m, mittschiffs 5,89 m. Der Mittelwert der Enden ist 5,79 m. Mittschiffs liegt das Schiff also 0,10 m tiefer: Durchsacken. Nur Steuerbord abzulesen ergibt jeden Tiefgang in der Mittschiffsebene um 0,03 m zu groß.

Prüfungstipps

  • Metrische Marken: 10 cm hohe Ziffern alle 20 cm; abgelesen wird die Unterkante.
  • Mittlerer Tiefgang = (vorn + achtern) ÷ 2; Verformung = mittschiffs − Mittelwert (Durchsacken +, Aufwölben −).
  • Bilde den Mittelwert aus Backbord und Steuerbord; lies nahe der Wasseroberfläche ab.

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