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Aufgaben des Ausgucks: Lichter, Signalkörper, Schallsignale und Peilungen melden

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Schallsignale und Ausguck bei verminderter Sicht

1Die Lektion in einfachen Worten

In einem Satz

Bei Nebel hörst du ein Schiff oft, bevor du es siehst. Melde jeden Pfeifen-, Glocken- oder Gongton: was du hörst, wie oft und aus welcher ungefähren Richtung.

Hören und sehen

Regel 5 verlangt Ausguck auch durch Hören. Melde jedes Schallsignal: Pfeifen, Glocken, Gongs sowie Motorengeräusche oder brechende Wellen. Sage, was du hörst und aus welcher ungefähren Richtung: „Nebelsignal, ein langer Ton, etwa zwei Strich an Backbord voraus.“ Der OOW muss es sofort wissen. Ein Nebelsignal vorlicher als querab, also aus dem Bereich vor der Querrichtung, kann Maßnahmen nach Regel 19 erfordern.

Zählen und Zeiten messen

Ein kurzer Ton dauert etwa eine Sekunde, ein langer Ton vier bis sechs Sekunden. In Fahrt bedeutet: weder vor Anker noch an Land festgemacht noch auf Grund. Fahrt durchs Wasser bedeutet Bewegung durch das Wasser. Bei Nebel gibt ein gewöhnliches Maschinenfahrzeug mit Fahrt durchs Wasser spätestens alle zwei Minuten einen langen Ton. Ist es in Fahrt, liegt aber ohne Fahrt durchs Wasser gestoppt, gibt es zwei lange Töne im Abstand von etwa zwei Sekunden. Auch hier beträgt das Höchstintervall zwei Minuten. Zähle jede Gruppe und melde sie.

Glocken und Gongs

Für Schiffe ab 20 m ist das übliche Ankersignal etwa fünf Sekunden rasches Glockenläuten, spätestens jede Minute. Ab 100 m wird die Glocke vorn geläutet. Unmittelbar danach folgt etwa fünf Sekunden rasches Gongschlagen achtern. Auf Grund kommen vor und nach dem raschen Läuten drei deutlich getrennte Glockenschläge hinzu. Kleinere Fahrzeuge und bestimmte vor Anker arbeitende Schiffe haben andere Signale. Melde das vollständige Muster und die ungefähre Richtung. Leite die Position niemals allein aus dem Schall ab.

Schall kann täuschen

Bei verminderter Sicht kann die scheinbare Richtung eines Signals irreführen. Ein nahes Fahrzeug ist möglicherweise nicht zu hören. Gib eine ungefähre Richtung an. Halte Stille nie für einen Beweis, dass nichts da ist.

Signale bei Sichtkontakt

Bei einem Maschinenfahrzeug in Fahrt und in Sicht bedeutet ein kurzer Ton „Ich ändere meinen Kurs nach Steuerbord“, zwei bedeuten „nach Backbord“, drei „Meine Maschine arbeitet rückwärts“. Der Antrieb erzeugt dabei Rückwärtsschub. So kann ein noch vorauslaufendes Schiff abbremsen. Bei beliebigen Fahrzeugen, die einander in Sicht haben und sich nähern, bedeuten mindestens fünf kurze, rasch aufeinanderfolgende Töne: Der Sender versteht Absichten oder Handlungen des anderen nicht oder zweifelt, ob genug zur Kollisionsverhütung getan wird. Melde jedes Signal sofort.

2Wichtige Daten

Kurzer Ton
Etwa 1 Sekunde
Langer Ton
4 bis 6 Sekunden
Nebel: Maschinenfahrzeug mit Fahrt durchs Wasser
1 langer Ton in Abständen von höchstens 2 Minuten
Nebel: Maschinenfahrzeug in Fahrt, ohne Fahrt durchs Wasser
2 lange Töne, etwa 2 s Abstand, spätestens alle 2 Minuten
Übliches Ankersignal, Schiffe ≥20 m
Rasches Glockenläuten ~5 s/min; ≥100 m: danach rascher Gong achtern ~5 s
Mindestens fünf kurze, rasche Töne
Absichten/Handlungen unklar oder Zweifel an ausreichender Kollisionsverhütung

3Kernpunkte

  1. 1

    Melde jedes Schallsignal: was du gehört hast, die Anzahl der Töne und die ungefähre Richtung.

  2. 2

    Kurzer Ton etwa 1 Sekunde; langer Ton 4–6 Sekunden.

  3. 3

    Übliche Signale ab 20 m: vor Anker rasches Glockenläuten; auf Grund je drei Schläge davor und danach. Vollständiges Muster melden.

  4. 4

    Schallrichtungen sind bei Nebel unzuverlässig. Stille beweist nicht, dass nichts da ist.

  5. 5

    Halte bei Nebel auf einem Posten abseits des eigenen Schiffslärms Ausguck und melde sofort.

4Häufige Fehler

  • Falsch: Bei Nebel melde ich nur Signale, deren Richtung ich genau bestimmen kann.

    Richtig: Melde jedes Signal sofort mit einer ungefähren Richtung. Die scheinbare Richtung kann irreführen.

  • Falsch: Kein Signal gehört, also ist kein Fahrzeug in der Nähe.

    Richtig: Ein nahes Signal kann überdeckt werden. Höre und schaue weiter und melde alles, was du hörst.

  • Falsch: Zwei lange Töne bedeuten ein Fahrzeug vor Anker.

    Richtig: Zwei lange Töne bedeuten ein Maschinenfahrzeug in Fahrt, aber ohne Fahrt durchs Wasser gestoppt. Ab 20 m ist das übliche Ankersignal rasches Glockenläuten, ab 100 m zusätzlich ein Gong achtern.

5Praxisfall & Prüfungstipps

Situation

Dichter Nebel. Auf der Back hörst du einen langen Ton, scheinbar etwas an Steuerbord voraus. Etwa zwei Minuten später hörst du ihn erneut, nun lauter. Was meldest du und wann?

Antwort zeigen

Melde schon beim ersten Ton: „Brücke, Back: ein langer Ton, etwa fein an Steuerbord voraus.“ Wiederhole bis zur Bestätigung. Nach dem zweiten Ton ergänze: „Gleiches Signal, etwa zwei Minuten später, klingt lauter.“ Warte nicht erst das Intervall ab, bevor du meldest. Gib die Richtung als Schätzung an; Schall kann täuschen. Höre und schaue weiter.

Prüfungstipps

  • Kurz ≈ 1 s; lang 4–6 s. Maschinenfahrzeug in Fahrt: ≤2 min; übliches Glockensignal vor Anker/auf Grund ab 20 m: ≤1 min.
  • Maschinenfahrzeug: 1 langer Ton = Fahrt durchs Wasser; 2 = gestoppt ohne Fahrt durchs Wasser. Vor Anker/auf Grund ab 20 m: rasches Glockenläuten.
  • Die scheinbare Schallrichtung kann irreführen: jedes Signal mit ungefährer Peilung melden.

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