Eine Person im Wasser anlaufen und aufnehmen
1Die Lektion in einfachen Worten
Finde die Person, nähere dich langsam gegen Wind oder See, stoppe den Antrieb wie vorgeschrieben und halte Abstand dazu. Zwei Personen stützen Rumpf und Beine zum waagerechten Anheben.
Die Person finden
Die Schiffsbrücke führt dich über UKW-Funk mit Peilung und Entfernung vom Schiff. Aus geringer Höhe ist ein Kopf im Wasser schwer zu sehen: Ein Besatzungsmitglied zeigt auf die Person und schaut nie weg. Folge den Suchanweisungen des Schiffes; Suchmuster behandelt die Lektion Notfälle: Suche und Rettung in Küstennähe.
Die Annäherung
Nimm frühzeitig Fahrt weg. Nähere dich langsam gegen den vorherrschenden Wind oder Seegang. Halte die Person im Blick des Bootsführers und vom Antrieb fern. Bei Propellerantrieb wähle Leerlauf und prüfe, ob der Propeller stillsteht; stoppe nötigenfalls den Motor. Beim Jetantrieb stoppt Leerlauf nicht den Impeller, das rotierende Pumpenlaufrad. Folge dem Bergungsverfahren des Herstellers und schalte ab, wenn vorgeschrieben. Halte Person und Leinen von Propeller, Jeteinlass und -auslass fern.
An Bord holen
Zwei Besatzungsmitglieder bergen die Person möglichst waagerecht. Nutze das Bergungsnetz oder eine Bergeschlinge zum Einrollen, mit der die Person an Bord gerollt wird. Beim geübten Anheben von Hand stützt ihr Oberkörper und Becken oder Beine gemeinsam. Eine Hebeschlaufe an der Rettungsweste allein stützt den Unterkörper nicht. Nutzt nur vorgesehene Hebepunkte, greift nie beliebig in die Kleidung. Geht behutsam vor. Die medizinische Versorgung nach der Bergung behandelt Notfälle: Überleben im Wasser.
Funk und Signale
Das FRB hat ein wasserdichtes UKW-Gerät mit Freisprechfunktion. Melde das Freikommen vom Schiff, die Sichtung, die Aufnahme und den Zustand der Person sowie die voraussichtliche Ankunftszeit (ETA) zurück am Schiff. Vereinbare Handzeichen für den Fall, dass der Funk nicht hörbar ist. Vereinbare den Funkweg zum Hubschrauber: direkt auf seinem zugewiesenen Kanal oder über das Schiff. Melde Position und Absichten, kläre Anweisungen und halte dich ohne Aufforderung von seinem Windenbereich fern.
2Schritt für Schritt
Eine Person aus dem Wasser bergen
- 1
Nimm frühzeitig Fahrt weg; ein Besatzungsmitglied zeigt ständig auf die Person.
Auf Meereshöhe verschwindet die Person hinter jeder Welle.
- 2
Fahre den letzten Abschnitt langsam gegen Wind oder See an, die Person auf der Seite des Bootsführers.
Du behältst die Kontrolle, und der Bootsführer sieht die Person durchgehend.
- 3
Wähle Leerlauf und prüfe den Propellerstillstand; stoppe nötigenfalls den Motor. Folge bei Jetantrieben dem Abschaltverfahren des Herstellers zur Bergung. Halte Menschen und Leinen vom Antrieb fern.
Leerlauf allein stoppt den Antrieb möglicherweise nicht; auch ein stehender Propeller kann bei Berührung verletzen.
- 4
Zwei Besatzungsmitglieder bringen die zugelassene Bergehilfe an oder stützen beim geübten Anheben von Hand Oberkörper und Becken oder Beine. Nutzt vorgesehene Hebepunkte, nie beliebige Kleidung.
Eine Hebeschlaufe allein lässt den Unterkörper ungestützt.
- 5
Hebt mit der geübten Methode gemeinsam an und haltet die Person möglichst waagerecht.
Das Stützen von Rumpf und Beinen hält die Person waagerecht und sicher.
- 6
Melde dich beim Schiff und fahre schonend zurück.
Das Schiff bereitet Einholen und medizinische Versorgung vor; hartes Aufschlagen schadet der geretteten Person.
3Wichtige Daten
- Letzte Annäherung
- Langsam gegen Wind oder See; Person auf der Seite des Bootsführers
- Nahe der Person
- Propeller stillgesetzt; Jetantrieb: Abschaltverfahren des Herstellers; Abstand halten
- Anheben
- Zwei Besatzungsmitglieder; Rumpf und Beine für waagerechte Bergung stützen
- Funk
- Wasserdichtes UKW-Gerät mit Freisprechfunktion; vereinbarte Handzeichen als Ersatz
4Kernpunkte
- 1
Ein Besatzungsmitglied zeigt ständig auf die Person.
- 2
Letzte Annäherung langsam gegen Wind oder See, Person auf der Seite des Bootsführers.
- 3
Propeller stillgesetzt nahe der Person; beim Jetantrieb Abschaltverfahren beachten. Alle vom Antrieb fernhalten.
- 4
Zwei Besatzungsmitglieder stützen Rumpf und Beine und heben möglichst waagerecht; Meldung ans Schiff.
5Häufige Fehler
Falsch: Fahre schnell heran und stoppe mit einem Schub achteraus neben der Person.
Richtig: Nimm früh Fahrt weg. Der Propeller muss stillstehen, bevor die Person seinen Gefahrenbereich erreicht. Folge beim Jetantrieb dem Abschaltverfahren des Herstellers. Halte die Person durchgehend vom Antrieb fern.
Falsch: Ziehe die Person an den Armen aufrecht hoch.
Richtig: Zwei Besatzungsmitglieder nutzen das geübte Bergungsverfahren des Bootes. Sie stützen Rumpf und Beine für waagerechtes Anheben. Nutzt vorgesehene Hebepunkte, nie beliebige Kleidung.
Falsch: Sprich erst wieder mit dem Schiff, wenn du längsseits bist.
Richtig: Melde jeden Schritt: vom Schiff frei, Person gesichtet, an Bord mit Zustandsmeldung und deine ETA.
6Praxisfall & Prüfungstipps
Dein FRB erreicht einen Mann mit Rettungsweste. Er zittert stark und kann keine Leine halten. Wind 15 Knoten, kurze See von 1 m.
Antwort zeigen
Nimm Fahrt weg, lass ein Besatzungsmitglied auf ihn zeigen und nähere dich langsam gegen den vorherrschenden Wind oder Seegang. Halte ihn im Blick des Bootsführers. Stoppe den Antrieb nach den Anforderungen des eingebauten Systems und halte ihn davon fern. Zwei Besatzungsmitglieder nutzen zugelassenes Bergegerät oder heben ihn mit der geübten Handmethode. Dabei stützen sie Rumpf und Beine möglichst waagerecht. Stütze ihn weiter, melde seinen Zustand und fahre schonend zurück. Zur medizinischen Versorgung siehe Notfälle: Überleben im Wasser.
Prüfungstipps
- Person in Sicht halten: Ein Besatzungsmitglied zeigt ständig darauf.
- Letzte Annäherung langsam gegen Wind oder See; Propeller stillgesetzt; Jetantrieb: Abschaltverfahren des Herstellers; Person vom Antrieb fernhalten.
- Zwei Besatzungsmitglieder stützen Rumpf und Beine während der gesamten waagerechten Bergung; zugelassenes Bergegerät oder geübte Handmethode nutzen.
- Jeden Schritt per UKW ans Schiff melden; Handzeichen als Ersatz.
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