Einheiten ansehenFrankreich: Sicherheitsausrüstung nach Entfernung von einem Schutzhafen (Division 240) und Dokumente
Welche Ausrüstung jeder Bereich ergänzt
1Die Lektion in einfachen Worten
Basique bildet die Grundlage. Côtier ergänzt Signalfackeln, semi-hauturier ein festes UKW-Seefunkgerät und hauturier eine Satelliten-Seenotfunkbake (EPIRB).
Basique (unter 2 NM)
Halte pro Person eine erreichbare Auftriebshilfe oder Rettungsweste (EIF) der Stufe 50 (50 Newton) bereit. Alternativ trägst du einen Neopren-Nass- oder Trockenanzug, der Rumpf und Bauch bedeckt, Auftrieb bietet und vor Kälte schützt. Nimm eine wasserdichte Taschenlampe mit 6 Stunden Leuchtdauer mit. Alternativ trägt jede Person eine solche wasserdichte Leuchte am Körper oder an ihrer EIF. Dazu kommen Feuerlöscher laut Eignerhandbuch (ohne Handbuch nach Anhang 240-A.3), ein Eimer oder eine Handlenzpumpe zum Wasserschöpfen, wenn das Boot nicht selbstlenzend ist oder Wohnräume hat, ein Schleppbeschlag mit Leine sowie Ankergeschirr (Anker mit Kette/Leine).
Ankern und Gezeiten
Vom Ankergeschirr ausgenommen: Segelboote unter 250 kg Leergewicht; Motorboote unter 250 kg und mit höchstens 4,5 kW. Außerhalb des Mittelmeers führst du die heutigen örtlichen Gezeitenzeiten und Gezeitenkoeffizienten mit.
Côtier (2 bis unter 6 NM)
Die Stufen geben den Auftrieb in Newton (N) an, nicht das Körpergewicht. Ergänze einen vorschriftsmäßigen Rettungsring mit vorgeschriebener Leuchte, EIF mindestens Stufe 100 für alle, drei rote Handfackeln, einen wasserdichten Magnetsteuerkompass mit Beleuchtung, fest im Sichtfeld des Steuerstands, aktuelle amtliche Seekarten, RIPAM oder eine Zusammenfassung sowie einen Betonnungsführer. Schwimmfähige Personen über 30 kg dürfen stattdessen EIF der Stufe 50 tragen oder Nass-/Trockenanzüge, die Rumpf und Bauch bedecken, Kälteschutz und mindestens 50 N Eigenauftrieb bieten und einen leuchtfarbenen Hals-/Schulterbereich oder eine fest angebrachte wasserdichte Leuchte mit 6 Stunden Leuchtdauer haben.
Semi-hauturier (6 bis unter 60 NM)
Ergänze EIF der Stufe 150 für alle, ein festes UKW-Seefunkgerät, eine aufblasbare Rettungsinsel für alle an Bord, Hilfsmittel zum Bestimmen und Eintragen deiner Position in der Seekarte, ein Leuchtfeuerverzeichnis (Verzeichnis der Küstenleuchtfeuer), ein Logbuch, eine Empfangsmöglichkeit für Seewetterberichte, einen Erste-Hilfe-Kasten und einen wasserdichten Suchscheinwerfer. Eine Sicherungsleine verbindet deinen Lifebelt, einen Sicherheitsgurt, mit dem Boot. Auf Segelbooten brauchst du pro Person einen Lifebelt mit Sicherungsleine, auf Motorbooten mindestens einen Satz.
Hauturier (ab 60 NM)
Ergänze eine 406-MHz-Satelliten-Seenotfunkbake (EPIRB) und ein wasserdichtes UKW-Handfunkgerät. Deine Rettungsinsel muss allen Platz bieten und ISO 9650 Typ I entsprechen, eine zulässige Rettungsinsel nach Division 333 Klasse II oder ein nach Division 311 zugelassenes Modell sein. Eine passende Insel, die schon an Bord ist, zählt; du brauchst keine zweite. Satellitenkommunikation wird empfohlen.
Regeln für alle
Kinder bis 30 kg brauchen in jeder Entfernung EIF 100; ab 6 NM brauchen die anderen EIF 150. Trage bei Außenbordern und Wassermotorrädern die vorhandene Notstoppleine (Leine zum Motorstopp), sobald der Motor läuft. Halte eine Ersatzleine erreichbar. Bevor du den Steuerstand verlässt, stoppe den Motor oder sichere den Leerlauf gegen Einkuppeln des Propellers. Bei drahtlosem Notstopp und weiteren Personen an Bord muss jemand am Steuerstand bleiben. Höre auf See möglichst UKW-Kanal 16 ab. Warte die Ausrüstung rechtzeitig. Halte tragbare Ausrüstung erreichbar und montiere Feuerlöscher nach Eignerhandbuch.
2Schritt für Schritt
Vor dem Ablegen: Ausrüstung mit der Route abgleichen
- 1
Ermittle entlang deiner Route die größte Entfernung zum jeweils nächsten nutzbaren Zufluchtsort.
Diese Entfernung bestimmt deinen Bereich, nicht die Entfernung zur Küste.
- 2
Zähle alle Personen an Bord und prüfe das Gewicht jedes Kindes.
Jede Person braucht eine EIF der passenden Stufe: Kinder bis 30 kg immer Stufe 100, die anderen ab 6 NM Stufe 150.
- 3
Prüfe die Fristen für Signalfackeln, Rettungsinsel und EPIRB-Batterie.
Nur fristgerechte und gewartete Ausrüstung zählt.
- 4
Lege die vorhandene Notstoppleine an und zeige der Besatzung die Ersatzleine.
Sie stoppt den Propeller, wenn du stürzt. Mit der Ersatzleine kann die Besatzung neu starten und dich aufnehmen.
- 5
Schalte das UKW-Funkgerät ein und stelle Kanal 16 ein.
Halte auf See möglichst Hörwache auf UKW-Kanal 16.
3Wichtige Daten
- EIF-Stufe je Bereich
- Basique 50 · côtier 100 · semi-hauturier und hauturier 150
- Kinder ≤ 30 kg
- Stufe 100, in jeder Entfernung zum Zufluchtsort
- Handfackeln
- 3 rote Handfackeln ab dem Bereich côtier
- Festes UKW + Rettungsinsel
- Ab 6 NM (semi-hauturier)
- EPIRB + UKW-Handfunkgerät
- Ab 60 NM (hauturier)
- Leuchte
- Wasserdicht, 6 h Leuchtdauer, in jedem Bereich
4Kernpunkte
- 1
Basique: EIF 50 oder geeigneter Anzug, wasserdichte Leuchte für 6 Stunden, Feuerlöscher, Lenzmittel, Schleppleine, Ankergeschirr; Ausnahmen beachten.
- 2
Côtier: beleuchteter Rettungsring, EIF ≥ 100 (getragene Alternativen zulässig), 3 Fackeln, beleuchteter wasserdichter Kompass, Seekarten, RIPAM, Betonnungsführer.
- 3
Semi-hauturier ergänzt: EIF 150, festes UKW, Rettungsinsel, Logbuch, Wetterberichte, Erste Hilfe, Lifebelts.
- 4
Hauturier ergänzt: 406-MHz-EPIRB, wasserdichtes UKW-Handfunkgerät, hochseetaugliche Rettungsinsel.
- 5
Trage die Notstoppleine bei laufendem Motor. Vor dem Verlassen des Steuerstands Motor stoppen oder Leerlauf gegen Einkuppeln sichern.
5Häufige Fehler
Falsch: Kleine Kinder dürfen nahe der Küste dieselbe Auftriebshilfe der Stufe 50 tragen wie Erwachsene.
Richtig: Kinder bis 30 kg brauchen immer eine EIF der Stufe 100, auch nahe am Zufluchtsort. Ab 6 NM brauchen die anderen Stufe 150.
Falsch: Ein UKW-Handfunkgerät reicht für eine küstenferne Überfahrt.
Richtig: Ab 6 NM brauchst du ein festes UKW-Funkgerät. Ab 60 NM zusätzlich ein wasserdichtes UKW-Handfunkgerät und eine EPIRB.
Falsch: Du darfst die Notstoppleine verlängern, damit du dich als Fahrer frei bewegen kannst.
Richtig: Verlängere oder versetze die Notstoppleine niemals. Bevor du den Steuerstand verlässt, stoppe den Motor oder sichere den Leerlauf gegen Einkuppeln des Propellers.
6Praxisfall & Prüfungstipps
Eine vierköpfige Familie (zwei Erwachsene, Kinder mit 25 kg und 40 kg) fährt mit einem 7-m-Außenborderboot 4 NM vom Zufluchtsort auf See. An Bord: vier Auftriebshilfen der Stufe 50, eine Taschenlampe, ein Feuerlöscher, ein Eimer, ein Anker und eine Schleppleine. Die Notstoppleine liegt auf dem Armaturenbrett. Was muss sich ändern?
Antwort zeigen
Bei 4 NM gilt côtier. Führe EIF der Stufe 100 mit; Schwimmfähige über 30 kg dürfen stattdessen Auftriebshilfen der Stufe 50 tragen. Das 25-kg-Kind braucht Stufe 100. Ergänze einen beleuchteten Rettungsring, 3 rote Handfackeln, einen beleuchteten wasserdichten Steuerkompass, fest im Sichtfeld des Steuerstands, Seekarten, eine RIPAM-Zusammenfassung und einen Betonnungsführer. Prüfe, ob die Taschenlampe wasserdicht ist und 6 Stunden leuchtet. Außerhalb des Mittelmeers brauchst du örtliche Gezeitenzeiten und -koeffizienten. Trage die Notstoppleine und halte eine Ersatzleine erreichbar.
Prüfungstipps
- EIF-Mindeststufen: 50 basique; 100 côtier (getragene Alternativen zulässig); 150 ab 6 NM. Kinder ≤ 30 kg: Stufe 100 in jeder Entfernung.
- Côtier: vorschriftsmäßiger beleuchteter Rettungsring, 3 rote Handfackeln, beleuchteter wasserdichter Kompass, amtliche Seekarten, RIPAM, Betonnungsführer.
- Semi-hauturier: festes UKW, Rettungsinsel, Logbuch, Wetterberichte, Erste Hilfe, auf Segelbooten ein Lifebelt pro Person.
- Hauturier: 406-MHz-EPIRB, wasserdichtes UKW-Handfunkgerät; Notstoppleinenpflicht seit dem Erlass von 2024.
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